Mitteilungen des 1. BV Mülheim

Liga-Zugehörigkeit: 1. Bundesliga

Homepage: www.1-bv-muelheim.de

Boris Reichel sagt „Goodbye"

Boris Reichel coacht Judith Meulendijks. Foto: Marc Pastoors.

Von Kai Kulschewski

 

(22.02.2016) Mit dem Spiel gegen den TV Refrath geht für den 1. BV Mülheim nicht nur die laufende Bundesligasaison zu Ende, sondern der Traditionsverein verneigt sich auch vor seinem scheidendem Trainer, der eine Epoche beim Rekordmeister geprägt hat. Als Boris Reichel in der Saison 2003/2004 das Traineramt übernommen hat, dümpelte der einst so glorreiche 1. BV Mülheim im Mittelfeld der Oberliga herum. Unter seiner Regie führte er den Verein auf einem steinigen Weg wieder in die Beletage der deutschen Badmintonliga zurück. 2005 gelang ihm der Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse und schon drei Jahre später fand man sich in Liga zwei wieder. Am Ende der Saison 2009/2010 wartete dann aber ein herber Nackenschlag auf ihn: „Unser verlorenes Relegationsspiel zum Aufstieg in die 1. Bundesliga gegen Rosenheim war sicherlich die größte Enttäuschung.“ Aber schon in der Folgesaison gelang die Mission Bundesligaaufstieg. Rückblickend wertet der scheidende Coach dieses auch als Höhepunkt seiner Tätigkeit: „Es gab viele tolle Momente. Dazu gehören die zahlreichen Meisterschaften, die zum Aufstieg in die 1. Bundesliga führten, und auch die Zusammenstellung eines tollen Teams, welches sich direkt im Badminton-Oberhaus behaupten konnte, was leider eher zu den Ausnahmen zählt.“

Zweimal – 2014 und 2015 – scheiterte er als Vizemeister daran, zum 14. Mal den hans-Riegel-Pokal nach Mülheim zu entführen. Zum Abschied kehrt aber auch Nachdenklichkeit bei Boris Reichel ein. Zu seinem Beweggründen für den Abschied als Trainer befragt, antwortete er: „Es ist für mich eine wirklich große Enttäuschung, dass in all den Jahren, in denen ich als Spieler und Trainer in der 1. und 2. Bundesliga mitwirken durfte, kaum eine Entwicklung und/oder Professionalisierung stattgefunden hat.“ Aber sich grämen zählt nicht. Boris Reichel kann mehr als stolz darauf sein, welches intakte Mannschaftsgefüge er seinem Nachfolger hinterlässt. Wenn zu Beginn der Saison 2016/2017 Steffen Hohenberg als Manager die Geschicke der Bundesligatruppe übernimmt, bekommt er ein Team übergeben, welches Dank Boris Reichel zur nationalen Spitze im Badmintonsport zählt.

  

Bundesligaendspurt

BVM-„Eigengewächs" Alexander Roovers. Foto: Marc Pastoors.

Von Kai Kulschewski

 

(22.02.2016) Die Badminton-Bundesligasaison befindet sich auf der Zielgeraden und auf den 1. BV Mülheim warten am kommenden Wochenende zwei anspruchsvolle Spiele. Am Samstag muss der Deutsche Rekordmeister zum Lokalderby beim Tabellenzweiten, dem SC Lüdinghausen, antreten. Tags darauf empfängt man in der heimischen RWE-Sporthalle ab 14:00 Uhr mit dem TV Refrath den derzeitigen Ligadritten. Die Hoffnungen auf das Erreichen des Play-off-Halbfinals sind für den BVM nur noch theoretisch vorhanden. Nichtsdestotrotz möchten sich die Mülheimer mit einer ordentlichen Leistung vom heimischen Publikum verabschieden. Für den Trainer Boris Reichel wird das letzte Saisonspiel eine besondere Partie werden. Denn nach 13 Jahren an der Seitenlinie beendet Boris Reichel seine Trainerkarriere beim 1. BV Mülheim (vgl. separate Mitteilung).

