EILMELDUNG: Marc Zwiebler verkündet Abschied · 23.04.2017

Fabian Roth @BadmintonPhoto

International

EM-Debüt mit Setzplatz

Derzeit schlägt sie bei den U19-Europameisterschaften im französischen Mulhouse auf, bei denen sie vor wenigen Tagen mit der deutschen Nationalmannschaft den geteilten fünften Platz erreichte. Bereits in weniger als zwei Wochen wird Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) auch bei den kontinentalen Titelkämpfen der "Großen" ihr Potenzial beweisen: Die Studentin, die Ende Mai erst 19 Jahre alt wird, wurde von Badminton Europe mit einer Wildcard für die Individual-Europameisterschaften 2017 in Kolding/Dänemark (25. bis 30. April) bedacht, sodass sie schon in diesem Jahr ihr Debüt bei Titelkämpfen dieser Art geben darf.

Von Claudia Pauli/Redaktion

 

Dameneinzel: Alle Spielerinnen erstmals bei einer Individual-EM dabei

Zum EM-Auftakt trifft die Weltranglisten-90. im Dameneinzel - erstmals in ihrer Karriere - auf die Finnin Airi Mikkela (Weltranglistenplatz 55). Anschließend, d. h., in Runde zwei, würde die an Nummer fünf gesetzte Mette Poulsen (Weltranglistenplatz 33) auf die dreifache Deutsche U19-Meisterin von 2017 warten. In den bisherigen drei Vergleichen mit der Dänin verzeichnete die C-Kaderathletin des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) einen Sieg.

Zwei weitere deutsche Spielerinnen sind in Kolding im Dameneinzel aktiv - und auch sie stehen 2017 erstmals bei Individual-Europameisterschaften auf dem Badmintoncourt: Die nationale Meisterin Luise Heim (1. BC Beuel) hat in Runde eins ein Freilos, sodass die EM für die 21 Jahre alte Weltranglisten-82. mit dem Spiel gegen die Gewinnerin der Partie zwischen Rachael Darragh aus Irland (Weltranglistenplatz 155) und der Belgierin Flore Vandenhoucke (Weltranglistenplatz 129) beginnt. Gegen beide Athletinnen trat Luise Heim bis dato einmal an - und war dabei jeweils erfolgreich.

Die Deutsche Vizemeisterin Fabienne Deprez (BV Gifhorn) muss sich in der ersten Runde mit der Österreicherin Elisabeth Baldauf (Weltranglistenplatz 85) messen, gegen die sie im bis dato einzigen Duell in zwei Sätzen gewann. Danach träfe die Weltranglisten-51. des DBV auf Natalia Perminova (Weltranglistenplatz 47). Auch in Bezug auf die Russin weist die 25-jährige Fabienne Deprez eine positive Bilanz auf (2:1).

Herreneinzel: Fabian Roth bei EM-Debüt mit Setzplatz

Im Herreneinzel ist der DBV ebenfalls mit drei Assen bei der Individual-EM vertreten, wobei gleich zwei Spieler einen Setzplatz erhielten:

Der deutsche Rekordmeister Marc Zwiebler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) ist als Weltranglisten-15. an Position drei notiert und verfügt in Runde eins über ein Freilos. In seinem Auftaktmatch, einer Partie aus der zweiten Runde, steht der Europameister von 2012 dem Gewinner der Begegnung zwischen seinem Nationalmannschaftskollegen Kai Schäfer (1. BC Düren; Weltranglistenplatz 83) und dem Engländer Toby Penty (Weltranglistenplatz 75) gegenüber. Die bisherigen beiden Vergleiche mit Toby Penty entschied der 33 Jahre alte dreimalige Olympiateilnehmer für sich, gegen den 23 Jahre alten Kai Schäfer würde Marc Zwiebler erstmals bei einem internationalen Turnier antreten.

