Die

 Badminton World Federation

ist der weltweite internationale Dachverband. Sie wurde als "International Badminton Federation - IBF" am 5. Juli 1934 in London durch die Badmintonverbände von Dänemark, England, Frankreich, Irland, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Schottland und Wales gegründet. Erster Präsident war Sir George Thomas. 1950 hatte die IBF 18 Mitglieder, 1960 41, 1990 vor der olympischen Premiere 69 und 2008 weltumspannend 164. Am 23. September 2006 wurde bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Madrid der Weltverband in Badminton World Federation (BWF) umgenannt, um aus Imagegründen das Wort Badminton an der ersten Stelle zu haben. Im gleichen Jahr nahmen die Kontinentalverbände entsprechende Umbenennungen vor.

Die BWF wird von einem Präsidium ("Executive Board") aus zwei Präsidenten, sechs Vizepräsidenten und vier Komitee-Vorsitzenden geführt. Darunter ist das "Council" aus 17 gewählten Mitgliedern für die Sacharbeit zuständig. Oberstes Verfassungsorgan ist die jährliche Mitgliederversammlung "Annual General Meeting" (AGM). Sitz der BWF war bis Mitte 2005 Cheltenham in England, danach erfolgte der Umzug der Geschäftsstelle nach Kuala Lumpur. In einer Rundmail vom 22.9.2005 teilte die IBF mit, dass er abgeschlossen sei. IBF-Präsident ist seit Mai 2005 der koreanische Geschäftsmann Dr. Kang Young-Joong, der den thailändischen Minister Korn Thapparansi ablöste. Geschäftsführender Präsident ("Deputy President") wurde gleichzeitig Punch Gunalan aus Malaysia, der "Motor" für viele Neuerungen. 2008 trat dieser jedoch nach internen Streitigkeiten mit Dr. Kang von allen Ämtern zurück. 2009 wurde Dr. Kang für vier Jahre wiedergewählt. Letzter Deutscher im BWF-Council war der ehemalige DBV-Präsident Prof. Dieter Kespohl. Er gehörte dem Gremium von Mai 2005 bis Mai 2009 an. Seine Arbeitsgebiete waren die internationalen Trainingscenter und Coaches Education.
Zur BWF-Organisation. Zur BWF-Führung. Zur BWF-Anschrift.

Die Koreanische Badminton Association muss die Anti-Doping-Maßnahmen ernster nehmen
BWF verhängte 40 000 Dollar Bußgeld
(28.3.14) Wie angekündigt, hat sich die Disziplinar-Kommission des Weltverbandes auch mit dem Fehlverhalten des koreanischen Verbandes im Zusammenhang mit dem Verstoß der beiden koreanischen Spitzenspieler Lee Yon Dae und Kim Ki Jung gegen die Aufenthaltsmeldung (siehe untere Meldung vom 6.2.14) befasst. 
Die Badminton Korea Association (BKA) wurde mit einer Geldbuße von 40 000 US-Dollar belegt (20 000 pro Spieler). Außerdem wurde "ernsthaft angemahnt", dass die BKA ein System aufbaut, in welchem die koreanischen Spieler selbst die Verantwortung für ihre Aufenthaltsmeldungen übernehmen. Darüber hinaus wurde die BKA angewiesen, sich Unterstützung bei der Koreanischen Anti-Doping Agentur zu holen, um umfassende Anti-Doping-Regularien auch im Badmintonverband und bei allen dort handelnden Personen einzuführen. 
Der koreanische Verband hat 21 Tage Zeit, um gegen die Entscheidung Widerspruch einzulegen.
Hier ist die Entscheidung bei bwfbadminton.org nachzulesen.

      

Widerspruch beim CAS noch möglich
Koreanische Superstars Lee Yong Dae und Kim Ki Jung für ein Jahr gesperrt
(6.2.14) Wie der Weltverband BWF meldet, wurden die koreanischen Doppelspezialisten Lee Yong Dae (25, Goldmedaillengewinner im Mixed 2008) und Kim Ki Jung (23, Zweiter im Doppel beim Superseries-Finale 2013) beginnend mit dem 23. Januar 2014 für ein Jahr vom internationalen Spielbetrieb ausgeschlossen.
Als Grund wird angegeben, dass sie 2013 dreimal für Doping-Kontrolleure nicht erreichbar waren weil Verband oder Spieler die Aufenthaltsorte ("Whereabouts") nicht bekannt gegeben hatten. Deshalb seinen Trainingskontrollen nicht möglich gewesen. Die Vorkommnisse am 17. April 2013, am 21. Oktober 2013 und am 29. November 2013 wurden weder vom koreanischen Verband noch von den Spielern bestritten. Verantwortliche der Koreanischen Badminton Association erklärten die Vorfälle dahingehend, dass zu jenen Zeitpunkten, als die WADA-Kontrolleure im koreanischen Taeneung National Training Centre erschienen seien, die beiden Spieler bei nationalen Wettkämpfen im Lande unterwegs gewesen seien. Am 13. Januar hat in Kopenhagen in dieser Angelegenheit beim BWF Doping Hearing Panel eine Anhörung stattgefunden.
Das BWF-Panel hat von einer möglichen Zwei-Jahres-Sperre für die Spieler abgesehen, weil den koreanische Verband eine Mitschuld träfe. Über dessen Bestrafung müsse noch entschieden werden.
Die beiden Spieler haben die Möglichkeit, bis zum 17. Februar 2014 beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne Widerspruch gegen die Sperre einzulegen. Der koreanische Verband hat angekündigt, dass man davon Gebrauch machen werde.
Hier geht es zu der Meldung bei bwfbadminton.org. Hier zu den Einzelheiten der Entscheidungsfindung.
Lesen Sie Olympic champ gets ban from Incheon in der Korea Times vom 28.2.14.

Poul-Erik Hoyer neuer BWF-Präsident
(18.5.13 MK) Bei der Mitgliederversammlung (AGM) der Badminton World Federation in Kuala Lumpur hat er gegen den indonesischen Gegenkandidaten Justian Suhandinata gewonnen. Der 47-jährige dänische Olympiasieger von Atlanta tritt damit die Nachfolge des Koreaners Dr. Kang Young-Joong an, die sich nicht wieder zur Wahl gestellt hatte. Eine Wahlperiode beträgt vier Jahr. Hoyer konnte 145 Stimmen auf sich vereinen, Suhandinata 120. 150 der 179 Mitgliedsverbände der BWF waren vertreten.
Presseberichten zufolge gab er sich nach seiner Wahl gleich als Politiker. Auf die Frage, was er gegen Spielmanipulationen, wie sie etwa bei Olympia Badminton in Misskredit gebracht hatten, unternehmen wolle, antwortete er, das erfülle ihn natürlich mit Sorge, daher würde er die Einrichtung einer Kommission vorschlagen.
Eine Überraschung gab es bei der Wahl des BWF-Deputy-Präsidenten. Amtsinhaber Paisan Rangsikitpho (USA) unterlag gegen Gustavo Salazar Delgado aus Peru mit 118:148 Stimmen. Paisan, der als Vorsitzender des Event-Komitees ein mächtiger Mann in der BWF war, hatte offensichtlich auf das falsche Präsidenten-Pferd gesetzt.
Lesen Sie erste Reaktionen auf die Wahl...
...Former Danish Olympic champion elected new world badminton chief bei xinhua (CHN)
...Dane Hoyer Larsen elected BWF president bei REUTERS (agentur)
...Denmark's Hoyer-Larsen wins BWF presidency bei globalpost (USA)
...Denmark’s Hoyer is new president of the BWF bei THE STAR (MAS).

DBV-Präsident Karl-Heinz Kerst verabschiedet sich vom nicht wieder kandidierenden Dr. Kang...
...und beglückwünschte dessen Nachfolger Poul-Erik Hoyer. Fotos: Edwin Leung

Bei  den Indonesien im Juni dürfen Spieler Linienrichterentscheidungen erstmals überprüfen lassen
BWF lässt Videobeweis zu
(8.5.13) Künftig wird es den Videobeweis auch im Badminton geben. Zumindest auf dem TV-Court bei Großturnieren. Das verkündete der Weltverband BWF in einer Rundmail vom 6. Mai.
Demnach haben Spieler, die auf dem Feld mit der Fernsehübertragung spielen, das Recht, Linienrichter- oder Schiedsrichterentscheidungen überprüfen zu lassen. Dieses Recht (in den Ausführungsbestimmungen "Challenges" genannt) haben sie zweimal pro Spiel. Wird die getroffene Entscheidung durch Anschauen der mit Zeitlupenkameras aufgezeichneten Balllandung bestätigt, hat der Spieler ein Reklamationsrecht verloren. Hat sich sein Gefühl bestätigt und die zunächst getroffene Entscheidung wird korrigiert, bleiben seine beiden Rechte erhalten.
Erstmals zum Einsatz kommen soll die Möglichkeit beim mit 700 000 US-Dollar dotierten Superserie-Turnier Indonesian Open vom 10. bis 16. Juni in Jakarta.

Weltverband erstellt künftig einen Newsletter im pdf-Format
BWF SHUTTLEWORLD: Zurück zu einem Printmedium
(22.4.13) Die Badminton World Federation begnügt sich bei der Verbreitung ihrer Nachrichten nicht mehr alleine mit ihrer Internetseite www.bwfbadminton.org, sondern erstellt künftig vierteljährig einen Newsletter mit dem Titel "Shuttleworld". Das erinnert an die gute alte Weltverbandszeitschrift "World Badminton", die über viele Jahrzehnte die einzige Informationsquelle über das internationale Badmintongeschehen war. Sie erschien erstmals 1972 als Mitteilungsblatt und wurde 1999 als Hochglanzmagazin eingestellt, weil die aufkommende Internetberichterstattung ein gedrucktes Blatt überflüssig zu machen schien.
Die erste Ausgabe des BWF-Newsletters ist jetzt erschienen. Aus dem Inhalt: Einführung des Videobeweises, Parabadminton, Frauenforum, Oceania Confederation, Entwicklungshilfe, Ehrungen. Ansprechpartnerin für den Inhalt ist Gayle Alleyne, Kommunikationsmanagerin im BWF-Office in Kuala Lumpur.
Hier ist Shuttleworld No 1 abzurufen (pdf-Datei).

Li-Ning und Redbull China arbeiten jetzt mit dem Weltverband zusammen
Zwei neue Werbepartner für die Großturniere der BWF
(15.3.13) Die BWF meldete in dieser Woche, dass für den Zeitraum von 2013 bis 2016 Werbepartnerschaften mit dem Sportartikelhersteller Li-Ning und mit dem Energiedrink-Produzenten Redbull China abgeschlossen wurden. Die Zusammenarbeit beziehe sich auf die Weltmeisterschaften in den Individualwettbewerben und in den Mannschaftswettbewerben, also einschließlich Thomas- und Uber Cup.
Erstmals kommt sie beim Sudirman Cup im Mai in Kuala Lumpur zum Tragen, bei dem Li Ning Titelsponsor wurde. BWF-Generalsekretät Thomas Lund voller Stolz: "Durch das Interesse solcher Unternehmen am Badminton wird unterstrichen, dass die Veranstaltungen unsere Sportart in den letzten Jahres die Befähigung erworben hat, für eine weltweite Aufmerksamkeit zu sorgen." 
Lesen Sie BWF Breaks New Ground with ‘Major Events’ Partners bei bwfbadminton.org.

Will auch als Funktionär ganz nach oben: Olympiasieger Poul-Erik Hoyer. Foto: MK

Olympiasieger als BWF-Präsident?
(30.1.13) BE-Präsident Poul-Erik Hoyer hat offiziell verkündet, dass er am 18. Mai 2013 bei der Generalversammlung des Weltverbandes im Kuala Lumpur als Kandidat für die Nachfolge des nicht wieder antretenden Dr. Kang antreten werde. Der dänische Olympiasiieger von 1996 in Atlanta war erst 2010 zum Präsidenten von Badminton Europe gewählt worden.
Hoyer (47) erklärte, er wolle die BWF so weiterführen wie es der derzeitige Präsident getan habe: "Ich stehe für die Einigkeit in unserer Sportart, denn wir benötigen diese Einigkeit, um uns gegenüber anderen Sportarten zu behaupten."
Lesen Sie Hoyers Erklärung zu seiner Kandidatur.
Ob Hoyer als Europäer eine Chance gegen die mächtigen asiatischen Verbände hat, hängt auch davon ab, ob sich die Asiaten auf einen Kandidaten einigen. Ihr Kandidatur eingereicht haben zwei schwergewichtige Geschäftsleute: der Malaysier Sri Mohd Nadzmi Mohd Salleh - Vorsitzender des Autobauers PROTON - und der Indonesier Justian Suhandinata.
Hier geht es zu einer Website, die Suhandinata zur Kandidatur eingerichtet hat. 

BWF-Präsident Dr. Kang kandidiert nicht mehr
(7.12.12) Bei der Sitzung des BWF-Councils in der vergangenen Woche in Bangkok hat der derzeitige Präsident des Weltverbandes Dr. Kang Young-Joong die Council-Mitglieder darüber informiert, dass er im kommenden Mai nicht zur Wiederwahl antreten werde. Er erklärte, dass er die BWF in einer Position der Stärke übergeben könne. Sie sei finanziell gut positioniert und das Interesse an Badminton sei sowohl im asiatischen Markt als auch weltweit gestiegen: "Die Zukunft leuchtet hell für Badminton und die BWF".   
Kang war 2005 erstmals gewählt worden (siehe untere Meldung vom 8.5.05). Anfangs musste er sich die Präsidentschaft mit dem "geschäftsführenden Präsidenten" Punch Gunalan teilen, mit dem er sich dann eine jahrelange Fehde liefert. Aus ihr ging er allerdings 2008 als Sieger hervor. Der mittlerweile verstorbene Gunalan trat von allen Ämtern zurück (siehe Meldung vom 20.5.12).
Lesen Sie Right Time for Succession in 'Strong BWF' bei bwfbadminton.org.

* 2. April 1944 † 15. August 2012

Über Jahre war er der mächtigste Mann im Weltverband
Punch Gunalan verstorben
(15.8.12) Eine der schillerndsten Figuren im internationalen Badminton ist verstorben. Panchantram "Punch" Gunalan, der über viele Jahre mächtigste Mann in der internationalen Badmintonszene, ist heute früh in Subang Jaya (Malaysia) verstorben. Schon seit längerem war bekannt, dass er Herzprobleme hatte, auch von Leberkrebs wird berichtet. Er wurde 68 Jahre alt. Von 1997 bis 2005 war er BWF-Vizepräsident. Zuletzt war er von 2005 bis 2008 "Deputy-President" bis er von dem vom ihm zum BWF-Präsidenten gemachten Dr. Kang ausgebootet wurde (siehe u.a. untere Meldung vom 20.5.08 "Schlachtschiff versenkt"). Verbunden mit seinem Namen bleiben noch heute gültige Reformen wie Änderung der Zählweise oder Einführung der Superseries. Sein erklärtes Ziel war es, Badminton zur erfolgreichsten Racketsportart der Welt zu machen. 
Schon als Spieler war Gunalan ganz vorne dabei. Bei den All-England gewann er 1971 das Herrendoppel mit Ng Boon Bee, 1974 stand er im Endspiel des Herreneinzels. In den Siegerlisten der Asian Games und der Commenwealth Games ist er aufgeführt. Die Presse nannte ihn damals wegen seiner schnellen und überraschenden Attacken "Panther". Er war Malaysias Sportler des Jahres 1969 und 1974.
Auch als Coach war er erfolgreich. Über etliche Jahre managte er erfolgreich die malaysische Nationalmannschaft. Er führte sie als Sportdirektor vor allem durch die Verpflichtung ehemaliger chinesischer Spitzenspieler als Trainer zurück in die Weltspitze. Höhepunkt dieser Lebensphase war der Gewinn des Thomas Cups 1992.