Während sich die Mülheimer in dieser Saison mit einem Platz mit gesichertem Mittelfeld begnügen müssen, läuft es beim SC Lüdinghausen besser. Zum Saisonbeginn gelangen ihnen mit den Verpflichtungen von Eefje Muskens, Yvonne Li und Ingo Kindervater drei Volltreffer. Alle drei Spieler sind Leistungsträger und waren maßgeblich daran beteiligt, dass die Münsterländer bereits zwei Spieltage vor Saisonende das Play-off-Halbfinale erreicht haben. Der Schlüssel zum Erfolg lag vor allem an ihrer Heimstärke, wie Boris Reichel anmerkt: „Lüdinghausen ist in dieser Begegnung sicherlich favorisiert, nicht zuletzt aufgrund der Heimstärke des Teams.“ Wenn der 1. BV Mülheim m Auswärtsspiel punkten will, dann wird das wie gewohnt nur über die Doppel zu erreichen sein. „Wenn in den Doppeln was geht, dann geht im gesamten Spiel was!“, so Reichel. Nach den beiden Auftaktmatches des Herren- und Damendoppels wird man auf der Mülheim Trainerbank wissen, wohin die Reise beim SC Lüdinghausen führen kann.

Zwei Tage vor dem Beginn der 59. Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland, den YONEX German Open, empfängt man am Sonntag ab 14:00 Uhr in der RWE-Sporthalle den TV Refrath in Bestbesetzung. Der Aufbau für die YONEX German Open wird schon in großen Teilen abgeschlossen sein, sodass ein würdiger Rahmen auf die beiden Mannschaften wartet. Dank eines bärenstarken Saisonstarts mit acht Siegen und jeweils einem Remis und Niederlage fand sich Refrath lange Zeit in höchsten Tabellenregionen wieder. In den letzten vier Spielen schwächelte das Team aus dem Bergischen Land aber. Neben drei Niederlagen konnte allein das Unentschieden gegen den 1. BC Beuel als Teilerfolg gewertet werden. Das wird die BVM-Spieler am Sonntag aber nicht dazu verleiten, den Gegner zu unterschätzen. Mit den Iren Chloe und Sam Magee schlägt ein Geschwisterpaar für Refrath auf. Und die Erinnerungen an die RWE-Sporthalle sollten bei den Iren noch prächtig sein, denn bei den YONEX German Open 2015 erreichte das Mixedpaar immerhin das Halbfinale. Aber auch Carla Nelte, die vor zwei Wochen an der Seite von Johanna Goliszewski ihren Deutschen Meistertitel im Damendoppel erfolgreich verteidigte, zählt zu den großen Stützen ihres Teams. Sowohl im Doppel als auch im Mixed war Carla Nelte in der laufenden Saison in jeweils neun Partien siebenmal siegreich. Der Spielausgang am Sonntag ist auch nach Meinung des BVM-Coachs vollkommen offen: „Außer im Dameneinzel sind wir in allen Begegnungen auf Augenhöhe.“

Unabhängig vom Spielausgang blickt Reichel zufrieden auf die aktuelle Spielzeit zurück: „Es war die erwartet schwere Saison mit Einschränkungen hinsichtlich der Spielereinsätze, viel Reisestress und – daraus resultierend – oftmals eine nicht ganz so gute Tagesform wie gewohnt. Zudem hat uns der verpatzte Start zusätzlich unter Druck gesetzt. Alles in allem ist ein gesicherter Platz im Mittelfeld aber als Erfolg zu werten.“

 

 

Pflichtaufgabe wartet auf den 1. BV Mülheim

Blagovest Kisyov. Foto: Marc Pastoors.

Von Kai Kulschewski

 

(12.02.2016) Zwischen den Deutschen Meisterschaften in Bielefeld und den Team-Europameisterschaften im russischen Kasan wartet auf die Spieler des 1. BV Mülheim am kommenden Wochenende eine Pflichtaufgabe in der Badminton-Bundesliga. Wenn der Deutsche Vizemeister am Samstag ab 14:00 Uhr im Badminton-Leistungszentrum in der Südstraße gegen den TSV Neuhausen-Nymphenburg zum Schläger greift, scheint die Favoritenrolle vergeben zu sein.

Zwar trennen beide Mannschaften in der Tabelle nur zwei Plätze voneinander, doch zwischen den Teams liegt fast ein Klassenunterschied. Während die Mülheimer mit einem halben Auge noch Richtung Tabellenplatz drei schielen, ging es für die Münchner von Saisonbeginn an einzig und allein um den Klassenerhalt. Mit einem Sieg und einem Unentschieden gegen den unmittelbaren Konkurrenten aus Anspach ist ihnen der Klassenerhalt nur noch theoretisch zu nehmen.

