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Individual-WM 2014

Von Mo 25. bis So 31. August in Kopenhagen (Dänemark), Ballerup Super Arena, Ballerup Idrætsby 4. 
BWF-Turnierklassifikation: Level 1. Referee: Juniarto Suhandinata (INA).

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Turnier allgemein

Vorberichte

 

Die Spiele der deutschen WM-Teilnehmer

Aus Kopenhagen berichtet Claudia Pauli

 

 

4. Veranstaltungstag: Donnerstag, 28. August 2014

 

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Weiterentwicklung angestrebt

Nach dem letzten Spiel mit deutscher Beteiligung im Rahmen der diesjährigen Individual-WM meinte Chef-Bundestrainer Holger Hasse: „Natürlich sind wir, und sind vor allem die Spieler, ein Stück weit enttäuscht, dass sie es nicht geschafft haben, ins Viertelfinale einzuziehen. Sie haben alles dafür getan, aber in beiden Spielen waren die Gegner heute einfach besser. Im Mixed waren wir näher dran, mit dem dritten Satz, aber bei uns hat es heute nicht optimal geklappt. Im Herrendoppel haben wir eine sehr, sehr gute Leistung der Dänen gesehen. Wir hingegen sind nicht ganz an unsere Top-Leistung herangekommen. Wir werden alles gut analysieren, verarbeiten und nach vorne gucken. Insgesamt haben wir im Vergleich zur WM vor einem Jahr einen Schritt nach vorne gemacht. Nun geht es darum, dass wir uns innerhalb des nächsten Jahres entsprechend weiterentwickeln, damit wir bei der nächsten WM noch größere Chancen haben, weit zu kommen.“

 

Mixed: Michael Fuchs/Birgit Michels im Achtelfinale ausgeschieden

Die Olympiafünften von London 2012, Michael Fuchs und Birgit Michels (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/1. BC Beuel), sind bei der Individual-WM 2014 im Achtelfinale ausgeschieden. Die in Kopenhagen an Nummer sechs gesetzten Weltranglistensiebten unterlagen am Donnerstag (28. August 2014) Lee Chun Hei und Chau Hoi Wah aus Hongkong mit 18:21, 21:16, 8:21. Die Asiaten belegen im Ranking des Badminton-Weltverbandes BWF derzeit Platz 13, bei den Titelkämpfen in Dänemarks Hauptstadt sind sie an Position elf notiert. Das zuvor einzige Aufeinandertreffen mit Lee Chun Hei und Chau Hoi Wah, im Juni 2014 anlässlich der YONEX Open Japan, hatten die Deutschen Meister in zwei Sätzen für sich entschieden.

 

„Es hat sich von Anfang an nicht wirklich gut angefühlt“, zog Birgit Michels unmittelbar nach dem Match ein Fazit. Die 29-Jährige fügte hinzu: „Ich habe mich tierisch verunsichern lassen durch den Aufschlagrichter – dass ich von ihm so viele Aufschlagfehler bekommen habe. Ich habe daraufhin viel zu viele Aufschlagfehler gemacht. Vielleicht hatten wir uns für die WM auch ein bisschen zu viel vorgenommen.“

 

Ihr Mixed-Partner Michael Fuchs zeigte sich mit der Leistung des Aufschlagrichters ebenfalls unzufrieden: „Das war kein schönes Spiel, auch nicht zum Zuschauen. Dazu hat sicherlich der Aufschlagrichter einen Teil beigetragen. Mit seinen seltsamen Entscheidungen hat er allen vier Spielern die Aufschläge abgepfiffen. Dadurch kam kein Spielfluss zustande.“ Der 32-Jährige ergänzte: „Das Spiel hat sich nicht so rund angefühlt. Es gab ganz wenige längere Ballwechsel, überhaupt ganz wenige Ballwechsel. Generell haben es unsere Gegner in beiden Sätzen, die wir verloren haben, in den ersten drei bis vier Schlägen besser gemacht als wir.“

 

Da sich Birgit Michels nun auf ihre berufliche Laufbahn konzentriert und Michael Fuchs den Fokus auf die Disziplin Herrendoppel legt, stellte die Begegnung mit Lee Chun Hei und Chau Hoi Wah die letzte gemeinsame der erfolgreichen Mixed-Partner dar. „Wir hatten uns mehr erhofft und wollten ein richtig schönes Turnier zum Abschluss präsentieren“, sagte Michael Fuchs enttäuscht.

 

Er hat am Donnerstagnachmittag noch zusammen mit Johannes Schöttler (ebenfalls 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) die Chance, im Herrendoppel-Wettbewerb ins Viertelfinale einzuziehen. „Ich werde nun so schnell wie möglich versuchen, den Kopf frei zu bekommen und dann gehen wir voll auf Angriff“, so der gebürtige Würzburger.

  

Impressionen von der Partie zwischen Michael Fuchs/Birgit Michels und Lee Chun Hei/Chau Hoi Wah im Achtelfinale. Fotos: Claudia Pauli.

Herrendoppel: Michael Fuchs/Johannes Schöttler „ohne Luft“

Einen Tag nach ihrem Drei-Satz-Erfolg über die an Position 16 notierten Thailänder Maneepong Jongjit/Nipitphon Puangpuapech unterlagen die ungesetzten Weltranglisten-23. Michael Fuchs/Johannes Schöttler (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) den Dänen Mathias Boe/Carsten Mogensen (Dänemark/Nr. 3) mit 17:21, 14:21. Damit verzeichneten die aktuellen Weltranglistenvierten in ihrer insgesamt zweiten Begegnung mit Michael Fuchs und Johannes Schöttler den zweiten Zwei-Satz-Sieg. Im April 2014, anlässlich der Individual-Europameisterschaften, hatten sich die Dänen mit 22:20, 21:19 gegen die Deutschen Meister durchgesetzt.