Siehe Meldungen bei...
...BWFbadminton.org  Punch Gunalan Passes Away;
...THE STAR (MAS) Punch Gunalan Passes Away,
...THE STAR  Malaysians remember Punch Gunalan...
...NEW STRAITS TIMES (MAS) Badminton legend Punch Gunalan dies.

Gunalan mit Doppelpartner Ng Boon Bee im Jahre 1972, als die beiden in Oberhausen ihren Doppel-Titel bei den German Open verteidigten.
Gunalan mit Malaysias derzeitigem Superstar Lee Chong Wei anlässlich einer Feierstunde im Januar 2012. Fotos: Edwin Leung
Fiel in Ungnade: Weltkugellogo von 2007.

BWF hat sich neues Logo zugelegt
(13.6.12) Der Weltverband hat sich ein neues Logo zugelegt. Es soll nach einer Presseinformation der BWF "modern, strong und efficent" sein. Damit seien die Kernprizien formuliert, mittels derer der Badmintonsport weltweit vorangebracht werden soll. Das bisherige Logo, das einen Federball in der Erdumlaufbahn darstellte, war erst 2007 in Dienst gestellt worden (siehe unter Meldung vom 16.6.07).
Ebenfalls in Wuhan vorgestellt wurde eine neue Bekleidung für die technischen Offiziellen. Dafür ging die BWF einen Partnerschaft mit der Firma Qingdao Doublestar Mingren Sporting Goods Co. ein.  
Lesen Sie die Presseinformationen bei bwfbadminton.org...
   ...BWF rebrand and launch new logo,
   ...Doublestar gives BWF Technical Officials new look.

BWF-Präsident Kang wendet sich zum Jubiläum an die Mitglieder
Weltverband ist 75 geworden
(7.7.09) Aus Anlass des 75-jährigen Gründungsjubiläums hat sich der Präsident der Badminton World Federation Dr. Kang Young-Joong in einem Rundschreiben an die Mitgliedsverbände gewandt. Er erinnert an die Gründung der damals so getauften International Badminton Federation IBF, die am 5. Juli 1934 durch die Badmintonverbände von Canada, Dänemark, England, Frankreich, Irland, Niederlande, Schottland, Neuseeland und Wales im Bush House in London vollzogen worden sei. Stolz verweist er dann darauf, dass die neun Verbände mittlerweile auf 165 angewachsen wären und Badminton eine weltumfassende olympische Sportorganisation geworden sei, die gerade durch den großen Erfolg bei den Spielen in Peking noch einmal Auftrieb bekommen habe.
Zum Schluss verspricht er, dass er und seine Kollegen in BWF-Council ihr Bestes tun werden, um den anvertrauten Schatz zu sichern und weiterzuentwickeln.    
Lesen Sie das Geburtstagsschreiben.

Jugend-Weltmeisterschaft 2011 nach Taiwan vergeben

(8.6.09) In den Tagungen am Rande des Sudirman Cup im Mai in Guangzhou wurden vom Weltverband BWF die World Junior Badminton Championships 2011 an die Chinese-Taipei Badminton Association vergeben. Lesen Sie 2010 wird bereits im April gespielt...

BWF informiert über Kernbeschlüsse der jüngsten Council-Sitzungen
Ein kleiner Blick in die Zukunft
(30.5.09) Neue Wege geht der Weltverband BWF in seiner Informationspolitik. In einem siebenseitigen Papier sind für die Mitgliedsverbände und die Öffentlichkeit all jene Beschlüsse im Überblick zusammengefasst, die vom BWF-Council und seinen diversen Komitees aktuell gefasst worden sind. Protokolliert sind die Sitzungen in der Woche nach der Neuwahl des Präsidenten und des Councils am 10. Mai in Guangzhou (siehe untere Meldung vom 10.5.09).
Das papier wird eingeleitet mit der Mitteilung, dass Präsident Kang Young-Joong seinen Stiftungsfond auch im nächsten jahr wieder mit 100 000 Dollar ausstatten will. Aus dem Bereich der Entwicklungshilfe (Development Committee) ist zu erfahren, dass das Internationale Trainingscenter in Saarbrücken, dessen erste Arbeitsphase mit den Olympischen Spielen in Peking abgeschlossen war, entgegen bisheriger Meldungen doch wiederbelebt werden soll - wenngleich auch in reduzierter Form. Auch die Arbeit an dem vom letzten deutschen Council-Mitglied Dieter Kespohl vorangetriebenen - und dann abgesagten - internationalen Trainerausbildung soll wieder aufgenommen werden. 
Das Turnierkomitee will den Modus bei der Endrunde von Thomas- und Uber Cups ändern. Nur noch die Erst- und Zweitplatzieren der Gruppenspiele sollen die Endrunde spielen (und nicht auch die Dritten). Außerdem sollen die Viertelfinalpaarungen neu ausgelost werden. Weiterhin wird mitgeteilt, dass die Ausschreibungen für die Turniere der Super Series 2011 bis 2013 noch in den nächsten Wochen erfolgen werden und die Entscheidung, welche Turniere dann dazugehören werden, noch in diesem Jahr fallen soll. Von der bei der WM in Guangzhou im Flurfunk herumschwirrenden Absicht, den Austragungsmodus des Sudirman Cup zu ändern, ist indes nichts zu lesen.

Lesen Sie hier: Key Decisions from Council-Meeting Guangzhou (pdf-Datei).

Mitgliederversammlung 2009 in Guangzhou
BWF-Präsident Kang wurde wiedergewählt - Gegenkandidat Kam gescheitert
(10.5.09) Bei der heutigen Mitgliederversammlung der Badminton World Federation in Guangzhou wurde BWF-Präsident Dr. Kang Young-Joong aus Korea für vier Jahre wiedergewählt. Ebenso erhielten die von ihm vorgeschlagenen Vizepräsidenten Paisan Rangsikitpho (USA) und Gregory Verpoorten (Belgien) das Vertrauen der großen Mehrzahl der Mitgliedsverbände. Damit wurde der Angriff des malaysisichen Großindustriellen Seri Andrew KAM (siehe untere Meldung vom 1.4.09) auf den BWF-Thron abgeschmettert. Auch der europäische Kontinentalverband Badminton Europe hatte sich für eine Wiederwahl Kangs stark gemacht. Damit ist die Ära Gunalan endgültig beendet. Der neue Machthaber sitzt fest im Sattel. Der ehemalige DBV-Präsident Dieter Kespohl ist mit den Wahlen von Guangzhou aus dem BWF-Council ausgeschieden. Er hatte sich nicht mehr um eine Wiederwahl beworben. 
DBV-Sportdirektor Martin Kranitz, der als deutscher Delegierter an dem Meeting teilnahm, in einer Depesche:
Die Ergebnisse der Council-Wahlen hier in Guangzhou.
Dr. Kang - A Kam    162-70 Stimmen
Paisan - R. Bryant     167-59 Stimmen
G. Verpoorten - L. Douglas   166-63 Stimmen
Ein relativ deutliches Ergebnis. Es besteht nun die berechtigte Hoffnung, dass sich das Council als Einheit präsentiert und die vorhandene Energie nicht in Reibereien verpufft.
Lesen Sie...
...
Kang retains seat, Paisan is deputy auf internationalbadminton.org (BWF).
...
A day of mixed fortunes at BWF polls bei THE STAR (MAS).
...Kang Young Joong reelected president of Badminton World Federation bei Xinhua.net (CHN).

Siegreiches Duo: Präsident Kang und sein Vize Paisan.
Vertrat den DBV: Sportdirektor Martin Kranitz. Fotos: Edwin Leung

internationalbadminton.org ist wieder erreichbar
Lösung für Website des Weltverbandes BWF ist gefunden
(9.5.09) Probleme zunächst gelöst. Das meldet Stuart Borrie, der Generalsekretär des Weltverbandes BWF. Die holländische Firma Visual Reality, mit der DBV und neun Landesverbände beim Ergebnisdienst Kroton zusammenarbeiten, hat eine Lösung gestrickt. Borrie schreibt:

To follow up on the memo below, in very short time, BWF has worked with Visual Reality and they have created a new website for the BWF after a significant failure and loss of some data late Monday night KL time on the old site. We have been slowly populating the pages with critical data – it is not all accessible yet, however we are trying to ensure the essential data is available. The process will continue – some of the links currently go to pages on the previous site  - which has now been restored.  However this old site will slowly become redundant. The content of the old site will slowly be transferred to the new BWF site in the coming days and weeks. Please have a look – www.internationalbadminton.org.

Seit Freitagabend sind auf der Seite auch wieder die Weltranglisten verfügbar. Xu Huaiwen steht an 13, Juliane Schenk an 18. Marc Zwiebler belegt Rang 30.

  

Notlink mit Infos zur Jahreshauptversammlung am kommenden Sonntag

Website des Weltverbandes BWF gestört

(6.5.09) Stuart Borrie, der Generalsekretär des Weltverbandes BWF teilte in einer Rundmail an die Mitgliedsverbände mit, dass die Website des Weltverbandes www.internationalbadminton.org zurzeit nicht online ist. Er schreibt am Montag:

This evening, the BWF experienced a major problem with its website and the site is no longer accessible. We are investigating together with our host Emerge and putting in place a recovery plan – some of which can only be implemented Tuesday morning Malaysian time.
In the meantime, the BWF has quickly uploaded some key information on the BWF AGM – on a separate stand alone page – linked here – and moves are now in place to upload a range of pages in another location. Critical information like the BWF World Rankings will be available as soon as possible for Members and tournament organizers.
Our apologies for the inconvenience – we are working hard to provide a solution.

Muss BWF-Präsident Dr. Kang um Wiederwahl bangen?
Malaysia schickt Gegenkandidaten ins Rennen
(1.4.09) Wie es ausschaut, haben die Delegierten bei der nächsten Mitgliederversammlung des Weltverbandes am 10. Mai in Guangzhou die Möglichkeit, zwischen zwei Kandidaten auszuwählen. Nachdem Präsident Kang Young-Joongs Nebenbuhler Punch Gunalan im letzten Jahr alle Ämter aufgeben hat (siehe untere Meldungen vom 20.5.08 und 26.8.08), scheint sich nun ein anderer Malaysier aufzumachen, ihm die Präsidentschaft streitig zu machen. Dies berichtet jedenfalls die malaysische Zeitschrift New Straits Times am 10. März: BAM must support Kam's bid. Als Gegenkandidat soll Seri Andrew KAM, ein Vizepräsident des malaysischen Badmintonverbandes, antreten.
In Guangzhou werden neben dem Präsidenten auch der Stellvertretende Präsident und ein Vizepräsident für die Legislaturperiode 2009 bis 2013 gewählt.
Hier gibt es bei THE STAR ein Foto von Andrew Kam, der der Besitzer des KLRC Berhard (Kuala Lumpur Racket Club) ist und als Gunalan-Freund gilt. Der KLRC trat in der Vergangenheit immer wieder als Sponsor von Turnieren (zum Beispiel in Neuseeland und Bulgarien) oder Spielern in Erscheinung. Auch unsere Rekordnationalspielerin Nicole Grether trat schon als Werbeträgerin für den Club auf und finanzierte so zu einem Teil ihre Turnierteilnahmen. Dem Vernehmen nach soll Mr. Kams Wohlstand aus Geschäften mit Gold- und Silbermineralien stammen, die er in Malaysia und Australien tätigt.

Kein Präsident nur fürs Gratulieren und Medaillen-Umhängen: Dr. Kang Young-Joong (hier bei der olympischen Mixed-Siegerehrung in Peking) entpuppte sich als Machtmensch. Foto: Edwin Leung.

Ausschussvorsitzende bei Weltverband im großen Stil ausgewechselt
Dr. Kang hat aufgeräumt
(26.8.08) Kang Young-Joong, der Präsident der Badminton World Federation, ist offenbar nicht nur Chef eines koreaweiten Bildungsimperiums sondern auch Chef einer Reinigungsfirma. Nach dem gewonnenen Machtkampf gegen seinen Mit-Präsidenten Punch Gunalan (siehe untere Meldung vom 20.5.08) kam es bei der Sitzung des BWF-Councils am 17. August im Rahmen der Olympischen Spiele von Peking zu einer bisher noch nie dagewesenen Umbesetzungswelle im Weltverband. Alle Ausschussvorsitzenden ("Chairman of Committees") die mit Gunalan verbündet waren oder sympathisiert hatten, wurden ausgewechselt. Zwar konnte Kang sie nicht aus dem Council entfernen, da sie von der Mitgliederversammlung des Weltverbandes (AGM) auf jeweils vier Jahre gewählt sind, aber er entfernte sie von Macht und Einfluss. Vor allem der Amerikaner Paisan Rangsikitpho, der beim AGM 2007 in Glasgow eine erste öffentliche Attacke gegen Gunalan geritten hatte und später von diesem strafversetzt worden war, bekam seinen Posten als Chairman des für alle weltweiten Turniere zuständigen "Sport Committees" zurück. Die Schottin Anne Smillie musste ins Glied zurück. Auch der langjährige Chair des Finanzkomitees Tong Wai Lun (Hongkong) musste gehen. Ihn ersetzte Horst Kullnigg aus Österreich. Der frühere Finanzdirektor bei Badminton Europe hatte in der Vergangenheit immer wieder mehr Transparenz eingefordert und meist nur unzureichende Antworten erhalten.
Badminton Europe, deren Funktionäre sich auch als Sieger fühlen dürfen, da sie Kang in der Auseinandersetzung mit Gunalan unterstützt hatten, hat zwar in Peking keine einzige Medaille verbuchen können, der Einfluss im Weltverband ist allerdings wieder deutlich angestiegen.
Gehen mussten auch Roger Johansson (Schweden) als Chairman des Development Committees und Eraj Wijesinghe (Sri Lanka) als Chairman des Administration Committees. Nur der Inder Verma, behielt sein Commercial Committee. Abgezogen von seiner Tätigkeit im Development Committee wurde auch der ehemalige DBV-Präsident Dieter Kespohl, der als Council-Mitglied dort für die BWF-Trainingscenter und die internationale Trainerausbildung zuständig war.
Mitglied der BWF-Athleten-Kommission ist unsere deutsche Europameisterin Xu Huaiwen. Sie vertritt die Interessen der Sportler gemeinsam mit Tania Luiz (Australien), Kaveh Mehrabi (Iran), Bobby Millroy (Canada) und Pedro Yang (Guatemala). Diese Kommission muss sich nun einen Chairman/woman wählen, der dann stimmberechtigt im BWF-Council ist. 
Die Weltmeisterschaft der Senioren/Altersklassen 2009 wurde nach Madrid vergeben. Die nächste Council-Sitzung ist für den 6. Dezember terminiert.
eurobadminton.org hat alle Veränderungen aufgelistet:
Re-shuffle of Committee Chair’s in BWF Council.
Bericht vom BWF-Council-Meeting auf internationalbadminton.org New line up raring for action.