Der heimische BVM fand nach einem schwierigen Saisonstart zuletzt wieder in die Erfolgsspur zurück. In den vergangenen neun Spielen setzte es allein gegen den übermächtigen Ligaprimus 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim zwei Niederlagen. Mit viel Rückenwind und gut gelaunt reisen Johanna Goliszewski und Marcus Ellis zum Duell gegen die Mannschaft aus der bayerischen Landeshauptstadt an. Während Johanna Goliszewski am vergangenen Wochenende zum dritten Mal in Folge den Deutschen Meistertitel im Damendoppel errang, verteidigte zeitgleich auch Marcus Ellis seinen englischen Titel in der Herren-Doppelkonkurrenz erfolgreich. Und auch Lara Käpplein sowie Alexander Roovers unterstrichen mit ihren Plätzen zwei und drei bei der DM, dass sie zur nationalen Spitze gehören. Besonders gespannt darf man wieder auf Alexander Roovers sein. Der 29-Jährige zeigt sich in dieser Saison in bestechender Form. In zwölf Spielen ging er neunmal als Sieger vom Platz. Da Dmytro Zavadsky an diesem Spieltag pausiert, wird der Bulgare Blagovest Kisyov zum Einsatz kommen und wieder seinen unbändigen Kampfeswillen präsentieren. Schon vergangenen Oktober sicherte er sich mit seinen Emotionen die Gunst des Publikums.

Die letzten drei Bundesligaspiele gegen den bayerischen Gegner entschied der 1. BV Mülheim stets ungefährdet mit 5:1 für sich. Das alleine verdeutlicht die Leistungsunterschiede beider Teams. Auf die leichte Schulter werden die BVM-Spieler das Match aber nicht nehmen. „Alle Spieler haben eine professionelle Einstellung und wissen, dass jedes Spiel für sich steht. Sie wollen nicht zuletzt auch für die Zuschauer eine gute Leistung auf Feld bringen“, so Trainer Boris Reichel.

Bei normalem Verlauf des 16. Spieltags könnte sich der 1. BV Mülheim am Samstagabend bis auf zwei Zähler dem derzeitigen Tabellendritten aus Refrath nähern. Und dass die Mannschaft ihren Teil dazu beiträgt, davon ist Boris Reichel überzeugt: „Wir wollen gegen Ende der Saison noch einmal das Maximale rausholen und erwarten einen klaren Sieg.“ An den beiden letzten Spieltagen käme es dann zu einem wahren Showdown mit drei anderen Teams im Kampf um Tabellenplatz drei, der zur Teilnahme am Halbfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft berechtigt.

  

Dmytro Zavadsky verlängert seinen Vertrag

Frank Thiemann (1. Vorsitzender; rechts) und Dmytro Zavadsky nach der Vertragsunterzeichnung. Foto: Lara Käpplein.

Von Kai Kulschewski

 

(20.01.2016) Sicherlich wäre die Stimmung noch besser gewesen, hätte Dmytro Zavadsky sein äußerst knappes Bundesligaspiel gegen Erik Meijs gewonnen und so für einen Sieg beim Tabellennachbarn aus Beuel gesorgt.

Zufrieden waren die Nummer eins im Herreneinzel und die Verantwortlichen, dass Sie nach dem Remis am 16. Januar 2016 in der ehemaligen Bundeshauptstadt verkünden konnten, dass Zavadsky seinen Vertag beim 1. BV Mülheim verlängert hat. Er wird auch in der nächsten Saison für den Deutschen Rekordmeister in der 1. Bundesliga aufschlagen wird. Somit wird er in der Spielzeit 2016/2017 bereits in der fünften Saison für den BVM antreten.

„Wir sind sehr froh, auch in der nächsten Saison Dyma in unseren Reihen zu haben. Er passt insbesondere vom Charakter und von seinem Einsatzwillen perfekt zu unserem Verein“, kommentierte Frank Thiemann, 1. Vorsitzender des Vereins, die Vertragsverlängerung des Ukrainers. Freuen können sich sicherlich auch die vielen Nachwuchsspieler im Verein, die von „Ihrem Dyma“ aufgrund seiner netten Art am Rande der Bundesligaspiele, aber auch bei den Trainingscamps, schwärmen.

Die aktuelle Nummer 63 der Weltrangliste bekundet, dass er sich im Mülheimer Verein und im Kreise seines Teams sehr wohl fühlt. Es ist für ihn insofern eine Herzensangelegenheit, auch im nächsten Jahr für den 1. BV Mülheim aufzuschlagen.

  

Dmytro Zavadsky in Aktion. Foto: Marc Pastoors.

 

 

Experiment ist voll gelungen

Impression vom Herrendoppel. Fotos: Marc Pastoors.
Judith Meulendijks.

Von Kai Kulschewski

 

(21.12.2015) Gespannt waren die Verantwortlichen, ob das fachkundige Mülheimer Publikum dieses außergewöhnliche Spiel der Badminton-Bundesliga annehmen würde. Als um 17:13 Uhr nach rund vier Stunden Spielzeit der Matchball zum 4:2-Sieg des 1. BV Mülheim gegen den TSV Trittau in der Kundenhalle der Sparkasse Mülheim verwandelt wurde, zogen alle Anwesenden ein äußerst positives Fazit.