 

Mit dem Herrendoppel bin ich sehr zufrieden. Wir haben hier zwei gute Siege eingefahren und auch heute – gegen die an Nummer drei Gesetzten, die zudem das heimische Publikum im Rücken hatten – kein schlechtes Spiel gezeigt“, meinte der 32 Jahre alte Michael Fuchs. Johannes Schöttler, der tags zuvor seinen 30. Geburtstag feiern durfte, analysierte das Match gegen die Dänen, ihres Zeichens Mitfavoriten auf den Titelgewinn, folgendermaßen: „Das ist ein Weltklasse-Doppel. Wenn wir mit ihnen mithalten wollen, müssen wir unser bestes Badminton spielen. Sie haben heute sehr konzentriert und konsequent gespielt und uns keine Luft gelassen. Wir schaffen es noch nicht, in allen Ballwechseln diese Qualität zu spielen wie sie.“

 

 

 

3. Veranstaltungstag: Mittwoch, 27. August 2014

Chef-Bundestrainer Holger Hasse: „Wir haben in allen Disziplinen einen Schritt gemacht!“

Nach dem letzten Spiel mit deutscher Beteiligung im Rahmen des 3. Veranstaltungstages zog Chef-Bundestrainer Holger Hasse gegenüber Claudia Pauli ein Zwischenfazit zur WM 2014:

 

Wir haben sicherlich einen guten Start in die WM hingelegt. Am heutigen Mittwoch hatten wir sehr leistungsstarke Gegner und natürlich versucht man immer, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Dass Michael Fuchs in zwei Disziplinen im Achtelfinale steht, ist großartig. Im Herreneinzel war heute nicht mehr drin. Dieter und Marc sind auf die beiden aktuell besten Spieler der Welt getroffen, sie sind nicht umsonst an Nummer eins und zwei gesetzt. Auch für Peter und Josche war nicht mehr drin. Für sie ist das Erreichen der zweiten Runde schon ein Riesen-Erfolg. Sie haben im ersten Spiel eine sehr gute Leistung gezeigt und auch heute, gegen das Weltklasse-Doppel aus Japan, ein gutes Spiel gemacht. Karin hat ebenfalls ein sehr, sehr gutes Turnier gespielt. Das erste Spiel war sehr gut, genauso das zweite. Bae Yeon Ju ist immerhin Weltranglistenfünfte. Im ersten Satz hat Karin sie auf Augenhöhe herausgefordert. Wir konnten heute nicht in allen Disziplinen unsere Bestleistung erreichen, aber wir sind auf dem richtigen Weg und lernen aus den Spielen. Wir werden konsequent an den Themen weiterarbeiten und unsere Chance nutzen. Im Vergleich zur WM 2013 haben wir in allen Disziplinen einen Schritt gemacht! In Richtung Rio 2016 werden wir dran bleiben! Bis auf Peter und Isabel im Mixed haben hier alle mindestens ein Spiel gewonnen. Insofern nimmt jeder ein Erfolgserlebnis mit. Durch die knappen Siege in der ersten Runde haben einige auch in der Weltrangliste einen Schritt nach vorne gemacht.“

 

 

Zusammenfassung der Spiele mit deutscher Beteiligung am 3. Veranstaltungstag

Die Deutschen Meister im Herrendoppel, Michael Fuchs und Johannes Schöttler (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim), haben bei den Individual-Weltmeisterschaften in Kopenhagen/Dänemark (25. bis 31. August 2014) nach einer herausragenden Leistung in ihrer Zweitrundenpartie das Achtelfinale erreicht. Die ungesetzten Weltranglisten-23. bezwangen am 3. Veranstaltungstag (Mittwoch, 27. August 2014) die an Position 16 notierten Thailänder Maneepong Jongjit/Nipitphon Puangpuapech mit 21:19, 19:21, 21:15. Die Asiaten werden im Ranking des Badminton-Weltverbandes BWF derzeit auf Platz 15 geführt. Damit zählt Michael Fuchs bei der WM in zwei Disziplinen zu den besten 16 der Welt: Bereits am Dienstag (26. August 2014) war der 32-Jährige zusammen mit Birgit Michels (1. BC Beuel) ins Achtelfinale des Mixed-Wettbewerbs eingezogen. „Dass Michael Fuchs in zwei Disziplinen im Achtelfinale steht, ist großartig“, meinte Chef-Bundestrainer Holger Hasse erfreut.

 

Während Michael Fuchs an der Seite von Johannes Schöttler am Donnerstag (28. August 2014, nicht vor ca. 17.00 Uhr) auf die bei der WM an Position drei notierten Weltranglistenvierten Mathias Boe/Carsten Mogensen aus Dänemark trifft, muss sich der Olympiateilnehmer von 2012 gemeinsam mit Birgit Michels mit Lee Chun Hei/Chau Hoi Wah aus Hongkong auseinandersetzen. Auch dieses Match wird am Donnerstag ausgetragen (28. August 2014, 13.00 Uhr). Die Asiaten sind bei den Titelkämpfen an Nummer elf gesetzt, im BWF-Ranking belegen sie Platz 13. Das bis dato einzige Aufeinandertreffen mit Lee Chun Hei und Chau Hoi Wah, im Juni 2014, entschieden die in Kopenhagen an Position sechs notierten Deutschen (Weltranglistenplatz 7) in zwei Sätzen für sich. Im Herrendoppel hingegen weist Michael Fuchs im Zusammenhang mit den nächsten Gegnern eine negative Bilanz auf: Den bisher einzigen Vergleich mit Mathias Boe/Carsten Mogensen, im April 2014 anlässlich der Individual-Europameisterschaften, verloren er und Johannes Schöttler knapp.

 

Ausgeschieden sind bei der Individual-WM am 3. Veranstaltungstag Marc Zwiebler und Dieter Domke  (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) im Herreneinzel, Karin Schnaase (SC Union Lüdinghausen) im Dameneinzel, Peter Käsbauer/Josche Zurwonne (PTSV Rosenheim/SC Union Lüdinghausen) im Herrendoppel sowie Johanna Goliszewski/Birgit Michels (1. BV Mülheim/1. BC Beuel) und Isabel Herttrich/Carla Nelte (PTSV Rosenheim/TV Refrath) im Damendoppel. Wenngleich sie ihre Partien nicht gewinnen konnten, so präsentierten sich doch zahlreiche Badmintonasse des DBV auch in ihren Zweitrundenspielen in sehr guter Verfassung. 

 

 

Herrendoppel I: Tolle Leistung von Michael Fuchs/Johannes Schöttler

Als einen „super Sieg“ bezeichnete Holger Hasse, der Chef-Bundestrainer im Deutschen Badminton-Verband (DBV), den 21:19, 19:21, 21:15-Erfolg, den Michael Fuchs und Johannes Schöttler (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) in ihrem Zweitrundenspiel im Herrendoppel gegen die Thailänder Maneepong Jongjit/Nipitphon Puangpuapech verzeichneten. „Das freut mich total für sie. Sie haben in der Vergangenheit trotz super Leistungen viele knappe Niederlagen erlitten. Jetzt haben sie es umgedreht. Sie haben die Taktik hervorragend umgesetzt und wir sind happy, dass sie eine Runde weiter sind. Mit diesen Leistungen brauchen sie sich gegenüber niemandem zu verstecken“, lobte der Coach.