Nachträge zum AGM am 17. Mai
Eraj erläutert
(22.5.08) In einem Rundschreiben an alle Mitglieds-Verbände und Offiziellen hat das aus Jakarta von der indonesischen Polizei aus dem Land hinauskomplimentierte BWF-Council-Mitglied Eraj Wijesinghe aus Sri Lanka (siehe untere Meldung vom 20.5.08) Stellung zu den Vorkommnissen genommen.
Hier ist sein Brief vom 19. Mai nachzulesen.
Gunalan wartete CAS-Urteil nicht ab und trat zurück
(28.5.08) Wie die BWF mitteilt, hat Punch Gunalan mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt als Deputy President und Council-Member der Badminton World Federation erklärt. Er zog damit die Konsequenzen aus dem Misstrauensvotum, das gegen ihn bei der Generalversammlung in Jakarta (s.u.) ergangen war. Bisher war unklar, ob die Abstimmung überhaupt gültig war, da die Rechtmäßigkeit des zugrunde liegenden Antrags erst vom Internationalen Sportsgerichtshof in Lausanne überprüft werden sollte. Dieses Urteil hat Gunalan nun nicht mehr abgewartet. Damit - so hoffen es die BWF-Führungskräfte - herrscht vor allem mit Blick auf die Olympischen Spiele in Peking jetzt endlich wieder Frieden im Weltverband.
Lesen Sie die Pressemiteilung der BWF Punch Gunalan Bows Out vom 28.5.08.

Hat Heerscharen gesammelt: BWF-Präsident Kang Young-Joong.
Hat Heerscharen verloren: Ehemaliger Deputy-Präsident Punch Gunalan. Fotos: Edwin Leung

Präsident Kang hat Matchkampf gewonnen - Deputy-President Gunalan zurückgetreten und abgewählt


Schlachtschiff versenkt


Von Martin Knupp
(20.5.08) So heiß wie erwartet verlief die turnusmäßige Generalversammlung des Weltverbandes BWF (AGM) am vergangenen Samstag in Jakarta. Nachdem die durch das BWF-Council einberufene Außerordentliche Mitgliederversammlung, die als einzigen Tagesordnungspunkt die Abwahl von Präsident Dr. Kang Young-Joong vorgesehen hatte, abgesagt worden war (siehe untere Meldung vom 26.2.08), kam nun der Gegenschlag des amtierenden Präsidenten. Auf einen Antrag der Mongolei hin wurde ein Misstrauensvotum gegen Kang-Gegner und Deputy-Präsident Punch Gunalan zur Abstimmung gestellt. Der wurde dann auch von den AGM-Delegierten mit überwältigender Mehrheit von 142 zu 38 Stimmen angenommen. Der bis dahin übermächtige Gunalan war aber zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr in Jakarta. Nach einer 12-stündigen Council-Sitzung, die am Vortag stattgefunden hatte, war er als Chief Operating Officer (COO) zurückgetreten und gleich darauf abgereist. Ebenfalls überstürzt abreisen mussten Vizepräsident Robin Bryand (Australien) und Council-Mitglied Eraj Wijesinghe (Sri Lnka). Sie hatten in ihrem Hotel plötzlich Besuch von der indonesischen Polizei erhalten. Wie zu hören war, seien sie von dieser auf strafrechtliche Konsequenzen im Zusammenhang mit einem Schreiben an die indonesische Verbandsführung aufmerksam gemacht worden. Badminton.de-Fotograf Edwin Leung: „After ten minutes talking they were escorted by the police to the airport.”
Mit in den Sog des Gunalan-Untergangs geriet auch Karen Koh, Generalsekretärin (COO) des Kontinentalverbandes Badminton Asia Confederation (BAC). Als langjährige Gunalan-Vertraute aus den Zeiten, als dieser noch bei der BAC (damals ABC) tätig war, hatte man sie bereits am Donnerstag zum Rücktritt gezwungen.
Nach dem derzeitigen Stand wäre der sich - wie es seine Kritiker formulieren - wie ein absolutistischer Herrscher aufführende Gunalan damit aus dem BWF-Universum völlig hinauskatapultiert worden. Rechtlich ist dies aber noch nicht endgültig, denn die Zulassung des mongolischen Antrages wird derzeit noch vom Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne überprüft. Dass er überhaupt auf die Tagesordnung kam, dazu bedurfte es einer einstweiligen Verfügung durch den CAS. Die Gunalan-Fraktion hatte ihn im Vorfeld für ungültig erklärt und nicht zugelassen.
DBV-Sportdirektor Martin Kranitz, der als Repräsentant des Deutschen Badminton-Verbandes der Sitzung beigewohnt hatte: „Anfangs ging es recht chaotisch zu. Viele Dinge waren auch undurchsichtig. Verwunderlich war zum Beispiel, dass plötzlich einige Länder viel mehr Stimmen hatten als in den Vorjahren. Man fragt sich zum Beispiel, wieso ein Land wie Sri Lanka seine Stimmen gegenüber den Vorjahren verdoppeln konnte. Die müssten ja in einem Jahr viele tausend Verbandsmitglieder hinzugewonnen haben. Ich glaube aber deutlich verspürt zu haben, wie sich im Verlauf der Sitzung eine immer größere werdende Erleichterung unter den Delegierten breit gemacht hat. Mit der Abwahl von Gunalan ist nun ein lähmender Brocken aus dem Weg geräumt. Mit dem Vorhandensein einer derart großen internen Blockierung ist ja kein Verband handlungsfähig. Ich erhoffe mir durch die neue Situation mehr Transparenz und Klarheit und durch die Installation des neuen Generalsekretärs Stuart Borrie, der aus Neuseeland kommt, eine besser funktionierendes BWF Office."
Das deutsche Council-Mitglied, der ehemalige DBV-Präsident Dieter Kespohl war zum Zeitpunkt der beschriebenen Ereignisse schon gar nicht mehr in Jakarta: "Das AGM war ja eine Woche verschoben worden. Und ich hatte da schon unverschiebbare Termine in Deutschland festgelegt. Das war auch im vorfeld bekannt. Also weiß ich nicht unmittelbar, wie alles abgelaufen ist. Ich habe jedoch Bedenken, ob die Ergebnisse unter rechtlichen Gesichtspunkten gültig sind. Es ist doch ein Unding, dass staatliche Organe in die Autonomie des Sports eingreifen. Meine ausgewiesenen Council-Kollegen hatten überhaupt keine Möglichkeit, vor den Delegierten zu den ausgesprochenen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Und wie ich gehört habe, werden sie es auch nicht auf sich beruhen lassen."
Bleibt zu hoffen, dass nach diesem Befreiungsschlag auch die Sponsorengelder endlich wieder fließen. Der von der BWF den Veranstaltern der Super Series als Zuschuss zugesagte Preisgeldanteil von 100 000 Dollar musste von der BWF getragen werden, da wegen der andauernden Querelen die malaysische Vermarktungsfirma ihre Zahlungen eingestellt hatte. Wie in Jakarta angekündigt wurde, soll für die weiteren Turniere der Serie ein neuer Sponsor gefunden sein.
AHier geht es zu einem Bericht von Badminton Europe Knock-out blow for Punch vom 20.5.08.
Asiatische Presseberichte…
...Agence France Press am 19.5.08 Deputy ousted after 'coup d'etat' claims at BWF.
…THE STAR (Malaysia) vom 18.5.08 Gunalan loses BWF’s vote of no confidence.
...New Straits Times (Malaysia) vom 18.5.08 Gunalan bow out to vote of no-confidence.
…The STAR vom 17.5.08 Karen quits Asian confederation.

 

Außerordentliche Mitgliederversammlung des Weltverbandes kurzfristig abgesagt
(26.2.08) Gestern kam die Meldung, dass der Weltverband BWF die für kommenden Freitag einberufene Außerordentliche Mitgliederversammlung (siehe untere Meldung vom 15.1.08) kurzfirstig abgesagt hat. Man habe, hieß es wenig erhellend in der an die Verbände versandten Mitteilung, bezüglich der Foundation von Präsident Dr. Kang einen Kompromiss gefunden. Wie weiter verfahren werden soll, wird nun das BWF-Council, das am Donnerstag tagt, beraten. Der europäiche Dachverband Badminton Europe, der die Versammlung heftig bekämpft hatte, zeigte sich natürlich zufrieden, verwies aber gleichzeitig auf die vermutlich bereits durch die Flugbuchungen entstandenen Kosten der Mitgliedsverbände. Die europäischen Verbände wurden gebeten, solche Kosten an BE zu melden.
Das Absageschreiben der BWF vom 25.2.2008.

 

Badminton Europe protestiert erneut
Außerordentliche Mitgliederversammlung des Weltverbandes für den 29. Februar einberufen
(15.1.08) Die vom BWF-Council beschlossene Außerordentliche Mitgliederversammlung (EGM) mit dem einzigen Tagesordnungspunkt "Abwahl des derzeitigen Präsidenten Dr. Young-Joong Kang" (siehe untere Meldung vom 19.12.07) ist für den 29. Februar nach Kuala Lumpur einberufen worden. Dieser Tag ist ein Freitag - ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die Teilnahme für Delegierte aus "normalen" Mitgliedsverbänden ist demnach nur mit großem Zeitaufwand möglich. Auch immense Kosten fallen an, da zu jenem Zeitpunkt kein Turnier dort stattfindet, zu dem Verbandsvertreter vor Ort wären.
Prompt hat auch die Führungsspitze von Badminton Europe - Kang-Ünterstützer und Gunalan-Gegner - einen erneuten Protestbrief an die BWF verfasst. Indes wurde schon der erste (siehe untere Meldung vom 20.12.07) nicht beantwortet. Vermutlich wird auch dieses Schreiben im Office in KL in Ablage P landen. Am Tag vor der Mitgliederversammlung findet noch eine Council-Sitzung statt. Dort wird man dann vermutlich erneut trefflich darüber streiten, ob Dr. Kang sie noch leiten darf, oder ob er dieses Recht durch das ausgesprochene Misstrauensvotum verwirkt hat. Das Protestschreiben von Badminton Europe:

Dear Acting COO Vishwa Verma Kumar,
It is with great frustration we note that our concern raised on 20 December 2007 (letter enclosed) has been completely ignored. The decent thing to do would be at least to provide an answer or an explanation. Until this date we have been met with silence.
We are disturbed that an EGM has been called for a number of reasons:
   1. The EGM is only 10 weeks before the AGM.
   2. The EGM is called on a Friday morning. This means that delegates from Europe would need to fly out of Europe on Wednesday thereby losing 3 working days. If the meeting was called on a Sunday as would be the decent thing to do European delegates could fly in on Saturday and leave Sunday evening thereby not losing any working days. The same issue might also apply for delegates from other Continents.
   3. The EGM is called in Kuala Lumpur when there is no other badminton activity going on. If an EGM must be called the decent thing would be to have it a long side an international badminton tournament so that delegates could be chosen from the international badminton family.
   4. The rationale for calling the EGM contains the following wording:
“The Council will meet a day previous to the EGM and peruse the report from Dr.Kang, if provided by him, in respect of the council proposition made to him, to consider dropping the motion in case of his compliance.”
This is hugely insulting as it means that the delegates could travel to KL for the EGM on 29 February 2008 and when they arrive discover that the BWF Council has cancelled the EGM as a result of the Council meeting on 28 February 2008. The Membership would have incurred the considerable expenses for nothing!
   5. The Membership has not received the report of the internal investigation group that was investigating the office relocation process. See explanation on this point below.
Again Badminton Europe must draw your attention to the major expenditure an EGM will be for the Membership and BWF itself (BWF funds also belongs to the Member Associations).
Furthermore Badminton Europe is very concerned with the negative signal BWF Council is sending to the sports world only 6 months before the Olympic Games.
We therefore again protest against the calling of the EGM as we are very concerned with the ethicality of the BWF Council actions. We do intend to have our concern investigated further in order to satisfy ourselves that the EGM does not conflict with ethical principles and in fact good governance.
On behalf of the Badminton Europe Council,
Brian Agerbak, General Secretary Badminton Europe

    

Badminton Europe fordert Absage der Außerordentlichen Mitgliederversammlung

Mitgliedsgelder würden unnötig verpulvert

(20.12.07) In einem Schreiben an die beiden Präsidenten und das Council des Weltverbandes hat das Council des europäischen Kontinentalverbandes Badminton Europe eine Rücknahme der Entscheidung gefordert, eine Außerordentliche Mitgliederversammlung der Badminton World Federation einzuberufen (siehe untere Meldung vom 19.12.07). Diese Maßnahme sei in der Vergangenheit mehrfach ohne besondere Dringlichkeit und Erfolg geschehen und würde nur unnötig "einige hunderttausend Dollars" kosten. Außerdem hätte die Angelegenheit bis zur nächsten turnusmäßigen Mitgliederversammlung im Mai Zeit. Hier das Schreiben:

To BWF Council
It is with serious concern we read your press release of 15 December 2007.
We do not wish to involve ourselves at present in the internal power struggle in BWF. However, we must comment that the action from the Council and the negative publicity is extremely detrimental to the sport of badminton.
We are very unhappy and frustrated by the BWF Council once again calling an Extraordinary General Meeting (EGM). We find this utterly disrespectful to the Membership as calling extra General Meetings, forcing the Membership to travel around the world, costs the Member Associations – the badminton players - several hundred of thousands of dollars.
An EGM was called in December 2004 in order to facilitate the Office relocation. Was it really necessary to have this passed at an EGM? Would an ordinary Annual General Meeting not have sufficed?
Another EGM was called in September 2006 to pass a new constitution. The main reason at that time was to give Council the liberty to form a commercial company. To date a company has not been formed. We are pleased that BWF has not set up the company for a number of reasons, tax issues one of the more serious ones, but must again address that the calling of this meeting was hardly necessary.
Now the Membership is facing another EGM. This time internal issues in the Council are the reason and the removal of the President. Is this really so urgent that it is necessary to waste more Membership money on Extra Meetings? Of course you will say yes, but is this yes bound in political advantages in having an EGM where less Member Associations will be present and the possibility to decide on a remote location. If so this yes is indeed shameful.
We also consider it highly inappropriate to call an EGM before the report of the internal investigation group has been issued and considered by Member Associations. The internal investigation group was formed by Council to investigate the BWF Office relocation following the turmoil at the 2007 AGM. Certainly part of the reasons for calling an EGM, which Council has indicated in their press release by referencing the internal tension, has some connection to this investigation. Therefore calling an EGM on these grounds is at best wrong and harmful to the credibility of the BWF in not involving and reporting back to the Member Associations.
We urge you to reconsider the decision of calling an EGM and refer the matter to the Annual General Meeting in May in Indonesia. This would be a sign of democratic understanding and appreciation of the Memberships financial resources.
On behalf of Badminton Europe Council,
Brian Agerbak, General Secretary Badminton Europe

     