Wo sich von Montag bis Freitag alles um Geldgeschäfte dreht, wurde am Freitag nach Kassenschluss eine Badmintonarena vom Feinsten aufgebaut. Ursprünglich als Schnapsidee geboren, wurde es am 4. Adventssonntag zur Realität: Ein Badminton-Bundesligaspiel in der Kundenhalle der Sparkasse Mülheim. „Wir wollten ein Event durchführen, mit dem wir die Diskussion um den Austragungsmodus in der Bundesliga anheizen wollen“, so Trainer Boris Reichel im Vorfeld. Der Aufbau von acht elektronischen Zähltafeln am Spielfeldrand und vor allem von nur einem zentralen Court, auf den sich so die Aufmerksamkeit des Publikums konzentrierte, muss im Nachgang als voller Erfolg gewertet und zur Nachahmung empfohlen werden. Die Hauptakteure genossen so die geballte Aufmerksamkeit und die Stimmung sprang vom Publikum deutlich mehr als sonst üblich über. Das ausverkaufte Haus erlebte sechs spannende Spiele mit vielen Emotionen.

Pünktlich um 13:00 Uhr starteten die Damendoppel auf dem Feld. Die Zwei- Generationen-Kombination, bestehend aus der 20-jährigen Lara Käpplein und der 37-jährigen Judith Meulendijks, entzückte sofort das Publikum mit ihrem souveränen 21:11, und 21:4-Erfolg. Beim anschließenden Herrendoppel konnten sich die Zuschauer davon überzeugen, was Boris Reichel im Vorfeld meinte, als er von einer bombastischen Akustik der Kundenhalle sprach. Dmytro Zavadsky und Jorrit de Ruiter auf Mülheimer sowie Nikolaj Persson und Robin Tabeling auf Trittauer Seite schlugen sich die Bälle laut knallend um die Ohren. Nachdem die Norddeutschen in zwei Sätzen den Sieg einfuhren, warteten wahre Highlights auf die Sparkassen-Kundenhalle.

Zunächst jagte Alexander Roovers in seiner unnachahmlichen Art im Herreneinzel über den Platz. Die Atmosphäre schien ihn so beflügelt zu haben, dass er selbst schier aussichtslose Bälle mit Hechtsprüngen über das Netz beförderte. Das Publikum honorierte seinen kämpferischen und spielerischen Einsatz mit donnerndem Applaus. Am Ende stand ein verdienter 21:14 und 21:18-Erfolg des Mülheimers gegen Ary Trisnanto zu Buche.

Zum wahren Höhepunkt avancierte das Dameneinzel. Die langjährige Mannschaftsführerin Judith Meulendijks trat zu ihrem vielleicht letzten Einsatz an. Mit ihrer Art, Badminton zu spielen, eroberte sie in den letzten Jahren die Herzen des Mülheimer Publikums. Schon zum Einmarsch erntete sie den stärksten Jubel. Was Meulendijks allerdings nach siebenmonatiger Wettkampfpause und fast ohne Training auf das Parkett zauberte, faszinierte auch den letzten Anwesenden. Ihre 13 Jahre jüngere Kontrahentin Nanna Vainio verblüffte sie mit ihrem Einsatz. Mit 22:20 konnte die Niederländerin den ersten Satz für sich entscheiden. Im zweiten Durchgang lag die große Sensation lange Zeit in der Luft. Erst beim Stand von 18:18 konnte die Trittauerin und immerhin Nummer 85 der aktuellen Weltrangliste Meulendijks abschütteln und sicherte sich mit drei siegreichen Schlägen den zweiten Satz. Wer dachte, dass nun ein einseitiger Entscheidungssatz folgen würde, sah sich getäuscht. Zwar führte die Finnin durchweg, aber mit 21:17 rettete sie ihren Sieg knapp vor der vollkommen erschöpften Judith Meulendijks. Mit großen Emotionen, bei der das eine oder andere Auge nicht trocken blieb, wurde die sympathische Niederländerin anschließend vom Publikum verabschiedet.

Mit dem Zwischenstand von 2:2 ging es in die abschließenden Spiele des 1. Herreneinzels und des Mixed. Zunächst verschlief der erst in der Nacht um 3:40 Uhr angereiste BVM-Spieler Dima Zavadsky den ersten Satz mit 12:21, bevor er in seiner unnachahmlichen Art mit 21:13 und 21:8 seine internationale Klasse unterstrich. Das Mülheimer Mixed, bestehend aus Jorrit de Ruiter und Johanna Goliszewski, hatte hingegen leichtes Spiel bei seinem 21:15 und 21:10 gegen die Trittauer Charlotte Persson und Robin Tabeling.