 

Auch Johannes Schöttler war „einfach glücklich“ – zumal dieser Sieg auf ein ganz besonders Datum fällt: Der Olympiateilnehmer von 2012 im Herrendoppel (damals an der Seite von Ingo Kindervater) feierte am 27. August 2014 seinen 30. Geburtstag. Als Johannes Schöttler und Michael Fuchs nach mehreren Interviews – auch seitens asiatischer Medienvertreter – die Mixed-Zone in der Ballerup Super Arena verließen, in die alle Athleten nach ihrem Spiel gebeten werden, durfte er sich erst einmal über ein Ständchen seitens Kollegen, Trainern, DBV-Präsidiumsmitgliedern und mehreren anderen Gratulanten freuen. „Im ersten Satz lief es sehr gut. Am Anfang des zweiten waren wir vielleicht ein bisschen nachlässig. Dies wurde aber im Verlauf des Satzes besser. Es war ja auch eng: Wir haben 19:21 verloren. Wir waren allerdings zuversichtlich im Hinblick auf den dritten Satz“, meinte der gebürtige Hamburger zum Spiel.

 

Sein Doppel-Partner Michael Fuchs fügte hinzu: „Wir wussten, dass wir eine gute Chance haben würden, wenn wir unser Bestes spielen. Die Thailänder waren die Favoriten, daher war unsere Chance vielleicht 40:60.“ Er zeigte sich angetan von den vergleichsweise vielen deutschen Fans, die schon am Mittwochvormittag das Geschehen in der Halle verfolgten, und jeden Punktegewinn von Michael Fuchs und Johannes Schöttler lautstark bejubelten. Diese Unterstützung habe sie zusätzlich motiviert, so der 32-Jährige. „Es macht viel Spaß, hier vor ‚heimischen Fans‘ zu spielen.

 

Dabei mussten die Zuschauer aus Deutschland über weite Strecken sozusagen parallel schauen: Michael Fuchs und Johannes Schöttler begannen ihr Herrendoppel ebenso um 11.00 Uhr wie Johanna Goliszewski und Birgit Michels (1. BV Mülheim/1. BC Beuel) ihr Damendoppel. Auch der Spielverlauf war größtenteils identisch: Beide DBV-Duos gewannen den ersten Satz knapp (21:19 die Herren, 22:20 die Damen), und als es im zweiten Durchgang 19:20 aus Sicht der deutschen Herren stand, zeigte die Anzeigetafel für das Spiel der Damen 19:19 an. Nicht einmal fünf Minuten lagen zwischen dem letzten Ballwechsel im Herrendoppel und jenem im Damendoppel – nur durften Michael Fuchs und Johannes Schöttler jubeln, während sich Johanna Goliszewski und Birgit Michels knapp den Nationalmannschaftskolleginnen von Maneepong Jongjit und Nipitphon Puangpuapech geschlagen geben mussten.

 

Die Weltranglisten-23. Michael Fuchs und Johannes Schöttler standen Maneepong Jongjit und Nipitphon Puangpuapech erstmals anlässlich eines Turniers gegenüber. Die Asiaten werden im Ranking der BWF aktuell auf Platz 15 geführt und waren bei der WM an Nummer 16 gesetzt.

 

Nächste Gegner von Michael Fuchs und Johannes Schöttler sind am Donnerstag (28. August 2014, N.N. Uhr) die dänischen Weltranglistenvierten Mathias Boe/Carsten Mogensen (Nr. 3). Die Paarungen standen sich bislang einmal im Rahmen eines Turniers gegenüber: Anlässlich der Individual-Europameisterschaften im April 2014 in Kazan/Russland gewannen die Dänen hauchdünn mit 22:20, 21:19 gegen Michael Fuchs und Johannes Schöttler.  

 

Impressionen von der Partie zwischen Michael Fuchs/Johannes Schöttler und Maneepong Jongjit/Nipitphon Puangpuapech in der 2. Runde. Fotos: Claudia Pauli.

Herrendoppel II: Peter Käsbauer/Josche Zurwonne verlieren deutlich

Zwei Tage nach ihrem 15:21, 21:19, 28:26-Erfolg über die Weltranglisten-31. Liang Jui Wei/Liao Kuan Hao aus Taiwan präsentierten sich Peter Käsbauer und Josche Zurwonne (PTSV Rosenheim/SC Union Lüdinghausen) erneut in guter Verfassung, sie mussten diesmal aber die Überlegenheit ihrer Gegner anerkennen: Die Deutschen Vizemeister, die in der Weltrangliste aktuell Platz 41 belegen, unterlagen in ihrem Zweitrundenspiel den Weltranglistendritten Hiroyuki Endo/Kenichi Hayakawa aus Japan mit 11:21, 12:21. Die Paarungen standen sich erstmals gegenüber – und werden auch vorerst nicht mehr aufeinander treffen. Wie berichtet, konzentriert sich Peter Käsbauer künftig auf das Gemischte Doppel (mit seiner Vereinskollegin Isabel Herttrich), Josche Zurwonne bildet demnächst mit Max Schwenger (TV Refrath) ein Herrendoppel.

 

Wir haben ganz gut gespielt und alles probiert. Aber die Japaner sind nicht umsonst Weltranglistendritte. Es hat trotzdem Spaß gemacht“, so Peter Käsbauer. Josche Zurwonne ergänzte: „Spiele auf diesem Niveau haben wir noch nicht ganz so oft gespielt, das merkt man in solchen Situationen. Die anderen haben Weltklasse-Leistungen gezeigt. Aber die Ballwechsel waren durchaus auch spannend und umkämpft, insofern können wir mit unserer Leistung ganz zufrieden sein.“ Wie Michael Fuchs äußerte sich der 25-Jährige positiv zur Unterstützung seitens des Publikums: „Es ist schön zu sehen, dass so viele Badmintonfans aus Deutschland hier sind!   

 

Impressionen von der Partie zwischen Peter Käsbauer/Josche Zurwonne und Hiroyuki Endo/Kenichi Hayakawa in der 2. Runde. Fotos: Claudia Pauli.

Damendoppel I: Johanna Goliszewski/Birgit Michels unterliegen knapp

Nicht allein wegen der knappen Niederlage, die sie zusammen mit Birgit Michels (1. BC Beuel) in der Begegnung mit Duanganong Aroonkesorn/Kunchala Voravichitchaikul erlitten hatte, war Johanna Goliszewski (1. BV Mülheim) nach dem Match niedergeschlagen. Vielmehr machte der 28-Jährigen auch der Gedanke daran zu schaffen, dass dieses Match das letzte darstellte, das Birgit Michels und sie im Rahmen eines internationalen Turniers gemeinsam bestritten. Wie die zweimalige Olympiateilnehmerin bereits vor mehreren Monaten bekannt gegeben hatte, konzentriert sie sich nach der WM auf ihre berufliche Zukunft und wird nur noch vereinzelt an Wettkämpfen teilnehmen.