Führungs-Konflikt beim Weltverband BWF eskaliert
Außerordentliche Mitgliederversammlung soll Präsidenten abwählen
(19.12.07) Das Tischtuch ist offensichtlich zerschnitten. Bei den Sitzungen des Councils des Weltverbandes, die in der letzten Woche in Kuala Lumpur stattfanden, wurde vom Council der Beschluss gefasst, bereits im Februar 2008 eine Außerordentliche Mitgliederversammlung (Extraordinary General Meeting) einzuberufen. Tagesordnungspunkt: Abwahl des derzeitigen Präsidenten.
Gravierendste Kritik an Präsidenten Dr. Young-Joong Kang bei der vorhergehenden Diskussion war die Rolle der von diesem an der Badminton World Federation (BWF) vorbei gegründeten
World Badminton Foundation. Dies ist eine öffentliche Stiftung, die ursprünglich einmal angedacht war, für die BWF als Geldsammelstelle zur Entwicklung des Badmintonsports zu dienen. Die Vorwürfe lauteten aber nun, dass Dr. Kang sie völlig losgelöst vom Weltverband gemeinsam mit koreanischen Geschäftsleuten und Ex-Politikern gegründet habe und die Gelder dazu verwende, bei Mitgliedsländern für sich Stimmung zu machen. So musste sich beispielsweise der Vertreter des afrikanischen Kontinentalverbandes der Frage stellen, ob es stimme, dass seiner Organisation von Dr. Kang 300 000 US-Dollar übergeben worden seien.
Dr. Young-Joo Kang gilt als einer der reichsten Koreaner.
Forbes listet ihn im Juli 2007 auf Platz 18 mit einem geschätzten Vermögen von 720 Millionen Dollar auf. Eine millionenschwere Stiftung auf die Beine zu stellen, dürfte demzufolge kein Problem für ihn sein.
Das deutsche Council-Mitglied, der ehemalige DBV-Präsident Dieter Kespohl wollte sich zu Einzelheiten der Sitzungen nicht äußern: "Ich bitte um Verständnis dafür. Ich will nur so viel sagen, dass aufgrund der seit dem Frühjahr andauernden Kontroverse zwischen der Mehrheit der Council-Mitglieder und dem Präsidenten wegen etlicher, nach Meinung des Councils, eigenmächtiger Entscheidungen, ein solcher Beschluss absehbar war."
Die Badmintonwelt kann sich also auf die spannende Frage freuen, welcher der beiden verfeindeten Parteien es gelingt, bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung die Mehrheit der etwa 150 Nationalverbände für sich zu mobilisieren. Auf der einen Seite stehen der geschäftsführende Präsident Punch Gunalan - dem die Kang vorgeworfenen Praktiken in der Vergangenheit auch nachgesagt wurden - mit dem allergrößten Teil der Council-Mitglieder, auf der anderen Seite die Gefolgschaft von Präsident Dr. Kang, zu der auch die Badminton Europe Confederation zu zählen ist. Deren Verhältnis zu Gunalan ist zerstört, seit er nach Kurfürsten Art das Office von England nach Kuala Lumpur holte und den derzeitigen BE-Präsidenten Tom Bacher als BWF-Vizpräsidenten abservierte (siehe untere Meldung vom 27.7.03). Der Ort der Mitgliederversammlung steht noch nicht fest, mit seiner Auswahl hat das Council Gunalan beauftragt. Auf jeden Fall ist damit zu rechnen, dass wieder jede Menge CO2 produziert wird, wenn die Parteien ihre Unterstützer-Delegierten um den Erdball zu fliegen lassen.
Hier die Presseerklärung der BWF vom 15.12. zu dem Thema:

Council had an extended discussion with the President on the conflicts associated with his role in the World Badminton Foundation he established in 2007 and which is not under the jurisdiction of BWF. The Council was concerned that it was competing with the International Federation, it was circulating documents critical of the BWF Council and individual officers and they raised other very serious issues relating to the appointment of trustees to the Foundation.
Council members expressed grave concerns about the Presidents ability to provide effective leadership of the BWF and settle the internal tensions to which he was contributing.  Council acted decisively by confirming its previous vote of no confidence and also decided an Extraordinary General Meeting should be held early in 2008. Council will recommend to members at this meeting early termination of Dr Kang Yoong Jong in the role of President.  

Neues Personal soll Arbeit des Hauptquartiers in Kuala Lumpur verbessern
BWF bietet Karrieremöglichkeiten
(13.12.07) Die internationale Kritik an der unzulänglichen Arbeitsweise des BWF-Offices seit dem Umzug nach Kuala Lumpur, hat offensichtlich seine Wirkung getan. Bei seiner Sitzung in dieser Woche hat das BWF-Council jedenfalls eine Runderneuerung der Office-Arbeit beschlossen. Und dazu soll neues Führungspersonal eingestellt werden: ein Secretary General, ein Commercial Director und ein Director of Development. Außerdem soll die Website erneuert werden. Bewerbungsschluss ist der 11. Januar.
Hier sind die Stellenausschreibungen nachzulesen.

Die Zeiten gemeinsamer Presse-konferenzen (hier 2005 in Peking) sind vorbei: Jetzt geben die BWF-Präsidenten Kang (re) und Gunalan jeder ihre eigene. Damals hörte Kang, der des Englischen nicht mächtig ist, noch zu, wenn Gunalan die neue Badmintonwelt erklärte. Foto: Knupp

BWF-Krach: Gegenseite stellt ihre Sicht der Dinge dar – Paisan muss sich seiner Familie widmen
Genau anders herum - Kang offenbar isoliert
(20.8.07) Es sei genau umgekehrt – dies ist die schlichte Zusammenfassung einer Pressekonferenz mit der fünf Mitglieder der Führungsspitze der Badminton World Federation am Sonntag in Kuala Lumpur auf die Vorwürfe von BWF-Präsident Kang Young-Joong vom Vortag reagierten (siehe untere Meldung vom 18.8.07). Nicht Gunalan regiere diktatorisch sondern der Präsident tue dies, wenn er die mehrheitliche Meinung seines Councils ignoriere (Verma sprach von "wiederholt") und mit eigenen Entscheidungen über sie hinweggehe. Dass es dieser Haltung und Vorgehensweise des Präsidenten kein Vertrauen schenke, habe die Council-Versammlung mit einer 14-5 Stimmenmehrheit deutlich gemacht.
Fünf Mitglieder aus der Top-Etage des Weltverbandes waren als Reaktion auf Kangs Vorwürfe am letzten WM-Tag vor der malaysischen Presse aufgetreten: der geschäftsführende Präsident Punch Gunalan, die Vizepräsidenten Robin Bryant (Australien) und V.K. Verma (Indien), der für IOC-Kontakte zuständige Roger Johansson (Schweden) und das Council-Mitglied Anne Smillie (Schottland).
Nach diesem Auftritt scheint es so, als sei Kang in eine gewisse Isolation geraten. Im Amt ist er noch bis zur AGM, der internationalen Mitgliederversammlung bei der WM  2009 in New Delhi.
Bezeichnendes am Rande: Der thai-stämmige Amerikaner Paisan Rangsikitpho verlor seinen Posten als mächtiger „Chair of Events“. „Aus familiären Gründen“ habe er keine Zeit mehr dafür, hieß es offiziell. Sein Amt wird künftig von Anne Smillie - die sich in diesem Jahr über die Ausrichtung des Sudirman Cups im heimischen Glasgow freuen durfte - wahrgenommen. Der Vorsitzende des Event-Komitees hat die Oberaufsicht über alle internationalen Turniere. Dazu ist anzumerken, dass Paisan - ehemals von Gunalan als Vertreter Amerikas in der BWF aufgebaut - der Mann war, der beim AGM am 16. Juni in Glasgow plötzlich das Schreiben aus der Tasche zauberte, in dem Gunalan angeblich dem malaysischen Mitkonkurrenten die Konditionen mitgeteilt hatte, die andere interessierte Verbände für den angestrebten Umzug des IBF-Offices geboten hatten. Zur Aufklärung dieser Vorgänge sei eine Untersuchungskommission eingesetzt worden, hieß es bei der Pressekonferenz.
Während der Endspiele wurde in den Zuschauerrängen ein Transparent entrollt, in dem Gunalan zum Rücktritt aufgefordert wurde - siehe verlinkten Bericht des STAR
. Wie ein deutscher Zuschauer beobachtete, wurde dieses aber rasch entfernt und einer der beiden Protestler von Sicherheitskräften abgeführt. 
Lesen Sie…
All’s well, say BWF in The Star vom 20.8.07
There was no coup d’etat in New Straits Times vom 20.8.07.
...Anne Smillie is new Chair of Events Presseverlautbarung der BWF.

Mehr in
Edwin Leungs Photo Gallery

Robin Bryant, V.K. Verma, Guna-lan, Roger Johansson und Anne...
Smillie (v.l.) stellten vor der Presse ihre Sicht der Dinge dar.
Auseinandersetzung fand in Malaysia riesiges Presseecho.
Präsentierte den WM-Journalisten schöne Story:
BWF-Präsident Dr. Kang. Fotos Edwin Leung.

Bei der WM in Kuala Lumpur gab es offenen Krach in der BWF-Spitze
Präsident Kang unterstützt Rücktrittsforderung an geschäftsführenden Präsidenten Gunalan
(18.8.07) Schon seit etlichen Wochen war bekannt, innerhalb der Führungsspitze des Weltverbandes gibt's jede Menge Zoff. Eigentlich wurde damit gerechnet worden, dass es beim Sudirman Cup in Glasgow zu einer offenen Auseinandersetzung kommen würde. Dort allerdings kam es bei der Mitgliederversammlung der WBF (AGM) zu keiner Entscheidung, obwohl überraschend Materialien aus dem Hut gezaubert wurden, mit denen Punch Gunalan in die Defensive gedrängt werden sollte. Der starke Mann des BWF soll den Umzug des damaligen IBF-Office vom englischen Cheltenham nach Kuala Lumpur mit unlauteren Mitteln vorangetrieben haben - eine Offenbarung die keinen Beobachter wirklich überraschte (siehe untere Meldung vom 2.12.04).
Undurchsichtig blieb die Gesamtsituation für Außenstehende - aber auch für Council-Mitglieder selbst - vor allem deshalb, weil das Council in seiner Mehrheit wohl hinter Gunalan steht. Offener Anlass für den Streit zwischen Kang und Gunalan war die Weiterbeschäftigung des neu eingestellten BWF-Geschäftsführers Ganga Rao, dessen Status von Kang Mitte April - also vor Ende der Probezeit - eigenmächtig als "chief operation officer" (COO) hochgestuft worden war, obwohl er auch immer noch Geschäftsführer beim malaysischen Verband war. Ein Vorgang, den Gunalan wohl als Affront angesehen haben muss. Ganga, damals Geschäftsführer der Badminton Association of Malaysia’s (BAM) war am 1. Januar 2007 als general manager bei der BWF eingestellt worden.
Am 4. Juni wurde Ganga dann suspendiert. Bei den BWF-Sitzungen im Rahmen des Sudirman Cup in Glasgow wurde zu diesem Vorgang eine interne Untersuchungskommission eingesetzt. Ganga entschied aber am 29. Juni, dieser nicht zur Verfügung zu stehen. Daraufhin wurde er am 4. Juli wegen "Insubordination" formell entlassen. Dagegen zog er vor Gericht. Der malaysische High Court entschied am 27. Juli gegen ihn.
Ob es andere Ursachen für das Zerwürfnis von Kang - der pikanterweise 2005 von Gunalan für das Präsidentenamt gewonnen wurde - und Gunalan gibt, ist unbekannt. Außerdem sehen im Zuge der Anfeindungen gegen den Reformator Gunalan, der neben dem Office-Umzug auch die neue Zählweise durchboxte, die renovierte Turnierklassifikation mit der Super Series schaffte und weltweite Trainingszentren für Entwicklungsnationen - unter anderem in Saarbrücken, schuf, ehemalige Kontrahenten, denen er auf die Füße trat, nun eine Chance, es dem umtriebigen Mehrheitsbeschaffer heimzuzahlen. 
Heute indes setzte am Rande der Weltmeisterschaft in Kuala Lumpur BWF-Präsident Dr. Kang Young Joong überraschend eine Pressekonferenz an. In der verwies er auf Rücktrittsforderung des malaysischen Sportministers in Richtung von BWF-executive deputy president Punch Gunalan. Dazu erklärte der koreanische Businessman: "Nach meiner persönlichen Einschätzung war diese Forderung notwendig um nicht nur den guten Ruf Malaysias, sondern auch den der BWF nicht zu gefährden. In der gegenwärtigen Krise sind die Beratungen entartet und rationale Diskussionen nicht mehr möglich. Eine kleine Gruppe hat sich ein persönliches Königreich geschaffen und sie sähe meine Rolle gern auf die eines zeremoniellen Präsidenten beschränkt. Leute dieser Gruppe sind unter der Fahne der Entwicklungshilfe durch die Welt gereist, in Wahrheit dienten diese Reisen aber nur dazu, die Stimmen für den eigenen Machterhalt zu sichern."
Anlass dieser Kangschen Philippika war offensichtlich der Verlauf der Council-Sitzung. Hier zeigte sich erneut, dass das BWF-Council in großen Teilen auf der Seite von Gunalan steht. Kang, der anscheinend nicht mehr das Vertrauen der Versammelten besaß, übergab diesem schließlich sogar die Sitzungsleitung. In der in KL verteilten Pressemitteilung der BWF heißt es lapidar, das Council habe sein Mißfallen über die Vorgänge in Glasgow ausgesprochen und die malaysische Sportministerin solle sich nicht in Angelegenheiten einmischen, die sie nichts angingen.

Wen es interessiert...
...Malaysian promoted to COO of BWF - The STAR vom 21.3.07
...BWF fires COO Ganga Rao - The Star vom 5.7.07
...Ganga files court injunction against BWF - The Star vom 5. 7.07
...
Official Statement - BWF vom 6.7.07
...
Kuala Lumpur Hight Court Decision - BWF vom 27.7.07
...Clarification - BWF vom 1.8.07.
...To make badminton number one racket sport - Xinhua vom 15.8.07.
...Azalina demands explanation from Punch - New Straits Times vom 17.8.07.
...Safe guarding Malaysia’s good name - The malay mail vom 17.8.07.

Das bisherige...
Logo des Weltverbandes.

BWF präsentierte in Glasgow ihr neues Logo
(16.6.07)  Ein Federball fliegt in eine Erdumlaufbahn. So scheint auf den ersten Blick das Motiv des neuen Logos (s.o.), das der Weltverband während der Mannschafts-WM in Glasgow vorstellte. "Badminton Unites the World" war dann auch der Slogan, den nach Vorgabe des von November 2006 bis Januar 2007 laufenden internationalen Wettbewerbs das neue WBF-Logo symbolisieren sollte. Ansonsten steht der Entwurf in Farbe und Form in der der Tradition des bisherigen Logos, das jahrzehntelang verwendet wurde. Lediglich nach der Umbenennung der International Badminton Federation in Badminton World Federation im September 2006 war es modifiziert worden. Der ausgewählte Entwurf stammt von dem Indonesier Aboeb Luthfy, der sich über das Preisgeld von 5000 US-Dollar und eine Reise zur gestrigen Preisverleihung nach Glasgow freuen durfte.