Und somit stand um 17:13 Uhr nicht nur das Team des 1. BV Mülheim um Mannschafsführer Alexander Roovers, sondern standen auch das Mülheimer Publikum und der Badmintonsport als Sieger dieses besonderen Ereignisses fest.

Sicherlich darf ein Bundesligaspiel nicht zum reinen Showevent verkommen. Die Balance zwischen Event auf der einen und dem sportlichen Ereignis auf der anderen Seite gelang jedoch perfekt. Mit dem Sieg legte sich der 1. BV Mülheim zwei wichtige Punkte auf den Gabentisch unter den Weihnachtsbaum und festigte somit seinen sechsten Tabellenrang.

  

Rückrundenauftakt der Badminton-Bundesliga

Von Kai Kulschewski

 

(15.12.2015) In der Kundenhalle der Sparkasse Mülheim am Berliner Platz beginnt am Freitagnachmittag der große Umbau, bevor dort am Sonntag, den 20.12. ab 13:00 Uhr ein außergewöhnliches Sportereignis stattfinden wird. In einer Partie des 10. Spieltags treffen die Badminton-Bundesligisten 1. BV Mülheim und TSV Trittau aufeinander.

Vertreter der Sparkasse Mülheim hatten die Idee, dass man mal ein Bundesligamatch in der Kundenhalle stattfinden lassen könne. Trainer Boris Reichel war davon sofort angetan: „Da die Kundenhalle viel Platz bietet und eine umlaufenden Galerie besitzt, von der die Zuschauer beste Sicht auf das Spielgeschehen haben, ist diese Möglichkeit für die Präsentation des Badmintonsports perfekt.“ Nach wochenlangen Planungen steht nun dieses vorweihnachtliche Geschenk für die Mülheimer Badmintongemeinde an.

Ein zentrales Spielfeld soll die Aufmerksamkeit des Publikums auf die Hauptakteure bündeln. Acht elektronische Zähltafeln flankieren den Court, was sonst nur bei internationalen Turnieren Standard ist. Und im Gegensatz zur RWE-Sporthalle, in denen die Bundesliga-Begegnungen üblicherweise ausgetragen werden, sind die Zuschauer ganz nah am Spielfeldrand. „Ich denke, dass dieses Bundesligaspiel ein tolles Erlebnis für die Zuschauer sein wird. Die Akustik ist im wahrsten Sinne des Wortes bombastisch. Die Schläge haben einen wahnsinnigen Sound. Badminton an einem eher ungewöhnlichen Ort sorgt sicherlich für gesonderte Aufmerksamkeit“, fasst Reichel seine Erwartungen zusammen.

Sportlich gibt die Truppe um Mannschaftskapitän Alexander Roovers, ein Mülheimer „Urgestein“, sicherlich alles, um sich glänzend zu präsentieren. Während man das Hinspiel mit 5:1 für sich entschied, wartet der 1. BVM weiterhin auf seinen ersten Heimerfolg gegen den TSV Trittau. Und erneut wird der Schlüssel zum Erfolg in den drei Doppelpartien liegen. Schaut man auf die bisherigen Saisonleistungen und die Weltranglistenpositionen, so gelten die Mülheimer hier sicherlich als Favoriten. Insbesondere der Engländer Marcus Ellis geht mit gehörig Rückenwind in die Partien, nachdem er vor drei Wochen die Internationalen Meisterschaften von Wales gewonnen hat. Aber auch der Teamkapitän präsentiert sich in der laufenden Saison in ausgezeichneter Form. So konnte Roovers immerhin sechs seiner acht Einzelpartien für sich entscheiden.

Man darf also gespannt auf die Partie sein, in der zumindest schon der badmintonbegeisterte Zuschauer als Sieger festzustehen scheint. Und wer weiß, welch ungewöhnlicher Ort demnächst als Bundesligaschauplatz herhalten muss. Genügend Ideen dafür hätte Boris Reichel sicherlich.

  

Badminton-Bundesliga in der Sparkasse Mülheim

Mannschaftskapitän Alexander Roovers. Foto: Marc Pastoors.

Von Kai Kulschewski

 

(03.12.2015) Eine vorweihnachtliche Überraschung wartet auf alle Mülheimer Badmintonfans. Am 20. Dezember, dem 4. Adventssonntag, findet erstmalig ein Spiel der Badminton-Bundesliga in der Kundenhalle der Sparkasse Mülheim am Berliner Platz statt. Ab 13:00 Uhr misst dann der heimische 1. BV Mülheim in einem recht ungewohnten Ambiente seine Kräfte mit dem TSV Trittau.