 

In Kopenhagen mussten die Deutschen Meisterinnen in ihrem Spiel aus der 2. Runde des Damendoppel-Wettbewerbs eine 22:20, 19:21, 14:21-Niederlage hinnehmen. Damit verzeichneten die bei der WM an Nummer zwölf gesetzten Weltranglisten-15. aus Thailand im insgesamt dritten Vergleich mit den derzeitigen Weltranglisten-34. aus Deutschland den dritten Sieg.

 

Wir wussten, wenn wir unser Level spielen würden, könnten wir mitgehen. Es ist bitter, dass wir den zweiten Satz nicht nach Hause gefahren haben. Die Thailänderinnen haben es insgesamt aber auch echt gut gemacht”, zog die 29 Jahre alte Birgit Michels ein Fazit. Diemo Ruhnow, der Bundestrainer Damendoppel im Deutschen Badminton-Verband (DBV), meinte: Das war eine gute Leistung und ein guter Fight. Die Thailänderinnen haben sich am Ende einfach gut auf unsere Taktik eingestellt.”

 

Impressionen von der Partie zwischen Johanna Goliszewski/Birgit Michels und Duanganong Aroonkesorn/Kunchala Voravichitchaikul in der 2. Runde. Fotos: Claudia Pauli.

Dameneinzel: Karin Schnaase unterliegt in zwei Sätzen

Die Deutsche Meisterin im Dameneinzel, Karin Schnaase (SC Union Lüdinghausen), hat auch den zweiten Vergleich mit der Koreanerin Bae Yeon Yu in zwei Sätzen verloren: In ihrem Match aus der zweiten Runde musste sich die amtierende EM-Dritte der in Kopenhagen an Nummer sechs gesetzten Weltranglistenfünften mit 18:21, 14:21 geschlagen geben. Im bis dato ersten Aufeinandertreffen mit der Asiatin, im Januar 2013 in Malaysia, unterlag die heute 29-Jährige allerdings weitaus deutlicher: Damals siegte Bae Yeon Yu mit 21:14, 21:9. Karin Schnaase wird im Ranking des Badminton-Weltverbandes BWF derzeit auf Platz 32 geführt.

Karin hat ein sehr, sehr gutes Turnier gespielt. Das erste Spiel war sehr gut, genauso das zweite. Bae Yeon Ju ist immerhin Weltranglistenfünfte. Im ersten Satz hat Karin sie auf Augenhöhe herausgefordert“, sprach Chef-Bundestrainer Holger Hasse Karin Schnaase Anerkennung für ihre in Kopenhagen gezeigten Leistungen aus.

 

Impressionen von der Partie zwischen Karin Schnaase und Bae Yeon Ju in der 2. Runde. Fotos: Claudia Pauli.

Herreneinzel I: Chen Long zu stark für Marc Zwiebler  

Marc Zwiebler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) war nach Aussage von Xu Yan Wang, dem Bundestrainer Herreneinzel im Deutschen Badminton-Verband (DBV), „gut in Form, er hat nicht schlecht gespielt“. Aber Chen Long sei sehr stark aufgetreten, habe in der Abwehr sehr kompakt gestanden, wenige Fehler gemacht, sehr platziert und zudem mit viel Geduld und sehr konzentriert gespielt, so der Coach. Mit 11:21, 10:21 verlor der Europameister von 2012 im Herreneinzel letztlich gegen den chinesischen Weltranglistenzweiten, der in Kopenhagen an Nummer zwei gesetzt ist und in der Ballerup Super Arena bislang hervorragend agierte. „Das war eine starke Leistung, das muss man anerkennen“, lobte Xu Yan Wang den Olympia-Dritten von 2012. Der 30 Jahre alte Marc Zwiebler wird im BWF-Ranking derzeit auf Platz 26 geführt. Im direkten Vergleich mit dem siebenmaligen Deutschen Meister führt Chen Long nun mit 6:1.  

 

Herreneinzel II: Dieter Domke chancenlos

Das hat keinen Bock gemacht“, sagte Dieter Domke (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) nach der 12:21, 9:21-Niederlage, die er in seinem Zweitrundenmatch gegen den topgesetzten Weltranglistenersten Lee Chong Wei erlitten hatte. „Er macht alles zehnmal besser als man selbst. Wenn man dann noch ein bisschen nervös ist, kann man nichts machen. So wie jetzt habe ich mich noch nie nach einem Spiel gefühlt. Er steht mit einer unglaublichen Lockerheit auf dem Feld und kriegt einfach alles. Wenn ich mal eine gute Chance hatte, habe ich sie vergeben und einen Fehler gemacht. Wenn Du die ganze Zeit hinterher läufst, wird es irgendwann schwierig. Irgendwann verlässt Dich auch der Mut. Ich bin davon überzeugt, dass ich gegen alle mitspielen und eventuell eine Chance haben könnte – außer gegen Lee Chong Wei, Chen Long und Lin Dan. Das sind solche Ausnahmespieler“, meinte der 27 Jahre alte Weltranglisten-43. aus Deutschland. Er konnte dem Match gegen den amtierenden WM-Zweiten und Olympia-Zweiten von 2012 aber auch etwas Positives abgewinnen: „Besser, man verliert gegen die Nummer eins als gegen die Nummer 40. So nehme ich wenigstens neue Erfahrungen mit.“ Lee Chong Wei verzeichnete damit im insgesamt dritten Vergleich mit Dieter Domke den dritten Zwei-Satz-Erfolg.

 

Damendoppel II: Isabel Herttrich/Carla Nelte mit deutlicher Niederlage

Auch Isabel Herttrich und Carla Nelte (PTSV Rosenheim/TV Refrath) verpassten den Einzug ins Achtelfinale klar: Die Deutschen Vizemeisterinnen im Damendoppel mussten beim 10:21, 11:21 gegen Nitya Krishinda Maheswari und Greysia Polii anerkennen, dass die Indonesierinnen am Mittwoch deutlich stärker agierten als sie. Die Asiatinnen, die im Ranking der BWF aktuell auf Platz zehn geführt werden und in Kopenhagen auch an Position zehn gesetzt sind, warfen die derzeitigen Weltranglisten-42. aus Deutschland schon zum insgesamt zweiten Mal aus einem Turnier.

  

 

 

 

2. Veranstaltungstag: Dienstag, 26. August 2014

 

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Aus Sicht des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) verlief bei den Individual-Weltmeisterschaften in Kopenhagen/Dänemark (25. bis 31. August 2014) auch der zweite Veranstaltungstag (Dienstag, 26. August 2014) sehr erfreulich: Während Marc Zwiebler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) im Herreneinzel die zweite Runde erreichte, gelang Isabel Herttrich/Carla Nelte (PTSV Rosenheim/TV Refrath) dies im Damendoppel und Michael Fuchs/Johannes Schöttler (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) Selbiges im Herrendoppel. Im Mixed steht Michael Fuchs – zusammen mit Birgit Michels (1. BC Beuel) – nach einem Zwei-Satz-Sieg zum Auftakt sogar bereits im Achtelfinale.