Aus über 1600 Einsendungen wurde der Entwurf von Aboeb Luthfy ausgewählt, der das Preisgeld von 5000 US-Dollar bei der Logo-Präsentation in...
...Glasgow in Empfang nahm. Nach eigenen Angaben will der Indonesier es für die Ausbildung seiner Kinder verwenden. Fotos: Edwin Leung.

Ausschluss des Russian Badminton Federaton vom internationalen Sportgerichtshofs bestätigt

Hängepartie um russische BWF-Mitgliedschaft scheint beendet

(5.1.07) Die Führung der Badminton World Federation frohlockt. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hat bestätigt, dass der Ausschluss der Russian Badminton Federaton (RBF) aus dem Weltverband rechtens war. Dies gab die BWF heute bekannt. Auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz in Kuala Lumpur erklärte der geschäftsführende BWF-Präsident Punch Gunalan zufrieden: "Es ist sehr bedeutsam, dass der CAS im Sinne der BWF entschieden hat. Nun können wir nach vorne schauen und die Entwicklung des Badmintonsports in Russland gemeinsam mit einem neuen Verband in Angriff nehmen." Der Ausschluss war vom BWF-Council vorgenommen worden, weil der RBF unter dem in Russlands Badminton angefeindeten Präsidenten Vladimir Lifshitis nicht mehr von den nationalen russischen Sportorganisationen anerkannt gewesen sei.  
(Siehe untere Meldungen vom 6.5.06 "Russland wurde ausgesperrt".)
Damit schaut es so aus, als könne nun der Konkurrenzverband aufgenommen werden. Der hat sich bereits im Herbst 2005 als "National Badminton Federation of Russia" gegründet. Er war auch in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von der (damaligen) IBF bereits anerkannt worden. Am 31. Januar 2006 hatte allerdings der CAS in einem ersten Verfahren der Klage des alten Verbandes nachgegeben, diese Anerkennung rückgängig zu machen. Diesmal war die BWF für die Verhandlung in Lausanne offenbar besser gerüstet gewesen.
Die vollständige Pressemitteilung der BWF.
Siehe auch Information to Russian Players bei
internationalbadminton.org.

  

Südseefederball
(5.1.07) Als weiteres BWF-Mitglied neben den neuen Russen begrüßt unser Weltverband derzeit auch die Tuvalu National Badminton Association. Der Verband des neun Inseln umfassenden Südseestaates Tuvalu - gelegen nördlich der Fiji Inseln - ist Mitglied von Badminton Oceania. Er repräsentiert gerade mal 80 Verbandsmitglieder. Weniger also, als die meisten der 2700 deutschen Badmintonvereine. 
The new member of BWF.
Wie ein guter deutscher Verein hat der Verband TNBA auch schon eine Website. Aber wie es sich für eine richtige Südseeinsel auch gehört, ist sie noch unberührt. Immerhin hat auf den Inseln am 1. Oktober 2006 bereits die erste Nationale Badminton Meisterschaft stattgefunden.

WM 2010 nach Paris vergeben

(18.12.06) Bisher war Frankreich nicht unbedingt eine Weltmacht im Badminton-Imperium. Das ändert sich aber derzeit. Zunächst musste unsere Nationalmannschaft vor kurzem zwei Länderspiel-Niederlagen hinnehmen, dann gehört Frankreich neben Dänemark, England und der Schweiz zu den vier europäischen Turnieren in der Top-Turnierklasse "Super Series" der BWF und nun ist auch noch die Weltmeisterschaft 2010 nach Paris vergeben worden. Das beschloss jedenfalls das BWF-Council während seiner jüngsten Sitzung, die vom 13. bis 17. Dezember im Hotel Istana in Kuala Lumpur stattfand.

Eine wichtige Entscheidung wurde für den Turnierbetrieb der Super Series - allerdings nur für diese - gefällt. Die sogenannte "National Seperation" wurde aufgehoben. Das heißt, die zum Beispiel vier chinesischen Damen werden nicht mehr gleichmäßig in die Viertel des Turnierplans verteilt, sondern es wird nach dem Setzen ohne Einschränkung gelost. Davon verspricht man sich mehr internationale Vielfalt in den Schlussrunden.
Weiter gekommen ist man bezüglich der internationalen Trainerausbildung, die unter der Leitung des ehemaligen DBV-Präsidenten Dieter Kespohl, derzeit Council-Mitglied für Entwicklungsangelegenheiten, im laufenden Jahr konzipiert wurde. Bis 2008 will man "professionell trainierte" Coaches haben.

Bekannt gegeben wurde auf der von den BWF-Präsidenten Dr. Kang Young Joong und Punch Gunalan gestern abgehaltenen Pressekonferenz auch, dass das BWF-Office innerhalb Kuala Lumpurs noch einmal umziehen wird. Die bisherigen Räumlichkeiten seien für das Managen des expandierenden Weltverbandes nicht mehr ausreichend. Weiterhin wurde der Posten des "General Managers" der BWF besetzt. Ernannt wurde für das Amt, das früher einmal Neil Cameron bekleidet hat (vgl. untere Meldung vom 16.11.03) der bisherige General Manager der Badminton Association of Malaysia Ganga Rao. 
Zu Beginn des Council-Meetings war für Punch Gunalan eine Feier arrangiert worden. Anlass war die Verleihung eines hohen Ordens durch den bulgarischen Präsidenten und die gleichzeitige Vergabe einer Ehrenprofessur durch die Nationaluniversität in Sofia. Gunalan hatte sich die Verdienste vor allem dadurch erworben, dass er eines der drei BWF-Trainingscentren nach Sofia vergeben hatte. Wie sagt doch der Kölner: Man kennt sich und man hilft sich.
Lesen Sie...
Punch Feted in Kuala Lumpur auf badmintonasia.org vom 14.12.06
Ganga receives an offer he can’t refuse aus THE STAR vom 18.12.06.

IBF hält bei der WM eine Außerordentliche Mitgliederversammlung ab

(11.8.06) Der Internationale Dachverband hat die Einladungen zu einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung (EGM) verschickt. Sie soll am 24. September während der Weltmeisterschaft in Madrid stattfinden. Es ist das dritte Außerordentliche Meeting in den letzten vier Jahren, was die turbulenten Zeiten widerspiegelt, in der sich die IBF befindet. Die jetzige Sitzung war allerdings bei der jährlichen "normalen" Mitgliederversammlung im Mai in Tokio angekündigt worden (s. untere Meldung vom 6.5.06). Vor allem geht es darum, eine Vermarktungsgesellschaft zu gründen, die nicht unter die malaysischen Steuergesetzgebung fällt. Die hatte nämlich nach dem Umzug des Offices von England nach Kuala Lumpur plötzlich beim IBF-Schatzmeister an die Tür geklopft. Außerdem müssen die Planungen bezüglich der Einrichtung der Super Series oberhalb der Grand-Prix-Turniere abgesegnet werden. Überdies soll der Name des Weltverbandes in Badminton World Federation abgeändert werden. Hintergrund ist die Überlegung, dass durch die Plazierung des Wortes Badminton an die erste Position, die Wahrnehmung unserer Sportart verstärkt wird und eine bessere Vermarktung möglich ist. Die Europäische Badminton Union hat in diesem April bei ihrer Mitgliederversammlung schon die Umstellung zu Badminton Europe vollzogen. Der asiatische Verband heißt mittlerweile Badminton Asia Confederation, die Pan American Badminton Confederation firmiert unter Badminton Pan Am.

Es gab bei der Mitgliederversammlung in Tokio keine weiteren Diskussionen mehr

     

Rallypoint-Zählweise von der IBF endgültig beschlossen

  

Von Martin Knupp
(6.5.06) Mit mehr erwartungsvoller Spannung als das Uber-Cup-Finale am Nachmittag wurde das Annual General Meeting (AGM) der IBF erwartet, das heute Vormittag im Keio Plaza Hotel in Tokio stattfand. Stand doch eine Entscheidung auf der Tagesordnung, die weitreichende Folgen für die Badmintonwelt hat. Aber es war ebensowenig spannend wie die 3:0-Spiele, die Chinas Damenriege hier hingelegt. Bei Punkt sieben der Tagesordnung "Laws of Badminton" erfolgten nur zwei Wortmeldungen. England sprach sich für eine Verlängerung der Testphase aus, Dänemark artikulierte Skepsis, ob die Satzdauer bis 21 die richtige sei. Aber beide Anmerkungen mündeten nicht einmal in förmliche Antraege. Dann erfolgte die Abstimmung. Ohne Gegenstimmen wurde beschlossen, dass die seit dem 1. Februar bei den internationalen Turnieren verwendete "Rallypoint-Zählweise" nun formal als offizielle Zählweise fuer den Badmintonsport gilt.
Es ist davon auszugehen, dass die Umsetzung im Bereich des DBV in gleicher Weise erfolgt wie bei den letzten Änderungen der Zählweise. Damals wurde in einem offiziellen Rundschreiben an die Landesverbände und Vereine mitgeteilt, zu welchem Zeitpunkt die neue Regel "für alle Spiele bei Turnieren und Mannschaftswettkämpfen in allen Ligen und Leistungsklassen" im Hoheitsgebiet des DBV in Kraft tritt. Als Datum wurde in der Vergangenheit der 1. August gewählt (siehe Zählweisenkrieg). Der DBV-Verbandstag im Juni in Gera könnte natürlich diesmal eine andere Vorgehensweise beschliessen.  

Ueberraschende Entscheidung im "russischen Fall" beim AGM in Tokio

Russland wurde ausgesperrt

(6.5.06) Neben der Abstimmung ueber die Aenderung der Zaehlweise hatte noch eine zweite Angelegenheit in der vergangenen Woche hier in Tokio beim Thomas- und Uber-Cup fuer Gespraechsstoff gesorgt. Bekanntlich hat sich neben der Russian Badminton Federaton (RBF) vor ein paar Monaten ein zweiter russischer Badmintonverband gegruendet, der wohl auch die Zustimmung der nationalen russischen Sportorganisationen gefunden hat. Wer aber ist nun rechtmäßiges Mitglied der IBF? Die IBF-Führung favorisierte den neuen Verband. Der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne hatte sie aber belehrt, dass Mitglied die RBF sei, denn ein Mitglied koenne man nicht so einfach hinauswerfen (siehe Meldung vom 13.2.06).
Heute zu Beginn der Mitgliederversammlung ueberraschte nun der geschaftsfuehrende IBF-Präsident Punch Gunalan die verdutzten Delegierten mit der Erklärung, Russland sei von der Mitgliederversammlung ausgeschlossen. Dies habe das IBF-Council am Tage zuvor beschlossen. Man habe einen unabhangigen Rechtsberater ("Legal adviser") den Fall prüfen lassen und der sei zu der Feststellung gekommen, dass die RBF derzeit keinen legalen Status in Russland habe. Und ein Verband der keinen legalen Status habe, koenne nicht Mitglied der IBF sein. Der im Saal anwesende RBF-Präsident Vladimir Lifshitis, der offenkundig über die Entscheidung informiert war, schwieg zu alledem. Auch der Präsident des neuen russischen Verbandes Mikhailovich und sein Vize, der ehemalige Spitzenspieler Andreij Antropov, ergriffen nicht das Wort. Die Aufnahme des neuen Verbandes wurde aber auch nicht diskutiert, dazu lag aus unerfindlichen Gründen gar kein Antrag vor. Aus nichtdeutschen(!) Council-Kreisen war zu erfahren, dass die Council-Entscheidung am Vortag zustande gekommen sei, ohne dass den Council-Mitgliedern irgendwelche schriftlichen Unterlagen vorgelegen hätten. Die seien irgendwie und -wo im IBF-Office verloren gegangen, koennten aber natuerlich jederzeit beim Legal Adviser in dessen Büro eingesehen werden. Ob sich Lifshits damit geschlagen gibt, bleibt abzuwarten. Antropov war jedenfalls mit dem Etappensieg zufrieden.  

    

IBF-AGM 2006 Teil drei
Um zwoelf Uhr wurde bereits zum Lunch gebeten
(6.5.06)  Es war ein eine zuegige Generalversammlung, zu der sich im Tokioer Keio Plaza Hotel 154 Delegierte aus 130 Laendern versammelt hatten. Trotz Einfuehrung einer neuen Zaehlweise und Befassung mit der Problematik zweier russischer Verbaende bat Versammlungsleiter Punch Gunalan bereits um 12 Uhr zum Lunch. Was natuerlich auch daran lag, dass Wahlen nicht anstanden, da die Council-Mitglieder jetzt immer fuer vier Jahre im Amt sind.
Es waere noch schneller gegangen, waere nicht eine knifflge juristische Frage immer wieder hinterfragt worden. Ist ein Antrag noch gueltig, der zur Zeit der Antragstellung von einem uneingeschraenkt antragsberechtgten Mitglied gestellt wurde, wenn dieses Mitglied zur Zeit der Behandlung des Antrags nicht mehr Mitglied ist. Dies betraf einen Misstrauensantrag der am Vortag ausgeschlossenen Russischen Badminton Federation gegen den geschaeftsfuehrenden Präsidenten Gunalan. Da die Russen kurzfristig als nicht existent erklärt worden waren, strich Versammlungsleiter Gunalan den Antrag. Warnende Stimmen aber meinten, es würfe ein schlechtes Licht auf die IBF, wenn das Gremium, dem die angegriffene Person angehöre, kurzerhand den Antragsteller ausschließe und damit eine Behandlung der Vorwürfe unterbinde. Ausdrücklich erklärten alle Sprecher die Angriffe gegen Gunalan jedoch als haltlos. Am Ende wurde der Antrag mit mehrfachem Hinweis auf entsprechende Passagen der IBF-Satzung nicht behandelt. Vielmehr ließ sich Präsident Kang die Council-Entscheidung vom Vortag von den Mitgliedern absegnen.
Klagen gab es von EBU-Präsident Tom Bacher, dass wichtige Versammlungsunterlagen den Mitgliedern erst am Morgen der Versammlung zur Verfuegung gestellt werden wuerden. Vom Podium versprach man Besserung. Im September soll es in Madrid eine ausserordentliche Migliederversammlung geben. Dort soll schwerpunktmäßig darüber getagt werden, wie die IBF sich eine Steuerspargesellschaft konstruieren kann. Man hat nach dem Umzug von England nach Malaysia naemlich ploetzlich festgestellt, dass der malaysische Staat Steuern von den geschaeftlichen Aktivitäten der IBF haben will.
Zum IBF-Haushalt bzw. zur Verwendung der Gelder gab es von keinem Delegierten eine Frage.
Das naechste normale AGM wurde fuer den 17. Juni 2007 anlaesslich der Mannschafts-WM (Sudirman Cup) in Glagow angekuendigt. Es soll verbunden werden mit einem dreitaegigen IBF-Seminar fuer die Mitgliedslaender.