Auch der amtierende Deutsche Meister Fabian Roth (TV Refrath) hat zunächst ein Freilos. In seinem ersten Spiel in Kolding muss sich der an Nummer acht gesetzte Weltranglisten-39. entweder mit dem Ukrainer Artem Pochtarov (Weltranglistenplatz 72) oder mit dem Franzosen Toma Junior Popov (Weltranglistenplatz 220) auseinandersetzen. Während die Begegnung mit dem Letztgenannten für Fabian Roth eine Premiere bedeuten würde, verbuchte der 21-Jährige in den bis dato zwei Aufeinandertreffen mit Artem Pochtarov zwei Siege. Fabian Roth bestreitet - wie Kai Schäfer - in diesem Jahr ebenfalls seine erste Individual-EM.

Herrendoppel: Zwei Spieler erleben ihre EM-Premiere

Auch im Herrendoppel geht für den DBV ein Trio in der Sydbank Arena an den Start: Der gebürtige Indonesier Jones Ralfy Jansen (1. BC Wipperfeld), der vor wenigen Wochen seine Einbürgerungsurkunde erhielt und damit in diesem Jahr erstmals an europäischen Titelkämpfen teilnehmen darf, ist mit seinem Doppelpartner Josche Zurwonne (SC Union Lüdinghausen) an Position sieben notiert. Die Weltranglisten-28. messen sich zu Beginn mit den Russen Konstantin Abramov/Alexandr Zinchenko (Weltranglistenplatz 50), gegen die sie im bis dato einzigen Vergleich einen deutlichen Sieg verbuchten. Im anschließenden Achtelfinale wären die Franzosen Bastian Kersaudy/Julien Maio (Weltranglistenplatz 67) oder die Finnen Henri Aarnio/Iikka Heino (Weltranglistenplatz 84) Gegner der Deutschen. Bastian Kersaudy/Julien Maio mussten sich im bislang einzigen Duell mit Jones Ralfy Jansen/Josche Zurwonne in zwei Sätzen geschlagen geben, auf Henri Aarnio/Iikka Heino würden die DBV-Asse erstmals im Rahmen eines Wettkampfes treffen.

Die Deutschen Meister Raphael Beck/Peter Käsbauer (1. BC Beuel/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) bestreiten zum EM-Start - erstmals in ihrer Karriere - ein Match gegen die Italiener Matteo Bellucci/Fabio Caponio (Weltranglistenplatz 149). Im Achtelfinale käme es zu einer weiteren Premiere, wenn die Weltranglisten-57. des DBV gegen die an Nummer acht gesetzten Belgier Matijs Dierickx/Freek Golinski (Weltranglistenplatz 36) oder gegen Fredrik Kristensen/Jesper Kristensen aus Norwegen (Weltranglistenplatz 114) antreten dürften.

Gewinnen die Deutschen Vizemeister Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) ihr Auftaktmatch gegen die Franzosen Vanmael Heriau/Florent Riancho (Weltranglistenplatz 88), winkt ihnen ein Duell mit den an Position zwei notierten Titelverteidigern Mads Conrad-Petersen/Mads Pieler Colding (Weltranglistenplatz 7). Daran, dass sich die Dänen in ihrem ersten Spiel gegen Martin Campbell/Patrick Machugh aus Schottland (Weltranglistenplatz 58) durchsetzen, bestehen keine Zweifel. Mark Lamsfuß und Marvin Seidel standen bis dato weder Vanmael Heriau/Florent Riancho noch Mads Conrad/Mads Kolding im Rahmen eines Turniers gegenüber.

Ihr aktuelles Leistungsvermögen ist allerdings schwer einzuschätzen - schließlich konnten die Weltranglisten-75. aus Deutschland seit Anfang Februar aufgrund einer Verletzung, die Marvin Seidel im Finale der Deutschen Einzelmeisterschaften in Bielefeld erlitt, keine Wettkämpfe bestreiten. Die vergangenen Wochen waren für den 21-Jährigen daher durch eine lange Trainingsphase, mit einem stufenweisen Aufbau, geprägt. Auch Marvin Seidel gibt in diesem Jahr sein Debüt bei Individual-Europameisterschaften.

Damendoppel: Früh im Turnierverlauf gegen gesetzte Paarungen

Im Damendoppel schlagen die Deutschen Meisterinnen Isabel Herttrich/Carla Nelte (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/TV Refrath) sowie Johanna Goliszewski/Lara Käpplein (beide 1. BV Mülheim) in Kolding auf.