 

 

Herreneinzel: Marc Zwiebler zieht sicher in Runde zwei ein

Der siebenmalige Deutsche Meister im Herreneinzel, Marc Zwiebler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim), hat bei den Individual-Weltmeisterschaften in Kopenhagen einen souveränen Erstrundensieg verzeichnet: Der Europameister von 2012 in dieser Disziplin gewann sein Auftaktmatch gegen Niluka Karunaratne aus Sri Lanka mit 21:18, 21:11. „Die erste Runde ist immer schwer. Dass ich vorher noch nie gegen ihn gespielt habe, macht es nicht unbedingt leichter. Er hat super Ergebnisse in der Vergangenheit verzeichnet – auch wenn sich das nicht direkt in seiner Weltranglistenposition widerspiegelt. Er hat z. B. bei Olympia gegen den jetzigen Weltranglistenvierten, Kenichi Tago, gewonnen. Daher hatte ich Respekt vor ihm und bin froh, dass ich in zwei Sätzen gewonnen habe“, meinte der Weltranglisten-26. aus Deutschland nach dem gelungenen Einstand erfreut. Niluka Karunaratne wird im Ranking des Badminton-Weltverbandes BWF derzeit auf Platz 98 geführt. Er hielt im ersten Durchgang noch gut dagegen, war im zweiten Satz aber gegen Marc Zwiebler chancenlos. „Es gab im ersten Satz gar nicht so viele lange Ballwechsel, eher viele Stoppfehler. Ich habe mich aber eigentlich nie so richtig in Gefahr gespürt. Allerdings habe ich zuletzt viele knappe Spiele verloren, was dem Selbstvertrauen nicht sehr gut tut. Daher ist es gut, dass ich den ersten, knappen Satz gewinnen konnte“, sagte Marc Zwiebler.

 

Nächster Gegner des 30-Jährigen ist der an Nummer zwei gesetzte Chinese Chen Long. „Das ist natürlich eine ‚Bomben-Auslosung‘ für Dieter und mich: Die deutsche Nummer eins und Nummer zwei müssen in der zweiten Runde gegen die Nummer zwei und eins der Welt antreten … Wenn einer von uns beiden durchkäme, wäre das super“, so Marc Zwiebler. Von den bisherigen fünf Vergleichen mit dem Olympia-Dritten von 2012 aus China konnte der Deutsche lediglich den ersten, im Jahr 2009, für sich entscheiden.

 

Von der Ballerup Super Arena zeigte sich Marc Zwiebler insgesamt angetan. Zwar sei es darin sehr warm, aber „das ist eine sehr schöne Halle. Der Aufbau gefällt mir gut, auch dass die Spielfelder auf Podesten liegen. Die Präsentation der jeweils nächsten Spiele ist ebenfalls super. Aber die Präsentation gelingt den Dänen ja ohnehin immer gut“, lobte der zweimalige Olympiateilnehmer die Organisatoren.

 

Impressionen von der Partie zwischen Marc Zwiebler und Niluka Karunaratne in der 1. Runde. Fotos: Claudia Pauli.

Mixed: Michael Fuchs/Birgit Michels mit klarem Auftakterfolg

Auch die Olympiafünften von London 2012, Michael Fuchs und Birgit Michels (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/1. BC Beuel), erreichten in Kopenhagen problemlos die nächste Runde. Nach ihrem 21:14, 21:11-Erfolg über die indische Paarung Arun Vishnu/Aparna Balan stehen die bei der WM an Nummer sechs gesetzten Weltranglistensiebten aus Deutschland bereits im Achtelfinale. Wir sind etwas schwer ins Spiel gekommen. Für Michael war es das erste Spiel hier, da muss man sich erst einmal an die Halle gewöhnen. Da wir die Gegner nicht kannten, war am Anfang ein wenig Abtasten erforderlich. Dann aber konnten wir unsere Taktik durchspielen, das hat gut funktioniert”, meinte Birgit Michels nach dem deutlichen Sieg über die Weltranglisten-52. aus Indien. Ihr Mixed-Partner Michael Fuchs ergänzte: In beiden Sätzen war es anfangs recht eng, dann aber konnten wir jeweils eine Lücke reißen. Wir sind sehr zufrieden, dass wir das Spiel in zwei Sätzen für uns entschieden haben.“

 

In der Runde der besten 16 Gemischten Doppel müssen sich Michael Fuchs und Birgit Michels mit Lee Chun Hei und Chau Hoi Wah aus Hongkong auseinandersetzen. Die Asiaten sind bei den Titelkämpfen an Nummer elf gesetzt, im BWF-Ranking werden sie auf Platz 13 geführt. Das bis dato einzige Aufeinandertreffen mit Lee Chun Hei und Chau Hoi Wah entschieden die Deutschen Meister in zwei Sätzen für sich. Es liegt gerade einmal zwei Monate zurück: Mitte Juni bezwangen Michael Fuchs und Birgit Michels die Asiaten im Halbfinale der YONEX Open Japan in Tokio/Japan mit 21:19, 21:10.

 

Impressionen von der Partie zwischen Michael Fuchs/Birgit Michels und Arun Vishnu/Aparna Balan in der 2. Runde. Fotos: Claudia Pauli.

Damendoppel: Isabel Herttrich/Carla Nelte wiederholen Zwei-Satz-Sieg

Isabel Herttrich und Carla Nelte (PTSV Rosenheim/TV Refrath) gelang in ihrer Erstrundenpartie ebenfalls ein ungefährdeter Sieg: Die Deutschen Vizemeisterinnen warfen die Schweizerinnen Ayla Huser/Sabrina Jaquet mit 21:16, 21:14 aus dem Turnier. Das hat Spaß gemacht, wir haben uns gut bewegt”, zog Isabel Herttrich ein positives Fazit. Die 22-Jährige ergänzte: Es war wie bei der EM: Da haben wir auch in der ersten Runde gegen die Schweizerinnen gespielt und auch mit 16 und 14 gewonnen.”

 

Da sich Isabel Herttrich künftig auf das Mixed konzentrieren und in dieser Disziplin zusammen mit ihrem Vereinskollegen Peter Käsbauer die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro/Brasilien in Angriff nehmen wird, stellen die Titelkämpfe in Dänemarks Hauptstadt das vorerst letzte gemeinsame Turnier von ihr und Carla Nelte dar. Wir wollen mit Spaß und guter Laune auf dem Feld stehen und gucken, was machbar ist”, sagte die 23-Jährige, die demnächst mit Johanna Goliszewski (1. BV Mülheim) ein Damendoppel bildet.