IBF-Website mit neuer Adresse und neuem Design
(5.1.06) Wer gestern die vertraute Webadresse der International Badminton Federation anklickte, erlebte eine Überraschung.
www.worldbadminton.net führte zu Sportcal.com, der Website des britischen Providers für Sportnachrichten Sportcal Global Communications Ltd. mit dem die IBF bislang zusammengearbeit hatte. Auch die frühere Adresse www.intbadfed.org führte dort hin.
Allgemeines Erschrecken. Hatte der Umzug der IBF-Geschäftsstelle aus England nach Malaysia auch die Zusammenarbeit gekappt und die Engländer hatten die Website einfach abgeschaltet? Von neuer indischer Software war ja schon zu hören und auch die Auslosungen für die Grand-Prix-Turniere wurden nicht mehr auf die bekannte Weise durchgeführt.
DBV-Sportdirektor Martin Kranitz, mit dem IBF-Office in Kuala Lumpur wegen der Auslosung für die German Open in Kontakt, war von dort eine neue Adresse bekannt geworden. www.badmintoninternational.net führte aber nur zu einem Standbild, eine Adresse als, die sich die IBF offenbar gesichert hatte. Der entscheidende Hinweis kam dann von der malaysischen Journalistin Rajes Paul. Unter  

http://www.internationalbadminton.org/

wird die alte worldbadminton.net-Seite offenbar fortgeführt. Noch sind nicht alle Seiten mit Inhalten gefüllt, aber unser DBV-Präsident Kespohl ist in seiner Eigenschaft als IBF-Council-Mitglied schon mal online. Und Direktverlinkung auf Unterseiten ist auch möglich, ebenso das Kopieren von Inhalten. Das war auf der vorhergehenden Seite  verhindert. Wunderbar. 

 

Ist von seiner Mission überzeugt: IBF-Führer Punch Gunalan (Mitte) verteidigt Rallyepointzählweise beim World Cup in Yiyang. Foto: Edwin Leung.

IBF-Präsident Gunalan verteidigt Zählweisenumstellung

Das Entertainment kommt vor allem anderen

(21.10.05) Beim World Cup in Yinyang, bei dem es vom 14. bis 18. Dezember um 250 000 Dollar Preisgeld ging,  hat der geschäftsführende IBF-Präsident Punch Gunalan die neue Rallypoint-Zählweise bis 21, die dort zum ersten Mal bei einem großen Turnier angewandt wurde, noch einmal verteidigt.

„Die neue Zählweise ist sehr viel fernsehfreundlicher und besser für Spieler und Zuschauer, denn sie verkürzt die Spieldauer sichtbar“, erklärte er gegenüber der chinesischen Presseagentur Xinhua. „Jedes Match ist in höchstens 40 Minuten beendet. Bekanntermaßen wollen Fernsehen und Zuschauer zu lange Spiele, die ja bis zu zwei Stunden gingen, nicht haben. Die neuen Regeln kommen diesem Wunsch, besonders was die Doppeldisziplinen angeht, entgegen.“
Als weiteres Argument für die Umstellung nannte Gunalan den Schutz der Spieler. „Wir wollen sie mit kürzeren Spielen schützen. In einem langen smashreichen Spiel mit höheren Ballgeschwindigkeiten als im Tennis, ist die Verletzungsgefahr für die Spitzenspieler groß“,  begründete er diesen Gesichtspunkt. „Darüber hinaus müssen wir schneller zu Punkten kommen. Ich habe hier beim World Cup gesehen, dass die Sätze dadurch enger wurden.“
Auf Gegenstimmen - etwa von Kenneth Jonassen – angesprochen, erklärte er, dass sich die Spieler natürlich erst daran gewöhnen müssten.
Jonassen hatte nach seiner Auftaktniederlage im Gruppenspiel gegen den Koreaner Shon geklagt, die Regeln würden das Spiel viel weniger aufregend machen, da es keine spannenden Aufholjagden mehr gäbe. „Es gibt nur eine geringe Chance, noch aufzuholen, wenn man einmal in einem Satz in einen zu großen Rückstand geraten ist. Und wir Spieler werden früher müde, weil wir uns nun auf jeden Punkt fokussieren müssen, um zu gewinnen.“
Solche Einschätzungen lässt Gunalan nicht gelten: „Die Spieler werden nach und nach lernen, damit umzugehen. Für uns ist das Ziel, mehr Unterhaltungswert in unseren Sport zu bringen. Badminton muss attraktiver werden, das ist ganz wichtig, denn die junge Zuschauergeneration hat Basketball, Baseball und viele andere Wahlmöglichkeiten heutzutage. Daher müssen wir mehr Entertainment einführen um sie für Badminton zu gewinnen.“
Diesem Ziel soll auch das Engagement der populären Pop-Sängerin Sally Yeh (Chinesisch Ye Qianwen), die von der IBF als Image-Botschafterin für Badminton gewonnen wurde, (siehe Meldung vom 11.12.05) dienen.

Holten schon wieder eine Großveranstaltung nach Guangzhou: Das Bewerberteam mit (v.l.) Chris Yang (stellvertretender Leiter des IBF-Trainingscenters), Guan Weizhen (mehrfache Weltmeisterin und Leiterin des IBF-Trainingscenters), Lau Kong Nam (Leiter des GZ-Sportcouncils) und Lin Yanfen (GP-Final-Gewinnerin). Foto: ©K.K.Tan.

Für 2008 und 2009 gingen die großen Wettbewerbe nach Asien
(11.12.05) All jene europäischen Badmintonfans, die gerne mal bei Weltmeisterschaften vorbeischauen, sollten sich die beiden kommenden Jahre und die Orte Madrid und Glasgow dick anstreichen, danach wird es nämlich für einige Zeit teurer. Die IBF hat bei ihrem Council-Meeting, das in der vergangenen Woche in Kuala Lumpur stattfand, die Großveranstaltungen für die Jahre 2008 und 2009 vergeben. Alle gehen nach Asien.
Hier die Zusammenstellung:

2006 Thomas Cup und Uber Cup (WM Herren- und Damenteam) April/Mai Sendai und Tokio
2006 WM Individual September in Madrid
2007 WM Mannschaft (Sudirman Cup) Juni in Glasgow
2007 WM Individual (?August) Kuala Lumpur
2008 Thomas Cup und Uber Cup (?Mai) in Jakarta (Indonesien)
2008 Olympische Spiele 2008 August in Peking
2009 Sudirman Cup in Guangzhou (China)
2009 WM Individual in New Delhi (Indien). 

Die WM in Indien wird voraussichtlich im September 2009 ausgetragen. Für die Inder dient sie auch als Generalprobe für die 2010 nach New Delhi vergebenen Commonwealth Games. Zu diesem Zwecke wird ein neues Indoor Sport Stadium errichtet, das schon zur WM genutzt werden soll.
Konkurrenten um die Ausrichtung waren Dänemark und Macao, die aber ihre Bewerbungen zugunsten New Delhis vor der Council-Entscheidung zurückzogen. V.K. Verma, der Präsident der Badminton Association of India glaubt, dass die Vergabe an sein Land einen großen Schritt bedeuten würde, um Badminton dort populärer zu machen. „Wir hoffen, bis zu den Olympischen Spielen 2012 einen Medaillenkandidaten aufgebaut zu haben, dazu wird die WM sicherlich einen Schub geben“, erklärte er der indischen Presse.

Hintere Aufschlaglinie im Doppel bleibt zunächst erhalten

  

An 1. Februar gilt für alle internationalen Turniere die Rallypoint-Zählweise

   

(9.12.05) Das IBF-Council tagt in dieser Woche in Kuala Lumpur. Bevor morgen das von England in Malaysias Hauptstadt verlegte IBF-Office in einem Festakt eingeweiht wird, hat das Council aber schon wichtige Entscheidungen getroffen. Vor allem wartet die Badmintonwelt bekanntermaßen darauf, wie es nun weitergeht mit der Zählweisenänderung (siehe diverse Meldungen unten).
Wie DBV-Präsident Dieter Kespohl, als Council-Mitglied bei den Beratungen dabei, mitteilt, wurde diesbezüglich folgendes festgelegt:
Die endgültige Entscheidung über die Veränderung der Zählweise fällt die IBF-Generalversammlung (AGM) im Mai 2006 in Japan.
Ab 1. Februar 2006 aber muss die Rallypoint-Zählweise bei allen "IBF-sanctioned Tournaments" benutzt werden. Das bedeutet, nach ihr muss bei all jenen internationalen Turnieren gespielt werden, bei denen Weltranglistenpunkte vergeben werden. Wichtig ist die gleichfalls getroffene Entscheidung, dass die hintere Doppelaufschlaglinie zunächst nicht wegfällt. Was das anzuspielende Feld beim Doppel-Aufschlag angeht, bleibt also alles beim Alten.
Die drei Januar-Grand-Prixs in der Schweiz, in Deutschland und England werden also noch nach der bisherigen Zählweise gespielt.
Der nationale Spielbetrieb in Deutschland ist von dieser Entscheidung zunächst nicht betroffen. 

EBU sauer über Vorpreschen in puncto Zählweise
Hat IBF bereits Fakten geschaffen?
(8.11.05) Wenig erbaut zeigt man sich bei der Europäischen Badminton Union (EBU) von jüngsten Maßnahmen der IBF. Dies lässt jedenfalls ein Bericht erkennen, der auf der EBU-Website erschienen ist und der auch den Nationalverbänden zugänglich gemacht wurde.
Darin wird mitgeteilt, dass die IBF bereits festgelegt hat, wie der Thomas Cup- und der Uber Cup-Wettbewerb im nächsten Jahr gezählt wird. Da die EBU die Europa-Vorrunde im Februar in Thessaloniki ausrichtet, müssen sich die teilnehmenden Verbände danach richten. Gemäß IBF-Anordnung wird nach der Rallyepoint-Zählweise (jeder Ballwechsel zählt Punkt) gespielt wird. Außerdem sind von Seiten der IBF noch weitere Festlegungen mitgeteilt worden: die hintere Aufschlaglinie im Doppel fällt weg und es wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte gespielt.
Diese Eckdaten sollen auch der einzige Vorschlag sein, der beim Thema Zählweisen-Änderung beim Council-Meeting vom 7. bis 10. Dezember in Kuala Lumpur auf der Tagersordnung steht.
Die Kritik der EBU richtet sich einmal gegen das undemokratische Zustandekommen dieser frühen Festlegung. Angemerkt wird in dem Bericht, dass eine Regeländerung normalerweise nur vom der IBF-Vollversammlung getroffen werden kann.
Aber auch, wenn die Festlegung für den Thomas/Uber-Cup-Wettbewerb unter dem Etikett "Experiment" läuft, bleibt unklar, wer diese detaillierte Entscheidung für diesen wichtigen Wettbewerb getroffen hat. (Vgl. auch untere Meldung vom 28.10. zum "World Cup")
Vor allem von der Satzlänge bis 21 Punkte fühlen sich die Europäer überrollt. Viele favorisieren nämlich kurze Sätze (bis 11 oder 15) und dann drei Gewinnsätze. Dies würde früher zu den von den Zuschauern gewünschten "spannenden Momenten" führen.
Eine kürzere Satzdauer wird auch von den Leistungssportverantwortlichen im DBV bevorzugt. Bei uns hatte man bei einigen Jugendländerspielen gegen Dänemark die Rallyepoint-Zählweise bis 21 getestet.
DBV-Präsident Kespohl, gleichzeitig auch IBF-Council Mitglied: "Auch ich bin überrascht von der frühzeitigen Festlegung. Ich weiß nicht, wer sie getroffen hat. Ursprünglich lagen vier Vorschläge auf den Tisch, jetzt ist ohne erkennbare Begründung nur noch einer übrig geblieben. Der DBV hat sich auch
für die kürzere Satzdauer ausgesprochen, etwa bis zu den uns Badmintonspielern vertrauten 15 Punkten. Die 21er-Regelung bringt uns dagegen dem erklärten Ziel, die Spieldauer zu reduzieren und schneller in der spannenden Phase zu sein, nicht näher. Ich hoffe nur, dass beim Council-Meeting im Dezember das Thema noch offen ist für eine Diskussion. Ob es aber so ist, weiß ich auch nicht."
Lesen Sie IBF set to enforce a new scoring system.

Neues Turnier mit neuer Zählweise in China angekündigt: Inwieweit die Zählweise für andere internationale Turniere im Jahr 2006 Anwendung findet, darüber ist den Verbänden von Seiten der IBF noch keine Information zugegangen.

Grand-Prix-Final wird als World Cup reanimiert
Rallyepoint-Zählweise soll im Dezember erstmals bei Top-Turnier Anwendung finden
(28.10.05) Es ist soweit. Vorgestern wurde in China das erste Groß-Turnier vorgestellt, das nach der Rallyepoint-Zählweise durchgeführt wird. Es handelt sich um einen so benannten „World Cup 2005“, der vom 15. bis 18. Dezember in Yiyang ausgetragen wird. Die Stadt liegt in der zentralchinesischen Provinz Hunan. Das Turnier ist mit 250 000 US-Dollar Preisgeld dotiert. Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldet, sind die besten 16 in der Herreneinzel-Weltrangliste zugelassen, die besten 12 bei den Damen. Die besten acht Herrendoppel sind dabei, sowie die jeweils sechs Bestplatzierten im Damendoppel und Mixed.
Damit ist das Turnier ein klassisches Grand-Prix-Final, wie es von 1983 an viele Jahre am Ende des Jahres ausgespielt wurde, bis es nach der 2000er-Ausgabe mangels Preisgeldgeber nicht mehr stattfand. In China scheint es derzeit Geld für Badminton zu regnen. Nach dem China Masters, den Hongkong Open, den China Open ist es das vierte 250 000-Dollar-Turnier im Wirtschaftswunderland. Ähnlich wie das kurzfristig angesetzte China Masters wurde es von den Verbandsmanagern förmlich aus dem Hut gezaubert.
Der Name World Cup wurde schon einmal für ein Turnier benutzt. Es handelte sich um ein von der Agentur IMG vermarketes Einladungsturnier, das erstmals 1981 ausgetragen wurde. Es fand in jedem Herbst in einer südostasiatischen Metrolpole statt. Nach 1996 wurde es ebenfalls eingestellt. Als Gründe wurden damals das hohe Preisgeld und der enge Terminplan angegeben. Im letzten Jahr waren in Jakarta noch 190 000 Dollar von SANYO ausgespielt worden, unser damaliger Deutscher Meister Oliver Pongratz war unter den Teilnehmern.
In der jetzt angekündigten Rallyepoint-Zählweise werden zwei Gewinnsätze bis 21 gespielt. Jeder Ballwechsel zählt einen Punkt. Dies gilt für alle Disziplinen gleich. Die Verantwortlichen der IBF erwarten sich dadurch eine kürzer Dauer der einzelnen Spiele und vor allem auch von Mannschaftswettkämpfen.

Umzug des IBF-Office vollzogen
(4.10.05) Von den Europäern gefürchtet und bekämpft - von den Asiaten durchgesetzt. Die Verlegung der IBF-Geschäftsstelle ("Head-Office") von Cheltenham in England nach Kuala Lumpur ist zum 1. Oktober endgültig vollzogen. Der geschäftsführende IBF-Präsident Gunalan teilte jetzt offiziell die Adresse mit, an die künftig jeglicher Schriftverkehr gerichtet werden soll.
Batu 3 ½ , Jalan Cheras
56000 Kuala Lumpur
Malaysia
Tel: +603-9283 7155 / 6155 / 2155
Fax: +603-9284 7155
E-mail: ibf @ internationalbadminton.org
Die Webadresse bleibt erhalten: www.worldbadminton.net

Von den Cheltenhamer Mitarbeitern nahm niemand das Angebot an, unter reduzierten Gehaltsbedingungen in KL weiterzuarbeiten. Dort wurden neue Mitareiter eingestellt. Zuständig sind jetzt: Venugopal Mahalingam für "Events and Development", Sharon Chan für "Finance and Administration", Geetha Lakshmayya für "Marketing and Communications" und Noridah Jamil für "Administration".