Normalerweise ist die RWE-Sporthalle über die Stadtgrenze hinaus dafür bekannt, Ausrichtungsort für Badminton vom Feinsten zu sein. Dort werden nicht nur alljährlich die mit 120.000 US-$ dotierten YONEX German Open ausgetragen, auch der ortsansässige 1. BV Mülheim trägt in der RWE-Sporthalle seine Heimspiele aus. „Nun möchten wir zusammen mit unserem Partner, der Sparkasse Mülheim, neue Wege beschreiten und ein Bundesligaspiel an einem außergewöhnlichen Ort durchführen“, so Frank Thiemann, 1. Vorsitzender des 13-maligen Deutschen Meisters. Und Frank Werner, Vorstand der Sparkasse Mülheim, ergänzt: „Eigentlich war es ja nicht so ganz ernst gemeint, als wir auf einem Termin in der Sparkasse darüber gescherzt haben, dass man in unserer Kundenhalle auch einmal Badminton spielen könnte. Doch als die Idee dann realisiert werden konnte, war ich sofort begeistert."

Am Freitag, den 18. Dezember, verwandelt sich nach Schalterschluss die neu gestaltete Kundenhalle in eine Badmintonarena. Am augenscheinlichsten wird sicherlich sein, dass lediglich ein Badmintoncourt aufgebaut wird. Normalerweise werden Bundesligapartien auf zwei Feldern parallel ausgetragen. Darunter leidet die Übersichtlichkeit und auch die Aufmerksamkeit des Publikums verteilt auf zwei Partien. Mit der Austragung auf nur einem zentralen Court soll mehr Stimmung auf das Spielfeld überspringen. Und mit der Konzentration auf ein Match stehen den Veranstaltern auch andere technische Möglichkeiten zur Verfügung. So wird das Spielfeld von acht elektronischen Anzeigetafeln flankiert und die kurzen Pausen zwischen den Matches werden mit Interviews von Spielern und Trainern gefüllt. Einer der Urheber dieser recht außergewöhnlichen Veranstaltung ist Boris Reichel, Trainer des 1. BV Mülheim: „Die Spiele der Badmintonbundesliga müssen für den Zuschauer noch interessanter werden. Andere internationale Ligen, insbesondere die englische NBL, machen uns Deutschen das vor. Mit dieser Veranstaltung wollen wir die Diskussion über den Austragungsmodus in der deutschen Liga anheizen.“

Für dieses außergewöhnliche Event steht leider nur ein begrenztes Kartenkontingent zur Verfügung. Daher gilt es, sich rechtzeitig eine der begehrten Eintrittskarten zu sichern. Die Tickets zu 5,- Euro (ermäßigt 3,- Euro) können ab sofort in der Sparkasse Mülheim am Berliner Platz, im Haus des Sports (Südstraße 25, Mülheim) oder online unter info@1-bv-muelheim.de erworben werden.

  

Auf das Mülheimer Publikum wartet Badminton vom Feinsten

Von Kai Kulschewski

 

(01.11.2015) Mit einem doppelten Heimspieltag startet der Badminton-Bundesligist 1. BV Mülheim in den November. Da in beiden Partien unzählige Weltklassespieler erwartet werden, wartet auf das fachkundige Mülheimer Publikum ein wahrer Augenschmaus, wenn sich das Team um Mannschaftsführer Alexander Roovers gegen die Gegner aus Bischmisheim und Bonn-Beuel beweisen muss.

Am Dienstagabend ab 19:00 Uhr kommt es in der RWE-Sporthalle gegen den 1. BC Bischmisheim zur Neuauflage des Finals um die Deutsche Meisterschaft 2015. Begegneten sich beide Teams im Endspiel fast auf Augenhöhe, so hat sich seitdem einiges verändert. Während sich die Mülheimer Mannschaft in einem Übergangsjahr befindet und in der Tabellenmitte auf Position sechs rangiert, trumpft der amtierende Deutsche Mannschaftsmeister in der aktuellen Saison ganz groß auf. Nach fünf Spielen haben die Saarländer noch eine

blütenreine Weste. Alle Erfolge wurden mit der Maximalausbeute von 6:0 erzielt. 60 gewonnen Sätzen stehen nur zwei verlorene Durchgänge gegenüber. Eine mehr als imposante Bilanz. Insofern dürfte der klare Favorit für die Partie feststehen. Es sagt wohl einiges über den Kader des 1. BC Bischmisheim aus, dass sechs Herren und zwei Damen deutsche Nationalspieler sind. Allein fünf Spieler rangieren in ihren Disziplinen unter den Top 30 in der Welt. Das Mülheimer Publikum darf sich also auf Spitzenbadminton freuen.