 

Im Spiel um den Einzug ins Achtelfinale stehen die Weltranglisten-42. Isabel Herttrich und Carla Nelte den Indonesierinnen Nitya Krishinda Maheswari und Greysia Polii gegenüber (Mittwoch, 27. August 2014, 17.00 Uhr). Die Asiatinnen werden im Ranking der BWF aktuell auf Platz zehn geführt und sind in Kopenhagen auch an Position zehn gesetzt. Im bis dato einzigen Vergleich, im März dieses Jahres anlässlich der Badminton Swiss Open in Basel/Schweiz, verzeichneten Nitya Krishinda Maheswari und Greysia Polii einen klaren Sieg über das deutsche Duo. Das sind starke Gegner. Sie haben in letzter Zeit schon Top-Chinesen geschlagen. Das wird eine harte Aufgabe, wir werden alles geben”, so Carla Nelte.

 

Impressionen von der Partie zwischen Isabel Herttrich/Carla Nelte und Ayla Huser/Sabrina Jaquet in der 2. Runde. Fotos: Claudia Pauli.

Herrendoppel: Michael Fuchs/Johannes Schöttler ebenfalls überlegen

Auch Michael Fuchs und Johannes Schöttler (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) benötigten lediglich zwei Durchgänge, um in die zweite Runde einzuziehen: Die Deutschen Meister im Herrendoppel gewannen ihr erstes WM-Spiel 2014 mit 21:16, 21:13 und verzeichneten damit im insgesamt zweiten Aufeinandertreffen mit den Niederländern Jacco Arends und Jelle Maas den zweiten deutlichen Erfolg.

 

Bisher läuft´s“, meinte Michael Fuchs nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel am zweiten Veranstaltungstag zufrieden. Der 32-Jährige fügte hinzu: „Im ersten Spiel braucht man natürlich immer ein bisschen, um reinzukommen. Bei mir war es ja ‚nur‘ das erste Spiel im Herrendoppel, bei Johannes war es das erste Spiel überhaupt bei dieser WM. Wir kamen aber recht schnell auf ‚Betriebstemperatur‘ und in 90 % der Fälle, in denen wir eine Angriffschance hatten, konnten wir die Punkte machen. Im zweiten Satz hatten wir von Anfang an das Tempo und den Druck zum Netz, daher konnten wir diesen auch noch deutlicher für uns entscheiden.“ Johannes Schöttler meinte: „Ich war in der vergangenen Woche ein bisschen krank und konnte seit Mittwoch nicht richtig trainieren. Daher wusste ich gar nicht genau, wie die Form ist, und hatte zudem ein bisschen Sorge, wie ich in der heißen Halle zurechtkommen würde. Aber ich habe mich gut gefühlt und früh gedacht, dass wir das schaffen werden.“

 

Nächste Gegner der Olympiateilnehmer von 2012 sind die an Nummer 16 gesetzten Thailänder Maneepong Jongjit/Nipitphon Puangpuapech (Mittwoch, 27. August 2014, 11.00 Uhr). Die Weltranglisten-15. aus Asien bestreiten erstmals ein Match gegen Michael Fuchs und Johannes Schöttler. Die Badmintonasse des DBV werden im Ranking der BWF aktuell auf Platz 23 geführt.

  

 

 

 

1. Veranstaltungstag: Montag, 25. August 2014

Dameneinzel: Karin Schnaase mit souveränem Auftaktsieg

Die Deutsche Meisterin im Dameneinzel, Karin Schnaase (SC Union Lüdinghausen), hat ihre gute Form, die sie in den vergangenen Monaten bei zahlreichen Turnieren bewies, bei den Individual-Weltmeisterschaften bestätigt: Die 29 Jahre alte Weltranglisten-32. verzeichnete in der Ballerup Super Arena in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen in ihrem Erstrundenspiel einen 21:15, 21:15-Sieg über Kirsty Gilmour. Die Schottin, die Anfang August bei den Commonwealth Games in Glasgow die Silbermedaille in dieser Disziplin gewonnen hatte, wird im Ranking des Badminton-Weltverbandes BWF derzeit an Position 16 geführt.

Ich freue mich natürlich, dass ich gegen Kirsty gewonnen habe – gerade auch, weil ich im Januar, als wir in Schweden gegeneinander gespielt haben, gegen sie verloren habe. Seitdem arbeite ich wieder ganz eng mit dem DBV zusammen, außerdem trainiert mich mein Bruder Christoph. Diese Kombination tut mir sehr gut, es läuft richtig gut“, meinte Karin Schnaase nach dem Auftakterfolg glücklich. Da waren für die Bundesligaspielerin vom Deutschen Mannschaftsmeister SC Union Lüdinghausen auch die Schürfwunden am rechten Knie schnell vergessen, die sie bei ihren kämpferischen Einsätzen auf dem Spielfeld erlitten hatte. „Der Boden ist ganz neu und noch sehr rutschig“, so Karin Schnaase, die in diesem Jahr erstmals seit 2010 wieder bei einer Individual-WM aufschlägt: „2013 war ich nicht dabei, weil ich da in der Nationalmannschaft aufgehört hatte, 2012 war Olympia und 2011 war ich nicht nominiert, sodass ich zuletzt 2010 in Paris gespielt habe“, erläuterte die langjährige Sportsoldatin der Bundeswehr – erstaunt drüber, wie schnell die Zeit vergeht. Damals musste sich Karin Schnaase in Runde eins der Malaysierin Wong Mew Choo in zwei Sätzen geschlagen geben. Auch zu den Federbällen, die bei den Li-Ning BWF World Championships 2014 zum Einsatz kommen, äußerte sich Karin Schnaase nach der Partie gegen Kirsty Gilmour: „Die Bälle von Li-Ning werden zwar recht schnell langsam, aber das kommt meinem Spiel durchaus entgegen.“

Im direkten Vergleich mit Kirsty Gilmour steht es nun 2:1 für die Deutsche. Sie hatte das erste Aufeinandertreffen mit der Britin, im Herbst 2011 in Bulgarien, für sich entschieden, ehe Kirsty Gilmour Anfang 2014 zum 1:1 ausglich. Karin Schnaases Erstrundensieg verfolgten in der Ballerup Super Arena neben mehreren Trainern des DBV und DBV-Physiotherapeut Andreas Richter unter anderem auch DBV-Präsident Karl-Heinz Kerst, DBV-Sportdirektor Martin Kranitz sowie ihr ältester Bruder Thorsten. „Karin hat sehr gut gespielt. Kirsty Gilmour steht in der Weltrangliste immerhin einige Plätze über ihr und hat bei den Commonwealth Games die Silbermedaille gewonnen. Karin hat das taktisch sehr gut gemacht. Sie hat unter anderem gemerkt, dass Kirsty Gilmour am Ende unruhig wurde und entsprechend reagiert. Insgesamt ist die mit den Trainern abgesprochene Strategie aufgegangen. Das war ein sehr, sehr guter Sieg“, meinte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz erfreut.