Die IBF-Doppelspitze stürmt wieder mal: Die Präsidenten Punch Gunalan (li) und Kang Young-Joong.

Kommt die Weltliga?
(4.7.05) Etliche Meetings haben die europäischen Top-Länder schon damit verbracht, so etwas wie einen Nationscup der Nationalmannschaften auf die Beine zu stellen. Eine Veranstaltung, an der der DBV zum Beispiel ein großes Interesse hat, weil Länderspiele bei uns in der Zuschauergunst hoch angesiedelt sind. Bislang ohne Erfolg.
Am Rande der Singapore Open hat der geschäftsführende IBF-Präsident Punch Gunalan in einer Pressekonferenz, die er im Beisein des neuen IBF-Präsidenten Dr Kang Young Joon abhielt, nun Pläne der IBF vorgestellt, einen solchen Wettbewerb als Weltliga ("International men’s badminton league") ins Leben zu rufen.
Gedacht ist sie für Herrennationalmannschaften - etwas in der Zusammensetzung drei Einzel, zwei Doppel -, die mit insgesamt 16 Teams in zwei Staffeln spielen. Es soll ein Ligaspielbetrieb mit Hin- und Rückspiel eingeführt werden, der etwa drei Monate in Anspruch nehmen soll.
Unglaublich ist aber die Idee, dass sich die Mannschaften auch aus Legionären zusammensetzen können. Lediglich zwei "local players" sollen Pflicht sein. Gunalan: "Dadurch wird die Liga insgesamt attraktiver."

Im Blick hat der seit letztem Jahr plötzlich zum Badmintonvisionär mutierte Malaysier dabei augenscheinlich vor allem die USA, die auf diese Weise eine wettbewerbsfähige Mannschaft stellen könnte. Derzeit ist die IBF in Verhandlungen mit einer amerikanischen Firma. "Die will uns nicht nur finanziell unterstützen, sondern den Wettbewerb auch promoten. Standort in den USA könnte dann New York sein."

Man erhofft sich natürlich, dass die WM im August in Los Angeles zur weiteren Popularisierung von Badminton in den USA betragen wird. Damit alle Länder genügend Zeit haben, sich auf die neue Situation einzustellen, ist für den Start der Weltliga das Jahr 2009 ins Auge gefasst.

IBF lässt Fans über das größte Match der letzten 25 Jahre befinden

(11.6.05) Die IBF hat auf ihrer Internetseite worldbadminton.net aufgerufen, darüber abzustimmen, welches das "größte" Badminton-Match der jüngeren Vergangenheit gewesen sein soll. In der Auswahl stehen zwölf international Top-Spiele zwischen 1983 und 2001. Hier können Sie die Auswahl sehen und Ihre Stimme abgeben.

badminton.de-Favorit ist das WM-Endspiel 1983 zwischen Icuk Sugiarto und Liem Sie King.

DBV-Praesident Dieter Kespohl in Weltverband gewaehlt

(8.5.05) Das ging kurz und schmerzlos. Nach gut einer Stunde war die Restruktuerung der IBF-Fuehrung beendet und DBV-Praesident Dieter Kespohl als eines von 17 Council-Mitgliedern gewaehlt.

Darueber ist nur noch die oberste Fuehrungsetage der IBF angesiedelt. Der Praesident, der stellvertretende Praesident und sechs Vizepraesidenten.

Einer davon ist fuer Finanzen zustaendig, die anderen jeweils fuer einen Kontinent. Europas Interessen vertritt der Daene Torsten Berg.

Die diesjaehrige Generalversammlung der International Badminton Federation fand heute im Nikko New Century Hotel in Peking statt. 131 der 156 IBF-Mitglieder waren vertreten. Da der bisherige IBF-Praesident Korn Thapparansi nicht mehr antrat, wurde der koreanische Geschaeftsmann Kang Young-Joong zum Praesidenten gewaehlt. Stellvertreter wurde Punch Gunalan aus Malaysia.

Die Wahlen waren von Gunalan, dem maechtigsten Mann in der IBF perfekt vorbereitet worden. Fuer die beiden Spitzenpositionen gab es von Anfang an  keine Gegenkandidaten. Von urspruenglich sieben Kandidaten fuer die Vizepraesidentschaft traten nur sechs an und auf wundersame Weise waren von den in den Versammlungsunterlagen aufgefuehrten 26 Kandidaten fuers Council bei Wahlbeginn genau noch die benoetigten 17 uebrig.

Entsprechend freudig verkuendeten die Protagonisten auch hinterher auf der Pressekonferenz das Zustandekommen des Ergebnisses. Das Wort "historisch" wurde gleich zweimal bemueht. Einmal, weil es keine eigentliche Wahl gegeben hatte, da aufgrund der Tatsache, dass nur so viele Kandidaten zur Verfuegng standen, wie Plaetze zu vergeben waren, die Wahlvorgaenge entfielen. Zum anderen, weil erstmals alle 25 Fuehrungskrafte gemeinsam fuer vier Jahre gewaehlt worden sind. Bisher gab es nur zweijaehrige Amtszeiten.

Der neue IBF-Praesident Kang, der seine Ausfuehrungen von einer Dolmetscherin aus dem Koreanischen ins Englische uebersetzen liess, sprach von "einen Festival fuer alle Menschen der Badmintonwelt".

Sein Stellvertreter Gunalan betonte, dass er in der Tatsache, dass man in allen Faellen vorab zu enem Einvernehmen gefunden hatte, als Zeichen fuer die neue Einheit in der IBF bewerte. "Wir hatten schwierige Zeiten, aber die haben wir jetzt ueberwunden. Wir wollen alle gemeinsam die Aufgaben der Zukunft anpacken."

Entwicklung der Kontinente

Als erste Aufgabe fuer der Zukunft haben sich Gunalan und Kang die Entwicklung des Badmintonsportes in den "unterentwickelten Regionen" gestellt. Die IBF-Trainingscenter in Saarbruecken, Sofia, Houston, Guangzhou und Suedafrika sind ein Baustein dafuer. Als weitere Geste wurden 6000 Schlaeger, 2000 Dutzend Plastikbaelle und 500 Netze an die Kontinentalverbaende verschenkt. Und auch in administrativer Hinsicht wird Hilfe gegeben werden. Gunalan: "Nur Asien und Europa sind hier ausreichend entwickelt." 

Geaenderter Qualifikationsmodus fuer Olympia

Um die IOC-Vorgabe zu erfuellen, moeglichst viele Laender an Olympia zu beteiligen, wuird fuer Peking 2008 die Zulassung geaendert. Ausgehend von der unveraenderten Gesamtstarterzahl von 172 werden die Einzel von 29 auf 36 aufgestockt. Gleichzeitig werden die Doppel von 19 auf 16 reduziert. Und drei Starter darf ein Land nur noch schicken, wenn alle unter den ersten vier der Weltrangliste sind. Zwei Starter, wenn diese unter den besten 16 sind. Durch diese Massnahmen hoft man, die Zahl von 32 Laendern in Athen auf 50 in Peking zu erhoehen.

WM 2007 in Kuala Lumpur

Bei der ersten Council-Sitzung am Nachmittag wurde die Weltmeisterschaft fuer 2007 nach Kuala Lumpur vergeben. Kang: "Das geschah in geheimer Abstimmung, streng demokratisch." Unterlegener Bewerber war Daenemark. Die Jugend-WM im Oktober/November des naechsten Jahres findet in der koreanische Stadt Incheon statt. Das Aufgabengebiet von DBV-Praesident Dieter Kespohl als Council-Mitglied betrifft allein die verantwortliche Aufsicht ueber das IBF-Trainingscenter in Saarbruecken. Gunalalan: "Wir haben keine Komitees mehr, jedes Council-Mitglied ist nur noch fuer eine Aufgabe verantwortlich. Dadurch hoffen wir die Effektivitaet zu erhoehen."

Anti-Doping-Maßnahme: IBF sperrt Spieler - und hebt Sperren wieder auf
(2.3.05) Die IBF hat in einem Rundschreiben ihren Mitgliedsverbänden die Namen von Spieler mitgeteilt, die keine Angaben geliefert hätten, die Trainingskontrollen ("Out of Competition Testing" - OOCT) ermöglichen würden.

DENISE JULIEN (CAN)
CHARMAINE REID (CAN)
PHILIPPE BOURRET (CAN)
HELEN NICHOL (CAN)
TRI KUSHARJANTO (INA)
MARISA VITA (INA)
ENY WIDIOWATI (INA)
MICHELLE EDWARDS (RSA)
CHANTAL BOTTS (RSA)
DORIAN JAMES (RSA)
CHRIS DEDNAM (RSA)

Die SpielerInnen dürfen bis auf weiteres nicht bei von der IBF genehmigten Turnieren starten.

Aufhebung

(15.3.) Mit Schreiben vom 15. März teilt die IBF mit, dass die Sperren gegen Charmaine Reid, Philippe Bourret und Helen Nichol (alle Kanada) aufgehoben seien, da sie ihren Verpflichtungen nachgekommen sind.

(25.3.) Mit Schreiben vom 24. März werden von der IBF auch die Sperren gegen Denyse Julian (CAN), Michelle Edwards, Chantal Botts, Dorian James, Chris Dednam (alle RSA) aufgehoben.

DBV-Präsident Prof. Dieter Kespohl (hier mit Ehefrau Karin) kandidiert für ein Amt im Weltverband. Die DBV-Führung will er im nächsten Jahr an Karl-Heinz Kerst weitergeben.

Thapparansi steht nicht mehr zur Wiederwahl

DBV-Präsident Kespohl Kandidat für IBF-Council

(18.2.05) Die IBF hat jetzt die Liste der Kandidaten für die Neuwahlen der IBF-Führung am 8. Mai in Peking bekannt gegeben. Vor Außenstehende überraschend dabei, dass der bisherige IBF-Präsident, der thailändische Minister Korn Thapparansi nicht mehr zur Wiederwahl steht. Als Nachfolger steht der Koreaner Kang Young Joong bereit. Er ist Präsident sowohl der Korea Badminton Association als auch der ABC (Asian Badminton Confederation).

Auch ansonsten ist die Führungsspitze schon ausgekungelt.
Deputy President, also Stellvertreter wird Punch Gunalan (MAS), der Generalsekretär der ABC.
Für die sechs Vizepräsidentenposten stehen sieben Kandidaten zur Verfügung, darunter ein Europäer: Torsten Berg (DEN); Robin Gordon Bryant (AUS); Joseph Mervyn Gordon (BAR Barbados); Cephas Nanshep Lar (NGR); Gustavo Fernando Salazar Delgado (PER); Tong Wai Lun (HKG); Vishwa Kumar Verma (IND). Fünf der Vizepräsidenten sollen als Verbindungsleute zu den Kontinentalorganisationen fungieren, einer ist für den Kontakt zu IOC und UN zuständig.

Bei den Council-Mitgliedern bewerben sich 26 Kandidaten um 17 zu vergebende Posten.

Aus Asien: Edgar Batalla Aglipay (PHI); Bang Soo Hyun (KOR); Rudy Hartono Kurniawan (INA); Li Lingwei (CHN); Li Yongbo (CHN); S Naqi Mohsin (PAK); Eraj Wijesinghe (SRI); Yeo Siang Hoe (= Steven Yeo SIN); Junichiro Yamada (JPN).
Aus Afrika: Omar Bellali (MAR); Hesham Mohamed El Gushey (EGY); Peter Maina Gacheru (KEN); Raj Gaya (MRI).
Aus Europa: David Cabello (ESP); Emilia Stavroula-Founta (GRE); Roger Johansson (SWE); Puzant Ovanes Kassabian (BUL); Dieter Kespohl (GER); Horst Kullnigg (AUT); Vladimir Lifshits (RUS); Jadwiga Slawska-Szalewicz (POL); Anne Smillie (SCO).
Aus Amerika: Neil Lewis (JAM); Paisan Rangsikitpho (USA); Wayne Somers (CAN).
Aus Ozeanien: Nigel Skelt (NZL).

Bei der Durchsicht der Liste fällt auf, dass der niederländische Sportdirektor Martijn van Dooremalen nicht mehr dabei ist. China ist mit Ex-Weltmeisterin Li Lingwei ebenso vertreten wie mit Cheftrainer Li Yongbo. Für Korea tritt Bang Soo Hyun, die Olympiasiegerin von Atlanta an. Die Amtszeit beträgt künftig vier Jahre, bisher mussten sich die Council-Mitglieder alle zwei Jahre zur Neuwahl stellen.
DBV-Präsident Dieter Kespohl zu seiner Nominierung: „Punch Gunalan hat mich schon seit Jahren gedrängt, Deutschland solle ins Council. Weil unser sportlicher Aufstieg der IBF natürlich nicht verborgen geblieben ist. Als jetzt das Elitetrainingszentrum nach Saarbrücken kam, hab ich mein Okay gegeben, im Development-Komitee mitzuarbeiten. Ich sehe darüber hinaus Möglichkeiten für mich in den Bereichen der vorgesehenen wissenschaftlichen Untersuchungen über den Badmintonsport mitzuwirken und in der von der IBF geplanten Trainerausbildung. Außerdem hoffe ich, dass ich helfen kann, die derzeitige Kluft zwischen der IBF und unserem europäischen Verband zu überwinden. EBU-Präsident Tom Bacher hat mir jedenfalls bei einem Besuch in Kopenhagen im Januar die Unterstützung der EBU-Führung für meine Kandidatur zugesagt. Unterstützt wird die Bewerbung außerdem von Dänemark, was für mich ganz wichtig ist.“

  Meldungen 2004

      

IBF-Sitz wechselt nach Kuala Lumpur - Saarbrücken bekommt IBF-Stützpunkt

(2.12.04.) Jetzt ist es amtlich. Die IBF wird ihren Sitz  vom englischen Cheltenham nach Kuala Lumpur verlegen. Das beschloss eine Außerordentliche Mitgliederversammlung (AGM) gestern in Kuala Lumpur. In Lausanne wird als Verbindungsstelle vor allem zum IOC, ein "satelite office" eingerichtet. Damit ist ein weiterer Schritt in Richtung Machtübernahme durch die Asiaten getan.

Darüber hinaus wurde eine Strukturveränderung in der Spitze beschlossen. Es wurde das Amt eines "Deputy President" geschaffen, der den Präsidenten unterstützen und die Arbeit des Councils koordinieren soll. Weiterhin sollen sechs Vizepräsidenten amtieren. Fünf davon sollen jeder für eine der Kontinentalorganisationen zuständig sein. Die IBF-Pressemitteilung sagt nichts darüber aus, ob diese Vizepräsidenten - wie es die Europäer (EBU) gefordert hatten - von den Kontinentalverbänden selbst gewählt werden.