„Die größte Spannung ist wohl im Herrendoppel und im Mixed zu erwarten“, so der Mülheimer Trainer Boris Reichel. Vor einer wahren Herkulesaufgabe steht dagegen BVM-Spieler Dmytro Zavadsky. Sein Gegner ist kein Geringerer als der achtmalige Deutsche Meister und Weltranglisten-20. Marc Zwiebler. Auf die Frage, wie man die eigene Mannschaft vor solch einem Duell motiviert, äußerte sich Trainer Boris Reichel: „Wir denken in dieser Saison ausschließlich nur von Spiel zu Spiel und gehen daher auch gegen Bischmisheim mit frischem Mut in die Begegnung. Wir freuen uns einfach, vor heimischem Publikum zu spielen und werden versuchen, es dem Gegner so schwer wie möglich zu machen.“

 

Am Samstag ab 14:00 Uhr erwartet der Deutsche Rekordmeister mit dem 1. BC Beuel einen Dauergast in der Mülheimer RWE-Sporthalle. In den letzten beiden Spielzeiten duellierte man sich nicht nur in der Punkterunde. Auch in den beiden Halbfinals empfing der 1. BVM die Gäste aus der Bundesstadt. Die Mülheimer setzten sich beide Male durch und zogen so ins Endspiel um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft ein.

Die jüngsten Erfolge gegen die Bonner sollten der Mannschaft um Alexander Roovers Mut geben, den aktuellen Rückstand von zwei Punkten (Stand: 01.11.2015) aufzuholen. Auch Boris Reichel verbreitet Zuversicht: „Wir erwarten enge und ausgeglichene Begegnungen und in hoffentlich mindestens drei Spielen das bessere Ende für uns.“ Fast traditionell wittert der 1. BVM seine Chance in den Doppeln. Zwei mögliche Siege zum Auftakt würden bei den übrigen Spielern für den erforderlichen Rückenwind sorgen, um am Ende als Sieger festzustehen. Auch in den beiden Herreneinzeln und im Mixed sieht der Coach durchaus gute Erfolgschancen. Es ist also ein hochspannendes Duell auf Augenhöhe zu erwarten.

Insofern präsentiert sich mal wieder Weltklassebadminton in Mülheim an der Ruhr. Zwei Top-Spiele, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

   

Optimismus vor dem nächsten Spieltag

Von Kai Kulschewski

 

(30.09.2015) Nach der mageren Punkteausbeute am Doppelspieltag des letzten Wochenendes ist nun Aufbauarbeit für den 1. BV Mülheim angesagt. Auf eine passende Gelegenheit muss nicht lange gewartet werden, denn schon am kommenden Sonntag trifft man im Badminton-Leistungszentrum in der Südstraße ab 14:00 Uhr auf den Liga-Rückkehrer SG Anspach 1862.

Dass diese Saison eine Übergangsspielzeit darstellt, hat Trainer Boris Reichel oft genug betont. Jorrit de Ruiter tritt seit dem Sommer kürzer, da er seine internationale Karriere beendet hat, die erst 20 Jahre alte Neuverpflichtung Lara Käpplein folgt der ehemaligen Weltklassespielerin Judith Meulendijks und muss behutsam an die Bundesliga herangeführt werden und nach dem Abgang von Fontaine Chapman fehlt dem Team eine klassische Einzelspezialistin. Insofern befindet sich das Team im Umbruch und muss in dieser Saison anderen Vereinen den Vortritt lassen.

Nach vier Spielen stehen erst zwei Punkte auf dem Habenkonto der Mülheimer. Da kommt am Sonntag die SG Anspach 1862 als nächster Gegner gerade recht. Nachdem das Team aus dem Hochtaunus im Jahr 2012 aus der Bundesliga abgestiegen ist, belegte es immer einen Platz unter den besten drei der 2. Bundesliga Süd, ohne jedoch den erneuten Aufstieg zu schaffen. Dass man in der Saison 2015/2016 trotzdem in der höchsten Spielklasse aufschlagen darf, verdanken die Anspacher dem Umstand, dass alle vor ihnen platzierten Zweitligateams freiwillig auf einen Aufstieg verzichteten. So reist der Vorjahresdritte nun zum Bundesligamatch beim 1. BV Mülheim, dem Deutschen Rekordmeister, an. Da sich die Hessen nach ihrem Aufstieg nicht mit neuen Spielern verstärkt haben, ist das Team um BVM-Kapitän Alexander Roovers eindeutig in der Favoritenrolle. Insofern gibt Trainer Reichel auch eine eindeutige Marschrichtung vor: „Wir müssen nun natürlich die Punkte einfahren und dafür sorgen, dass sich die Tabellensituation nach unserem bescheidenem Saisonstart wieder verbessert. Wir werden alles daran setzten, dass jeder in den Spielen wieder zu seiner Bestleistung findet.“ Und da die Zuversicht bekanntlich als Letztes stirbt, sollte man aus Mülheimer Sicht eigentlich optimistisch auf den sonntäglichen Vergleich blicken.