 

In Runde zwei trifft Karin Schnaase auf die in Kopenhagen an Nummer sechs gesetzte Koreanerin Bae Yeon Yu. Den bislang einzigen Vergleich mit der Deutschen gewann die derzeitige Weltranglistenfünfte aus Asien deutlich.

 

Impressionen von der Partie zwischen Karin Schnaase und Kirsty Gilmour in der 1. Runde. Fotos: Claudia Pauli.

Mixed: Peter Käsbauer und Isabel Herttrich verlieren enges Match

Im ersten WM-Spiel 2014 aus deutscher Sicht mussten sich am Montagmorgen Peter Käsbauer und Isabel Herttrich (beide PTSV Rosenheim) knapp Jorrit de Ruiter und Samantha Barning geschlagen geben. Die Deutschen Vizemeister unterlagen den (auch) aus der 1. Bundesliga bekannten Niederländern mit 16:21, 20:22. Den bis dato einzigen Vergleich mit den Weltranglisten-40. aus dem Nachbarland, im März 2014 im Rahmen der Badminton Swiss Open, hatten die Weltranglisten-21. aus Deutschland noch in zwei Sätzen für sich entschieden.

 

Das war ein Spiel auf Augenhöhe, aber Peter und Isabel haben speziell im ersten Satz Probleme gehabt und es dadurch ihren Gegnern leicht gemacht. Sie sind nicht so richtig ins Spiel gekommen, zudem war aus meiner Sicht die Fehlerquote zu hoch. Das wird dann hinten raus schwierig. Natürlich hätten Peter und Isabel das Spiel auch gewinnen können, aber sie haben im ersten Satz nicht das gespielt, was sie können, wohingegen die Niederländer sehr schnell ins Spiel gefunden haben. Dadurch mussten Peter und Isabel ständig einem Rückstand hinterher rennen”, zog DBV-Sportdirektor Martin Kranitz ein Fazit.  

  

Herrendoppel: Peter Käsbauer/Josche Zurwonne mit starken Nerven

Wenige Stunden später war Peter Käsbauer (PTSV Rosenheim) zwar verständlicherweise nach wie vor vom direkten Ausscheiden im Gemischten Doppel enttäuscht, aber bereits wieder top-konzentriert: In seiner Auftaktpartie im Herrendoppel bot der gebürtige Bayer zusammen mit Josche Zurwonne (SC Union Lüdinghausen) eine herausragende Leistung. Gegen die Weltranglisten-31. Liang Jui Wei/Liao Kuan Hao aus Taiwan setzten sich die im BWF-Ranking zehn Plätze schlechter eingestuften Deutschen nach einer Spielzeit von einer Stunde, einer extrem spannenden Schlussphase und mehreren abgewehrten Matchbällen der Gegner mit 15:21, 21:19, 28:26 durch.  

 

Im ersten Satz war ich noch nicht im Spiel, da ging mir alles zu schnell“, meinte Peter Käsbauer selbstkritisch. Der 26-Jährige fügte hinzu: „Im zweiten Durchgang haben wir taktisch viel besser in den Aufschlagsituationen agiert. Josche kannte den einen der Beiden von den Canada Open. Wir haben es aber erst im zweiten Satz geschafft, entsprechend zu spielen. Dann ist es uns gelungen, viele Lücken zu treffen. Wir haben im zweiten Satz insgesamt taktisch gut gespielt.“ Wie Josche Zurwonne meinte, wurden sie im dritten Satz durchaus ein wenig nervös, „aber das ist glaube ich normal in der ersten Runde bei einer WM“.

 

Angesprochen auf das knapp verlorene Mixed am Vormittag sagte Peter Käsbauer: „Ich habe mir keine Gedanken gemacht, dass ich heute früh verloren habe und jetzt nicht wieder verlieren möchte. Ich wollte einfach beim letzten Turnier mit Josche ein gutes Spiel machen.“ Peter Käsbauer wird sich künftig auf das Gemischte Doppel konzentrieren und in dieser Disziplin die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro/Brasilien bestreiten. Josche Zurwonne, der am 25. August 2014 seine Premiere bei einer Individual-WM verzeichnete, bildet demnächst mit Max Schwenger (TV Refrath) ein Herrendoppel. „Dass wir im letzten gemeinsamen Turnier unsere beste Leistung zeigen, ist super. Ich glaube, das war das beste Spiel von uns in diesem Jahr“, so der 25 Jahre alte Bundesligaspieler des Deutschen Mannschaftsmeisters SC Union Lüdinghausen. Zur Stimmung in der Halle meinte Peter Käsbauer: „Es ist geil, wie viel heute schon hier los ist!“ Er und Josche Zurwonne standen erstmals in ihrer Karriere Liang Jui Wei und Liao Kuan Hao gegenüber.

 

Auch die nächste Begegnung bedeutet für die Deutschen eine Premiere: In Runde zwei müssen die nationalen Vizemeister gegen die an Nummer vier gesetzten Japaner Hiroyuki Endo/Kenichi Hayakawa – und damit gegen Top-Favoriten auf den Gewinn einer WM-Medaille – antreten. Die Asiaten werden im Ranking des Badminton-Weltverbandes BWF derzeit auf Platz drei geführt.

 

Die Schlussphase in der Partie gegen Liang Jui Wei und Liao Kuan Hao aus Sicht von Peter Käsbauer und Josche Zurwonne: 20:18, 20:19, 20:20, 21:20, 21:21, 22:21, 22:22, 22:23, 23:23, 23:24, 24:24, 24:25, 25:25, 26:25, 26:26, 27:26, 28:26.

  

Impressionen von der Partie zwischen Peter Käsbauer/Josche Zurwonne und Wei Liang Jui/Hao Liao Huan in der 1. Runde. Fotos: Claudia Pauli.

Damendoppel: Johanna Goliszewski/Birgit Michels ohne Probleme

Weitaus klarer fiel der Auftakterfolg von Johanna Goliszewski und Birgit Michels (1. BV Mülheim/1. BC Beuel) aus: Die Deutschen Meisterinnen im Damendoppel benötigten gerade einmal 33 Minuten, um das ukrainische Duo Natalya Voytsekh/Yelyzaveta Zharka (Weltranglistenplatz 95) mit 21:15, 21:12 zu bezwingen und folglich in die zweite Runde einzuziehen. Die Paarungen trafen anlässlich der WM erstmals in einem Wettkampf aufeinander.

