Juliane Schenk - Jugendeuropameisterschaft (U 19) 2001 in Spala (Polen)
Zur Titelseite Stars - Juliane Schenk.
Europameisterin im Einzel und mit der Mannschaft - Silbermedaille im Doppel
Der Weg zum Erfolg vom 7. bis 14. April 2001:
Einzel (Setzplatz 2)
1.Rd.: - Nursel Dogam TUR 11:0 11:0
2.Rd.: - Kati Tolmoff EST 11:13 11:6 11:1
Le 16: - Priscilla van Hoeven NED 11:1 11:3
Le 8: - Amelie Örstedt DEN 13:12 7:11 11:2
HFin: - Petya Nedeltscheva (3/4) BUL 11:4 11:5.
Fin: - Kamila Augustyn POL 11:2 11:9
Doppel mit Carina Mette (2)
1.Rd.: - frei
2.Rd.: - Fahra Razi & Alexia Davidopoulos SUI 15:2 15:4
Le 16: - Elaine Foye & Julie Pike ENG 15:7 15:3
Le 8: - Agnieszka Jaskula & Paulina Matusewicz POL 5:15 15:9 15:12
Hfin: - Petya Nedeltscheva & Maya Ivanova BUL (5/8) 9:15 15:9 15:7.
Fin: - Kamila Augustyn & Nadezhda Kostioutchuk (POL/BLR) 2:15 7:15.
In den Mannschaftsspielen gegen England (4:1), Polen (5:0) und im Finale gegen Dänemark (3:1) spielten Schenk & Mette jeweils das Damendoppel. Gegen die Dänen holten die beiden gegen Lena Kristiansen & Kamilla Juhl den siegbringenden dritten Punkt.
BADMINTON SPORT brachte ín Ausgabe 6/2001 ein Gespräch mit Juliane, das Norbert Atorf führte:
“Nicht im Traum habe ich dran gedacht, was dann geschah...”
Kannst du die Europameisterschaften in Glasgow und Spala vergleichen?
Ist schwer. Vergleichbar war sicherlich die gute Stimmung in der Mannschaft. Die Atmosphäre im Team war in diesem Jahr super, fast noch besser wie vor zwei Jahren.
Wie verlief für dich der Teamwettbewerb?
Persönlich sehr schwierig. Das Doppel hat überhaupt nicht gut geklappt. Gleich im ersten Spiel gegen England gab es viele Probleme. Auch im Finale gegen Dänemark haben wir über den Kampf gewonnen.
Im Vergleich zu 1999, spürt man einen Druck als Titelverteidiger?
Nein, nicht unbedingt. Klar die Erwartung war da, aber die Stimmung im Team hat alles überstrahlt. Zudem hat das Trainerteam viel Druck weggenommen.
Wie war im Mannschaftsfinale die Stimmung nach dem verlorenen Mixed?
Uns war klar, dass das Mixed aus Dänemark sehr stark war. Wir konnten deshalb das Mixed nicht unbedingt auf unserer Rechnung haben. Zudem hat der Bundestrainer positiv reagiert und keinen Druck aufgebaut für die anderen. Er meinte: “Weiter anfeuern und schaun was geht.”
Welche Ziele hattest du für den Individualwettbewerb?
Ich habe mir gar nicht so viele Gedanken gemacht. Wichtig war, von Spiel zu Spiel zu schauen. Wenn alles gut liefe, war vielleicht eine Medaille drin. Nicht im Traum habe ich dran gedacht, was dann geschah.
Petra hatte ihr Einzelhalbfinale kurz zuvor verloren. Dachtest du vor dem eigenen Halbfinale, das kann mir auch passieren?
Daran habe ich nicht gedacht. Man denkt nur an seine Taktik. Eher habe ich mich damit beschäftigt: “Was wäre, wenn ich gewinne.” Es ist aber wichtig sich auf sein Spiel zu konzentrieren.
Wann hast du an deine Chance im Einzelfinale geglaubt?
Wenn ich mein Spiel, wie im Halbfinale machen könnte, hatte ich eine kleine Chance. Nachdem ich den ersten Satz klar zu zwei gewonnen hatte, hat Nicole (Baldewein) beim Coaching zum zweiten Satz mir noch einmal klar gemacht, dass alles wieder offen ist und bei Null beide startet.
Kannst du dich noch an den Matchball erinnern?
Beim Matchball, es stand 10:9, habe ich mir gesagt: “Nur Ruhe bewahren”. Nach dem gewonnenen Matchball habe ich erst einmal einen Luftsprung gemacht.
Welches war aus deiner Sicht das schwerste Spiel?
Ich glaube das zweite Spiel gegen die Estländerin, da ich nur über den Kampf ins Spiel gefunden habe. Das war eventuell die Wende im Turnier. Gegen die Dänin Oersted im Viertelfinale war es vielleicht sogar noch schwerer. Da habe ich den ersten Satz nach Rückstand knapp gewonnen und musste dann auch noch in den Dritten.
Eure Chancen im Doppelfinale nach deinem Einzelsieg?
Es lief nicht rund, wie eigentlich im ganzen Turnier schon. Das andere Damendoppel war sehr stark und favorisiert. Wir hatten nur eine Chance, wenn wir fighteten.
Du darfst mir nach Sevilla. Hast du die WM-Nominierung erwartet?
Es war schon überraschend. Ich habe nicht unbedingt damit gerechnet, aber vielleicht hat die positive Leistung bei der Deutschen Meisterschaft den Ausschlag gegeben.
Juliane, herzlichen Glückwunsch.

- EM-Titel als krönender Abschluss der Jugendzeit: Juliane Schenk bei der Siegerehrung mit (v.l.) Kamila Augustyn, Petya Nedeltscheva und Petra Overzier.