Die Weltranglisten-34. Isabel Herttrich/Carla Nelte gehen als klare Favoritinnen in ihr Auftaktmatch gegen Vytaute Fomkinaite/Gerda Voitechovskaja aus Litauen (Weltranglistenplatz 102). Bereits im anschließenden Achtelfinale stünde das Duo des DBV dagegen vor einer großen Herausforderung: Gegnerinnen in der Runde der besten 16 Paarungen wären vermutlich die an Nummer zwei gesetzten Schwestern Gabriela und Stefani Stoeva aus Bulgarien (Weltranglistenplatz 13). Die bisherigen drei Aufeinandertreffen mit Isabel Herttrich/Carla Nelte konnten die Osteuropäerinnen allesamt für sich entscheiden - allerdings liegen sie schon drei oder mehr Jahre zurück.

Auf Johanna Goliszewski/Lara Käpplein wartet bereits in Runde eins eine schwere Aufgabe: Die 30 und 21 Jahre alten Weltranglisten-40. aus Deutschland treffen in ihrem ersten EM-Match 2017 auf die an Position vier notierten Russinnen Anastasia Chervyakova/Olga Morozova (Weltranglistenplatz 22). Diese Begegnung bedeutet eine Premiere im Rahmen eines Turniers. Im Falle eines Sieges bekämen es Johanna Goliszewski/Lara Käpplein mit Tereza Švábíková/Katerina Tomalova aus Tschechien (Weltranglistenplatz 93) oder Liana Lencevica/Jekaterina Romanova aus Lettland zu tun (Weltranglistenplatz 358). In dieser Begegnung wären die B-Kaderathletinnen des DBV deutlich favorisiert. Auch gegen Tereza Švábíková/Katerina Tomalova und Liana Lencevica/Jekaterina Romanova bestritten Johanna Goliszewski/Lara Käpplein bis dato keinen Wettkampf.

Mixed: Große Herausforderungen auch in dieser Disziplin

Im Mixed ist der DBV gleichsam mit zwei Paarungen vertreten: Die Deutschen Vizemeister Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) sollten ihre Partie aus der ersten Runde gegen die norwegische Kombination Fredrik Kristensen/Solvar Flaten Jorgensen (Weltranglistenplatz 217) klar für sich entscheiden können. Im anschließenden Achtelfinale müssten sich die Weltranglisten-29. allerdings voraussichtlich bereits mit einem gesetzten Duo messen: Gegner der DBV-Asse wären dann aller Wahrscheinlichkeit nach - zum ersten Mal anlässlich eines Turniers - die an Position sechs notierten Russen Evgenij Dremin/Evgenia Dimova (Weltranglistenplatz 23).

Die DM-Dritten Marvin Seidel/Linda Efler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/TV Emsdetten) treffen sogar schon zum Auftakt auf eine Paarung, die einen Setzplatz innehat: Die Weltranglisten-89. aus Deutschland messen sich erstmals in ihrer Karriere mit den bei der EM an Position drei notierten Dänen Mathias Christiansen/Sara Thygesen (Weltranglistenplatz 17). Sara Thygesen gewann bei den Individual-Europameisterschaften 2016 in Frankreich mit ihrem Landsmann Niclas Nohr Silber, Mathias Christiansen holte im Vorjahr an der Seite seiner Nationalmannschaftskollegin Lena Grebak Bronze.

Sollten Marvin Seidel/Linda Efler ihr erstes Match siegreich gestalten, stünden sie den Ukrainern Gennadiy Natarov/Natalya Voytsekh (Weltranglistenplatz 288) oder den Polen Pawel Pietryja/Aneta Wojtkowska (Weltranglistenplatz 52) gegenüber. In Bezug auf die Ukrainer verfügen die Athleten des DBV über eine positive Bilanz (1:0), in Bezug auf die Polen über eine negative (0:1).

Die Viertelfinalspiele werden auch bei den diesjährigen kontinentalen Titelkämpfen am Freitag (28. April 2017) ausgetragen, die Halbfinalspiele finden am Samstag statt und die Finalspiele am Sonntag. Wer ins Halbfinale einzieht, hat eine Medaille sicher - ein Spiel um Platz drei gibt es bei der EM nicht.

 

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