 

Wir sind gut drauf, haben uns gut bewegt und uns spritzig gefühlt. Das ist generell das A und O bei uns. Wir hatten uns vorgenommen, 100 % zu geben, das ist uns gelungen. Das Ergebnis ist relativ klar, aber es gab auch durchaus gute Ballwechsel. Das freut uns”, sagte die 28 Jahre alte Johanna Goliszewski nach dem gelungenen Einstand bei der WM 2014 zufrieden. Birgit Michels, die in wenigen Wochen ihren 30. Geburtstag feiern darf und nach der WM eine Ausbildung beginnt, sodass sie im internationalen Turniergeschehen kürzer treten wird, meinte: Wir müssen grundsätzlich viel auf uns gucken und die Beine sehr gut bewegt bekommen. Wir sind sehr, sehr zufrieden.” So kann es weitergehen”, sagte Johanna Goliszewski – auch in Bezug auf die Teamkollegen, die bis dato am ersten Veranstaltungstag in der Ballerup Super Arena aufschlugen.

 

Nächste Gegnerinnen der Weltranglisten-34. aus Deutschland sind die an Nummer zwölf gesetzten Thailänderinnen Duanganong Aroonkesorn/Kunchala Voravichitchaikul. Die bisherigen beiden Matches gegen die Deutschen gewannen die derzeitigen Weltranglisten-15. aus Asien. Wir werden alles geben und mit Spaß an die Sache gehen”, so Birgit Michels.

   

Impressionen von der Partie zwischen Johanna Goliszewski/Birgit Michels und Natalya Voytsekh/Yelyzaveta Zharka in der 1. Runde. Fotos: Claudia Pauli.

Herreneinzel: Dieter Domke mit Arbeitssieg

Dieter Domke  (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim), der in den vergangenen Monaten hervorragende Leistungen zeigte, musste bei den Individual-Weltmeisterschaften bereits in der ersten Runde hart für seinen Erfolg arbeiten: Der 27 Jahre alte Spezialist für Herreneinzel bezwang den Weltranglisten-27. Kashyap Parupalli nach einer Spielzeit von 68 Minuten mit 26:24, 13:21, 21:18. Der Inder hatte bei den diesjährigen Commonwealth Games (23. Juli bis 3. August 2014 in Glasgow/Schottland) den Titel in dieser Disziplin gewonnen. Dem Weltranglisten-43. Dieter Domke gelang damit im insgesamt siebten Vergleich mit Kashyap Parupalli der zweite Erfolg. „Es läuft im Moment echt gut, ich fühle mich gut“, sagte Dieter Domke nach dem Match strahlend.

 

Nächster Gegner des Deutschen ist einer der Top-Favoriten auf den Titelgewinn: Der DBV-Bundeskaderathlet muss gegen den an Nummer eins gesetzten Weltranglistenersten Lee Chong Wei antreten. Der malaysische WM-Zweite von 2013 und Olympia-Zweite von 2012 entschied die bisherigen beiden Partien gegen Dieter Domke in zwei Sätzen für sich.

 

Impressionen von der Partie zwischen Dieter Domke und Kashyap Parupalli in der 1. Runde. Fotos: Claudia Pauli.

 

 

Die Spiele der deutschen WM-Teilnehmer

 

Herreneinzel:

Marc Zwiebler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim)

2. Runde: 11:21, 10:21 gegen Chen Long (CHN/Nr. 1) 

1. Runde: 21:18, 21:11 gegen Niluka Karunaratne (SRI)

 

Dieter Domke  (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim)

2. Runde: 12:21, 9:21 gegen Lee Chong Wei (MAS/Nr. 1)

1. Runde: 26:24, 13:21, 21:18 gegen Kashyap Parupalli (IND)

 

Dameneinzel:

Karin Schnaase (SC Union Lüdinghausen)

2. Runde: 18:21, 14:21 gegen Bae Yeon Yu (KOR/Nr. 6)

1. Runde: 21:15, 21:15 gegen Kirsty Gilmour (SCO)

 

Herrendoppel:

Michael Fuchs/Johannes Schöttler (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim)

Achtelfinale: 17:21, 14:21 gegen Mathias Boe/Carsten Mogensen (Dänemark/Nr. 3)

2. Runde: 21:19, 19:21, 21:15 gegen Maneepong Jongjit/Nipitphon Puangpuapech (THA/Nr. 16)

1. Runde: 21:16, 21:13 gegen Jacco Arends/Jelle Maas (NED)

 

Peter Käsbauer/Josche Zurwonne (PTSV Rosenheim/SC Union Lüdinghausen)

2. Runde: 11:21, 12:21 gegen Hiroyuki Endo/Kenichi Hayakawa (JPN/Nr. 4)

1. Runde: 15:21, 21:19, 28:26 gegen Liang Jui Wei/Liao Kuan Hao (TPE)

 

Damendoppel:

Johanna Goliszewski/Birgit Michels (1. BV Mülheim/1. BC Beuel)

2. Runde: 22:20, 19:21, 14:21 gegen Duanganong Aroonkesorn/Kunchala Voravichitchaikul (THA/Nr. 12)

1. Runde: 21:15, 21:12 gegen Natalya Voytsekh/Yelyzaveta Zharka (UKR)

 

Isabel Herttrich/Carla Nelte (PTSV Rosenheim/TV Refrath)

2. Runde: 10:21, 11:21 gegen Nitya Krishinda Maheswari/Greysia Polii (INA/Nr. 10)

1. Runde: 21:16, 21:14 gegen Ayla Huser/Sabrina Jaquet (SUI)

 

Mixed:

Michael Fuchs/Birgit Michels (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/1. BC Beuel/Nr. 6)

Achtelfinale: 18:21, 21:16, 8:21 gegen Lee Chun Hei/Chau Hoi Wah (Hongkong/Nr. 11)

2. Runde: 21:14, 21:11 gegen Arun Vishnu/Aparna Balan (IND) 

1. Runde: Freilos

 

Peter Käsbauer/Isabel Herttrich (beide PTSV Rosenheim)

1. Runde: 16:21, 20:22 gegen Jorrit de Ruiter/Samantha Barning (NED)

 

 

Ausstatter der Nationalmannschaften des DBV

Videos von deutschen Spielen bei SPORT-DEUTSCHLAND.TV

AF: Michael Fuchs & Johannes Schöttler – Boe & Mogensen (DEN) 17:21 14:21.
2.Rd.: Dieter Domke – Lee Chong Wei (MAS) 12:21 9:21
2.Rd.: Michael Fuchs & Johannes Schöttler – Jongjit & Puangpuapech (THA) 21:19 19:21 21:15.
2.Rd.: Peter Käsbauer & Josche Zurwonne - Endo & Hayakawa (JPN) 11:21 12:21
1.Rd.: Dieter Domke – Kashyap Parupalli (IND) 26:24 13:21 21:18.

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