  

1. BV Mülheim mit wegweisenden Duellen am Wochenende

Lara Käpplein (vorne), die Neuverpflichtung des 1. BV Mülheim. Foto: 1. BVM.

Von Kai Kulschewski

 

(22.09.2015) Nach drei Spieltagen in Wartestellung darf nun am Samstag ab 14:00 Uhr der 1. BV Mülheim endlich sein erstes Heimspiel der Bundesligasaison 2015/2016 austragen. Im Badminton-Leistungszentrum (Südstraße 23, 45470 MH) trifft der Deutsche Vizemeister in einer Begegnung des 4. Spieltags auf den SC Union Lüdinghausen.

Nachdem die Münsterländer 2014 ihren ersten Deutschen Meistertitel errangen, konnten sie in der letzten Spielzeit nicht an ihre Leistungen der Vorsaison anschließen und belegten im Endklassement nur den fünften Tabellenplatz. In dieser Saison soll aber vieles besser werden. Dementsprechend gut hat man sich auf die olympische Saison vorbereitet. Der Spielerkader wurde sowohl bei den Damen als auch bei den Herren verbreitert, um etwaige Ausfälle besser kompensieren zu können. Die halbe Liga schien Yvonne Li, die 17 Jahre alte deutsche Nachwuchshoffnung, verpflichten zu wollen. Am Ende hatten die Lüdinghausener das große Talent an der Angel. Zusätzlich wechselte mit Eefje Muskens eine absolute Doppelspezialistin in das Münsterland, denn die Niederländerin ist aktuell unter den Top 10 in der Doppel-Weltrangliste gelistet. Karin Schnaase und die ehemalige Nr. 3 der Welt im Damendoppel, Mizuki Fujii, komplettieren die starke Damenriege. Ob Karin Schnaase am Samstag aufschlagen wird, steht in den Sternen und ist eher unwahrscheinlich. Wie die Mülheimer Johanna Goliszewski und Dmytro Zavadsky tritt die deutsche Spitzenspielerin in dieser Woche bei den Forza Prag Open an und wird dort an Setzplatz 1 geführt. Aber auch die Lüdinghausener Männertruppe lässt sich wahrlich sehen. Mit Ingo Kindervater wechselte aus Bonn zudem ein zuverlässiger Backup in das südliche Münsterland.

Auf den 1. BV Mülheim wartet also ein ganz harter Prüfstein. Für BVM-Trainer Boris Reichel ist die Favoritenrolle dann auch klar verteilt „Lüdinghausen ist in Bestbesetzung favorisiert.“ Wie schon so oft wird es mal wieder auf die Doppel ankommen, denn „Mit gewonnenen Doppeln im Rücken ist ein Unentschieden oder sogar ein Sieg realistisch“, glaubt Boris Reichel. Viele Augen werden sich am Wochenende auf die Mülheimer Neuverpflichtung Lara Käpplein richten. Die von der Zweitvertretung des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim an die Ruhr gewechselte 20-Jährige wird ihr erstes Heimspiel für die Mülheimer Bundesligatruppe austragen.

 

Tags drauf wartet mit dem Auswärtsspiel beim TV Refrath eine ähnliche Herausforderung auf den 1. BVM. „Refrath kann sicher alle Mannschaften in der Liga ärgern, aber auch mal unter die Räder kommen“, so die Einschätzung von Boris Reichel zur Partie am Sonntag. Mit der irischen Neuverpflichtung Sam Magee schlägt nun ein Geschwisterpaar für Refrath auf. Und die Erinnerungen an Mülheim sollten bei Chloe und Sam Magee noch prächtig sein, denn bei den YONEX German Open 2015 erreichte das Mixedpaar immerhin das Halbfinale. Großartige Schwächen scheinen bei dem Team aus dem Bergischen Land nicht auszumachen zu sein. Nochmal der BVM-Trainer: „Der TV Refrath ist sehr ausgeglichen auf allen Positionen. Viel hängt an der Tagesform und der Verfügbarkeit der Spieler ab.“

 

Nach den beiden Wochenendspielen wird das Tabellenbild deutlicher darüber Auskunft geben, welches Team sich in der laufenden Saison eher in der Spitzengruppe oder doch nur im Mittelfeld etablieren wird.

  


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