Europäisches Nachwuchstalent: Nhat Ngyuen aus Irland @BadmintonPhoto (Archiv)

Bundesliga

Neue Personalien beim Meister

Die alte Saison endete für den TV Refrath mit dem ersten Deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte. Nun gibt Team-Manager Heinz Kelzenberg für die kommende Spielzeit seinen Kader bekannt.

Von Pressemeldung TV Refrath / Redaktion

 

Der Weggang von Fabian Roth zum BC Bischmisheim steht seit langem fest und auch der Umzug von Fabian Holzer nach München ist seit einiger Zeit bekannt. Der 25-jährige Architekt möchte sich seiner beruflichen Karriere verstärkt widmen und trainiert nicht mehr am Bundesstützpunkt in Saarbrücken.

Diese beiden Personalien zwangen TVR-Chef Heinz Kelzenberg, sich verstärkt um Ersatz zu bemühen. Darüber hinaus wurde der Vertrag mit der Taiwanesin Ya Lan Chang aufgrund ihrer zunächst unsicheren Zukunft nicht verlängert und auch Jenny Karnott hat inzwischen dem Bundesstützpunkt den Rücken gekehrt und steht in der kommenden Saison nur noch als Ersatz zur Verfügung.

Europäisches  Top-Talent kommt nach Refrath

Wie damals im Jahr 2012, als Fabian Roth in seiner letzten Jugendsaison zum TVR wechselte, angelte man sich auch diesmal einen heißbegehrten jungen Spieler. Der noch 16-jährige Ire Nhat Nguyen soll in große Fußstapfen treten und gemeinsam mit Lars Schänzler die Herreneinzel in Refrath spielen. Dass keiner der beiden den amtierenden Deutschen Meister Roth vollständig ersetzen kann, wissen alle Beteiligten, doch man ist froh mit dem U17-Europameister aus Dublin einen weiteren Spieler der Zukunft zu haben.

Kelzenberg: "Er ist aktuell der beste Jugendspieler seiner Altersklasse in Europa und für sein Alter sogar weiter, als Fabi (Fabian Roth, Anm. d. Red) es damals war".

In der Tat begann Roth in seinem ersten Jahr in Refrath im 3. Herreneinzel in Liga zwei, während Nguyen direkt im ersten Team einsteigen wird. Neben den beiden Genannten könnten auch Richard Domke und Joshua Magee im Herreneinzel einspringen, wenn Not am Mann ist.

"Beck is back" - Schwenger ebenfalls

Deutlich stärker als im Herreneinzel wird der TVR im kommenden Jahr im Herrendoppel aufgestellt sein. Neben Sam Magee stehen vier weitere Doppelspezialisten im Team. Prominentester Neuzugang ist sicherlich der zweifache Deutsche Meister Raphael Beck (25), der nach zwei Jahren beim 1.BC Beuel zurück an die Steinbreche kommt. "Es war für ihn eine Herzensangelegenheit", so fasst Heinz Kelzenberg die Entscheidung des Rückkehrers zusammen und fügt hinzu: "Er wird schnell wieder zu einem Publikumsliebling werden".

Diesen Rang könnte ihm jedoch ein weiterer Doppelspieler streitig machen, der wie bereits zuletzt im Final Four bewiesen, wieder im Refrather Team stehen könnte: Max Schwenger möchte in die Bundesliga zurück und versuchen, Sport und Studium miteinander zu verbinden. Heinz Kelzenberg: "Das wäre der Hammer, wir hoffen natürlich sehr darauf!"

Auch der 22-jährige Joshua Magee soll in der kommenden Saison mehr für die 1.Mannschaft an den Start gehen als dies in der laufenden Spielzeit der Fall war, in der er eher im zweiten Team eingesetzt wurde.

Völker - ein Spieler der Zukunft

Den nach seiner Meinung "aktuell besten Nachwuchs-Doppelspieler" angelte sich Heinz Kelzenberg noch zusätzlich mit dem Hamburger Jan Colin Völker. Der 19-jährige deutsche Jugendmeister im Doppel wird im Sommer nach Saarbrücken an den Bundesstützpunkt wechseln und ist für den Refrather Chef der Spieler der Zukunft: "Mein Gefühl sagt mir, dass wir an Jan sehr viel Freude haben werden. Er wird primär für uns in der 2. Liga an den Start gehen, aber auch seine Chancen im ersten Team erhalten."

Dörr als feste Größe

Die Vierte im Bunde der Neuzugänge ist die 22-jährige Anika Dörr, die im Februar mit Jenny Karnott Dritte bei den Deutschen Meisterschaften wurde. Dörr spielte beim Süd-Zweitligameister Fun-Ball Dortelweil in den letzten beiden Jahren eine Gesamtbilanz von 21:4 und strebte nach "neuen Ufern".

"Sie hat bei mir angefragt, ob wir ihr ein sportlich interessantes Angebot machen können", so Kelzenberg, der nicht lange überlegen musste: "Sie ist variabel im Einzel und Doppel einsetzbar, eine hervorragende Teamplayerin und sehr flexibel, also war sie so etwas wie eine Wunschverpflichtung".

Dörr wird als Nummer eins bei den Damen in der 2. Mannschaft auflaufen, aber auch in Team 1 aushelfen. An ihrer Seite steht mit Elin Svensson (20), Runa Plützer (18) und Paula Kick (17) ein Trio noch jüngerer Spielerinnen.

Gesunde Mischung soll das Prinzip sein

Im "Jahr eins nach Fabi Roth" soll es vor allem darum gehen, "so wenig Boden wie möglich zu verlieren", so Heinz Kelzenberg, der sehr zufrieden auf seinen neuen Kader schaut: "Auf den ersten Blick fehlen außer Raphi Beck die Kracher bei den Neuzugängen, doch die Mischung gefällt mir sehr gut".

Der erfahrene TVR-Manager weiß um die guten, zuverlässigen Verbindungen zum irischen Badminton-Verband (Badminton Ireland) und um die Bedeutung, nicht nur Profis im Team zu haben: "Für ein Bundesligateam sind Spieler wie Dörr, Schwenger und Domke Gold wert, weil sie unabhängig sind und nicht so viel trainieren, dass sie am Wochenende total platt sind wie manchmal unsere Nationalspieler".

Dass man mit dieser gesunden Mischung auch im kommenden um den Titel mitspielen kann, da ist sich Kelzenberg recht sicher: "Unser Team ist im kommenden Jahr sicherlich in einem der beiden Einzel schwächer als in der Meistersaison, dafür aber in beiden Herrendoppel stärker. Man muss jedoch davon ausgehen, dass unsere vier Hauptkonkurrenten auch zugelegt haben".

 

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