Im Rahmen eines weltweiten Entwicklungsprogrammes werden nach und nach weltweit fünf Trainingszentren für Spieler leistungsschwächerer Nationen eingerichtet. Als erste Trainingsstätte wurde für Europa Saarbrücken festgelegt. Mit diesen Standort - in Anbindung an den dortigen Olympiastützpunkt - hatte sich das Saarland beworben. Start soll bereits im März 2005 sein.

Lesen Sie die ganze Meldung IBF approves new strategic plan at Extraordinary Meeting.

       

IBF verschickte Jahreskalender für 2004
(22.1.04) Die IBF hat an einen ausgewählten internationalen Kreis einen Jahreskalender für 2004 versandt. Er enthält allerdings über die zwölf Fotos von Spitzenspieler keine weiteren Informationen. Abgebildet sind in etwas kleiner als DIN A4: Kim & Ra, Mia, Xia, Rasmussen & Paaske, Zang Ning, Lin Dan, Robertson & Emms, unbenannte koreanische Frauen, Taufik, Gao & Huang, Panvisvas und Camilla. Die Fotos stammen von Raphael Sachetat (
www.badmintonphoto.com). Ob der Kalender von Sammlern auch bei der IBF zu kaufen ist, ist unbekannt. Im IBF-Shop, der als Nachfolger des eingestellten smashstore seit Anfang November eingerichtet ist, ist er allerdings nicht im Angebot. 

  

  Meldungen 2003

    

IBF trennt sich mit sofortiger Wirkung von Generalsekretär Neil Cameron

Nächster Schritt bei der Machtübernahme durch die Asiaten vollzogen

(16.11.03) Wie die IBF mitteilt, ist ab sofort Neil Cameron (57) nicht mehr IBF-Generalsekretär. Man habe sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Damit haben die Asiaten den nächsten Schritt vollzogen, der mit dem Absägen von Vizepräsident Tom Bacher (siehe Meldung vom 27.7.) im Juli begann. Cameron hatte als "IBF Chief Executive" und damit oberster Verwaltungsleiter der im englischen Cheltenham angesiedelten Geschäftsstelle eine mächte Position.
Und damit stand der Schotte den Asiaten bei ihrem Machtstreben natürlich im Weg. IBF-Präsident Korn Dabbaransi (Thailand) bemüht sich nicht einmal um große Verschleierung. "Wir bedauern es aufrichtig, das er uns verlässt. Doch es wurde für mich und Neil in den letzten zwölf Monaten zunehmend deutlicher, dass die IBF von einem neuen hauptamtlichen Leiter profitieren würde."
Cameron, der die Gefahr eines Rausschmisses schon nach dem Verlauf der letzten IBF-Mitgliederversammlung in Birmingham gesehen hatte, kommentierte lapidar: "
Es ist ein schmerzlicher Tag für mich. Aber ich stimme überein, dass es zu diesem Zeitpunkt das Beste für die IBF und für mich ist. Ich bedanke mich bei meinen hochmotivierten Mitarbeitern in Cheltenham und spezielle bei jenen Council-Mitgliedern, die mich in meiner Arbeit unterstützt haben."
Nun steht dem Umzug der IBF-Geschäftsstelle nach Singapore kaum noch etwas im Wege. Die europäischen Verbände sind zur Zeit in der IBF machtlos. Dies zeigten in der jüngsten Vergangenheit nicht nur die Besetzung von Spitzenpositionen, sondern auch die auf asiatisches Betreiben zustande gekommene Rücknahme der Regeländerung (siehe Meldung vom 27.1.03).
Lesen Sie die vollständige Pressemitteilung der IBF auf worldbadminton.net. 
Neil Cameron war Spieler, Trainer, Schiedsrichter und internationaler Referee. Seine Funktionärskarriere begann er als ehrenamtlicher Generalsekretär des schottischen Badmintonverbandes. In die IBF kam er 1983 als Council-Member. 1989 wurde er Vizepräsident. 1996 wechselte er von IBM, wo er als Mathematiker gearbeitet hatte, dann auf die hauptamtliche Seite und übernahm im IBF-Sekretariat das Amt des "Director of Tournaments". Im März 1998 löste er unter Präsidentin Lu Shenrong in einer Zeit schwerer finanzieller Turbulenz David Shaw als Executive Director der IBF ab.

   

Torsten Berg für IOC-Kontakte zuständig
(2.8.03) Nachdem eine der wichtigsten Positionen in der IBF-Führung nach der Entfernung von Tom Bacher aus der IBF-Führungsspitze unbesetzt war, wurde jetzt EBU-Präsident Torsten Berg (Dänemark) als Kontaktmann zum IOC (und zur UNO) bestimmt. Er ist der einzige Europäer, der nun ein Komitee leitet. Die übrigen sind mit Asiaten besetzt.  Marketing & Entwicklung: Punch Gunalan (Malaysia), Finanzen & Verwaltung: Tong Wai Lun (Hongkong), Turniere & Regularien: Charoen Wattanasin (Thailand).

   

Mitgliederversammlung der IBF am Sonntag, 27. Juli im Hotel Holiday Inn in Birmingham

Tom Bacher von Asiaten ausgebootet

 (27.7.03) Seit über 20 Jahren war der frühere dänische Weltklassespieler Tom Bacher in der IBF-Führung. Seit 1986 als Vizepräsident. Jetzt haben ihn die Asiaten rauskatapultiert. Er soll zu unbequem geworden sein.
Zunächst hatte man gegen die turnusmäß zur Wiederwahl anstehenden europäischen Vizepräsidenten Bacher und Roger Johansson aus Schweden gegen jeden Proporz zwei asiatische Mitbewerber für das siebenköpfe Vizepräsidentencorps aufgestellt. Einer war mit Badmintonlegende Rudy Hartono auch noch äußerst prominent. Der zweite hieß Raj Gaya und kommt aus der Badminton-Hochburg Mauritius. Schon bei der EBU-Sitzung im April in Esbjerg war den Europäern wenig eingefallen gegen diese aggressive Vorgehensweise. Jetzt kam EBU-Präsident Torsten Berg bei der europäischen Delegiertensitzung am Samstagabend mit dem ausgehandelten Kompromiss, die Europäer sollten Hartono akzeptieren, dafür würden die Asiaten einen der Europäer hinnehmen. Der Vorschlag von Berg – auch ein Däne – lautete dann: Bacher wird Europas Nummer eins. Er war der Kontaktmann des IBF zum Internationalen Olympischen Komitee und die Pflege dieser Beziehung wurde als alleroberste Priorität eingestuft. Die allgemein erklärte Tendenz der Delegierten ging auch in diese Richtung. DBV-Präsident Kespohl: „Die Zusammenarbeit mit dem IOC halte ich für absolut wichtig. Und ich weiß von unseren deutschen IOC-Mitgliedern, dass Bacher gute Arbeit gemacht hat.“
Doch diesen Deal machte zur allgemeinen Überraschung Johansson nicht mit. Schon am späten Abend drang durch, dass Bergs Versuch, ihn zum Zurückzug zu bewegen, gescheitert sei. Er habe ein gutes Verhältnis zu den Asiaten, und sähe keinen Grund, Bacher den Vortritt zu lassen.

So standen bei der IBF-Mitgliederversammlung am Sonntagvormittag dann zwei Europäer neben Hartono zur Wahl. Und dass die Asiaten unter diesen Umständen dem pflegeleichteren Johansson gegenüber dem unliebsamen Bacher ihre Unterstützung geben würden, kam nicht unerwartet. Kespohl: „Neben mir saß der Delegierte Chinas. Sofort hat der auf seinem Stimmzettel die Kreuze bei Hartono und Johansson gemacht. Da gab es überhaupt kein Zögern.“ Ergebnis: Hartono 165, Johansson 145, Bacher 80. Damit war der Däne raus und das nicht nur als Vizepräsident sondern gleich aus dem ganzen Council, denn auf der Kandidatenliste für die Councilbewerber stand er nicht drauf. Der Verdacht, Johannson sei im Vorhinein schon von den Asiaten ermuntert worden, nicht auf seine Kandidatur zu verzichten, unabhängig davon, ob ihn die Europäer unterstützten oder nicht, wurde unter den enttäuschten Europäern offen ausgesprochen.
Martijn van Dooremalen darf weitermachen

Neun Kandidaten standen für sieben neu zu vergebende Platze im 16-köpfigen Council bereit. Der thailandstämmige Amerikaner Paisan Rangsikitpho und  der Niederländer Martijn van Dooremalen erhielten die meisten Stimmen. Weiter wurden gewälht: Steven Yeo (Singapore), Mrs. Oh Yeon Han (Korea), Anne Smillie (Schottland), Raj Gaya (Mauritius) und Mehdi Karbasian (Iran). Damit bleibt Hollands Sportdirektor van Dooremalen Deutschlands Ansprechpartner Nummer eins in der IBF.

Mannschafts-WM muss bleiben

Der bisherige Modus des so genannten Sudirman Cup bleibt erhalten. Ein Vorschlag des IBF-Councils, eine Endrunde mit 12 Teams zu spielen und zum Beispiel die Mannschaftseuropameisterschaften als Qualifikationsturnier zu nehmen, scheiterte am Widerstand der kleinen Verbände. Länder wie Australien oder Schottland sahen bei dem Modus keine Chance, jemals wieder gegen weltweite Gegner zu spielen. Es bleibt also dabei, dass jeder Verband teilnehmen kann und die Teams in Gruppen eingeteilt sind, die sich aus der Platzierung der jeweils  letzten WM ergeben. Mit dieser Entscheidung sind auch die Deutschen zufrieden. Präsident Kespohl: „Das ist auch in unserem Interesse. Trotz der Leistungssteigerung in den letzten Jahren können wir nicht sicher sein, einen der drei Europa-Plätze stets sicher erkämpfen zu können.“
Deutschland spielt zur Zeit in Gruppe 2. Der nächste Sudirman Cup wird 2005 ausgespielt. Für die Austragung haben sich Peking und Glasgow beworben. Für die Individual-WM sind die Kandidaten Dänemark und die USA.
    

  

  Meldungen 2002

              

IBF hat Kampf ums olympische Mixed aufgenommen
(3.11.02) Am 29. Oktober haben sich in Lausanne IBF-Vizepräsident Tom Bacher und Generalsekretär Neil Cameron mit IOC-Präsident Jacques Rogge und Olivier Lenglet (IOC Sports Department) getroffen. Thema war die von einer IOC-Programm-Kommission im Sommer vorgeschlagene Reduzierung der Badmintonwettbewerbe um das Mixed bei zukünftigen Spielen.
Cameron nach dem Treffen: "Wir haben dargelegt, dass das Mixed im Badminton – anders als im Tennis und Tischtennis - auf sehr hohem sportlichen Niveau gespielt wird, dass es Spezialisten dafür gibt und dass es bei nahezu allen Turnieren als gleichwertige Disziplin dabei ist."
Rogge habe zugesagt, so Cameron, dass er die Argumente getreulich dem IOC-Exekutivkomitee darlegen werde. Eine Entscheidung solle in der ersten Hälfte 2003 fallen, aber erst, nachdem bedeutendere Entscheidungen Baseball, Softball oder Modernen Fünfkampf betreffend, getroffen worden seien.
Die ausführliche Meldung
bei World Badminton Online.
Lesen Sie dazu auch die Berichte im NOK-Report 9/02 und 10/02.

 

Weltmeisterschaft bald jährlich?
(27.10.02) Wie aus Kreisen der IBF-Führung verlautet, gibt es Überlegungen, künftig in jedem Jahr Weltmeisterschaften auszurichten. Ausgenommen sein soll nur das Olympiajahr. Bislang werden Weltmeister alle zwei Jahre - im Wechsel mit Thomas- und Uber Cup - ermittelt. Entsprechende Planspiele sind im Zusammenhang damit zu sehen, dass die IBF fieberhaft bemüht ist, fernsehgerechte Veranstaltungen zu kreieren. Die letzte WM-Änderungen tritt erst im nächsten Jahr in Kraft. 2003 werden erstmals die Individual-WM und die Mannschafts-WM in getrennten Veranstaltungen (in Birmingham und Eindhoven) ausgespielt. Den Beschluss, zur Mannschafts-WM künftig nur noch die besten Nationen zuzulassen und die Kontinentalmeisterschaften als Qualifikationsturniere zu nutzen, hat die IBF eingefroren, da es Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Beschlussfassung gegeben hatte.

           

Steueroasen-Shuttler aus Liechtenstein zahlen Mitgliedsbeiträge nicht
(7.8.02) Die IBF brüstet sich in der internationalen Sportgemeinschaft gerne mit ihren über 140 Mitgliedsländern. Einige davon scheinen allerdings nur auf dem Papier zu existieren. Die IBF hat jetzt eine Liste verschickt, auf der jene Verbände aufgeführt sind, die ihre Mitgliedsbeiträge schuldig sind. Sie gelten daher als "non-playing, non-voting members", d.h. Mannschaften und Spieler dürfen nicht am IBF-Spielbetrieb teilnehmen und die Verbandsverteter sind nicht stimmberechtigt.
AFRIKA: Kamerun, Kongo, Äquatorial Guinea, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Swaziland, Tanzania, Togo, Uganda, Zimbabwe;
EUROPA: Liechtenstein;
OZEANIEN: Cook Islands, Nauru;
PANAMERICA: Aruba, Cayman Islands, Grenada, Guyana, Honduras, Uruguay.

   

IBF-Online-Shop im Netz - Preise in Inselwährung
(8.4.02) Wie The International Badminton Federation meldet, ist ihr neuer Online-shop
www.smashstore.com nun in Funktion. Fans können dort Videos, Klamotten, CDs einkaufen. Spezielle Eröffnungsprodukte sind T-Shirts vom diesjährigen Thomas & Uber Cup Finale in Guangzhou. Die Preise sind allerdings in der lokalen Inselwährung Pound Sterling. Ohne Nachschlagen ist es also nicht möglich, die Preise zu vergleichen.

 

IBF bereitet Online-Shop vor -Fanartikel bald übers Web
(25.3.02) Wie Manuel Rösler meldet, will die IBF pünktlich zum Thomas & Uber Cup Finale in Guangzhou den ersten Online-Shop ins World Wide Web bringen. Erhältlich sollen dort T-Shirts von allen großen Events (Thomas-/Uber Cup, WM...), Turnier-Videos und Bücher sein. Geplant sind erstmals auch Badminton-DVDs. Start soll der 8. April 2002 sein.

BWF-Newsletter

Zur Ausgabe (pdf)...

  
...2013 No. 2 Juli,
...2013 No. 1 April.

Weitere BWF-Nachrichten...

...Zur neuen Präsentation

8.3.05 IBF-Vize Gunalan über die Kehrtwendung der Asiaten...

15.2.05 Testphase für Regeländerungen hat begonnen

20.12.04 Auch malaysische Zeitung berichtet...

15.12.04 Bündel von Veränderungen in der Pipeline.

...Zu den IBF-Trainingscentern

8.3.05 Feierliche Eröffnung in Saarbrücken
13.1.05 Vertrag über das Elite-Trainingscenter unterzeichnet
.


© 2004 Deutscher Badminton-Verband e.V.