Erstmals seit 1957 wird es keinen Deutschen Mannschaftsmeister geben (Foto: Claudia Pauli)

Bundesliga

Erstligasaison 2019/2020 ebenfalls vorzeitig beendet

Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Saison 2019/2020 in der 1. Badminton-Bundesliga ebenfalls vorzeitig beendet: Weder die Spieltage 17 und 18 im Rahmen der Punktspielrunde (ursprünglich terminiert auf den 13./14. März 2020 und den 15. März 2020) noch die Play-off-Viertelfinalpartien im Badminton-Oberhaus (ursprünglich zur Austragung vorgesehen im Zeitraum 14. bis 18. April 2020) und das Final-Four um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft (ursprünglich terminiert auf den 9./10. Mai 2020) werden nachgeholt. Entsprechend gibt es 2020 auch keinen nationalen Titelträger.

Von Claudia Pauli

 

DBV-Spielbetrieb nun bis zum 31. Juli 2020 ausgesetzt

Diese Entscheidung traf das Präsidium des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) in seiner aus Termingründen kurzfristig vom 16. auf den 15. Mai 2020 vorgezogenen Onlinesitzung. Die Beschlussfassung erfolgte dabei in Absprache mit dem Ausschuss für Bundesligaangelegenheiten (AfBL) im DBV, der bei allen Erstligisten ein Meinungsbild eingeholt hatte. Gleichzeitig verlängerte das DBV-Präsidium die Aussetzung des DBV-Spielbetriebs – zunächst – um zwei Monate bis zum 31. Juli 2020.

„Aus unserer Sicht hat es zwar grundsätzlich eine große Bedeutung, dass in jedem Jahr der Deutsche Mannschaftsmeister gekürt wird – immerhin konnte seit 1957 kontinuierlich der Riegel-Pokal für den besten Verein vergeben werden. Zudem haben die aktuellen Erstligateams an den 16 Spieltagen, die ausgetragen wurden, sowie in der Vorbereitung auf die Saison 2019/2020 finanziell und ideell sehr viel investiert. Aber es erscheint uns angesichts der außergewöhnlichen Situation in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen nicht möglich, die einst für die Monate März, April und Mai vorgesehenen Begegnungen noch nachzuholen. Priorität hat die Gesundheit aller, die an den Spielen beteiligt wären“, erläuterte DBV-Präsident Thomas Born.

Der AfBL-Vorsitzende Arno Schley ergänzte: „Unsere Umfrage ergab, dass der Großteil der Erstligisten eine Fortsetzung der Bundesligasaison 2019/2020 ablehnt bzw. die Umsetzung zumindest als äußerst schwierig erachtet. Als Argument wurde u. a. angeführt, dass die Voraussetzungen der einzelnen Vereine, was die Trainings- und Einsatzmöglichkeiten ihrer Spielerinnen und Spieler anbelangt, enorm unterschiedlich sind und somit der Wettbewerb nicht fair ablaufen könnte.“

Der Saisonabbruch wurde seitens des DBV-Präsidiums rückwirkend zum 13. März 2020 erklärt. An jenem Tag war der Spielbetrieb des DBV seitens des Führungsgremiums des olympischen Spitzenverbandes – zunächst – bis zum 31. Mai 2020 ausgesetzt worden. Die Prüfung, inwieweit die Wettbewerbe, die ursprünglich im betreffenden Zeitraum stattfinden sollten, nachgeholt werden können, überließ das DBV-Präsidium den jeweils verantwortlichen Gremien – so etwa dem AfBL.

Zweitligasaison 2019/2020 war schon vorzeitig beendet

Die vorzeitige Beendigung der Saison 2019/2020 in den beiden 2. Badminton-Bundesligen hatte das DBV-Präsidium bereits am 17. April 2020 beschlossen. In den zweithöchsten deutschen Spielklassen hätten noch die Spieltage 17 und 18, die ursprünglich auf den 14. und den 15. März 2020 terminiert waren, ausgetragen werden müssen. Der Saisonabbruch in der 2. Bundesliga Nord und in der 2. Bundesliga Süd wurde dabei ebenfalls rückwirkend zum 13. März 2020 erklärt.

Gleichzeitig folgte das DBV-Präsidium am 17. April 2020 dem Vorschlag des AfBL, wonach es 2019/2020 aufgrund der besonderen Umstände ausnahmsweise keine Absteiger aus den zweithöchsten deutschen Spielklassen geben solle und dennoch die berechtigten Vereine aus den Regionalligen hochrücken dürfen. Dazu werden die beiden 2. Bundesligen in der nächsten Saison einmalig auf jeweils elf Vereine in der Nord- und in der Süd-Staffel aufgestockt.

Zusammensetzung der 1. Bundesliga in der Saison 2020/2021 stand bereits fest

Die Entscheidung des DBV-Präsidiums vom 15. Mai 2020, die Saison 2019/2020 im Badminton- Oberhaus ebenfalls abzubrechen, hatte keinen Einfluss auf die Zusammensetzung der 1. Bundesliga in der Spielzeit 2020/2021 – die teilnehmenden Vereine standen bereits vorher fest.

Da mit dem TSV Freystadt (Badminton-Landesverband Bayern) und dem Deutschen Rekordmannschaftsmeister 1. BV Mülheim (13 Titelgewinne in den Jahren 1968 bis 1980; Badminton-Landesverband Nordrhein-Westfalen) schon im Februar bzw. März 2020 zwei Erstligavereine mitgeteilt hatten, dass sie in der Saison 2020/2021 nicht erneut im Badminton-Oberhaus antreten wollen, werden darin zwei Plätze frei, sodass es 2019/2020 keinen Absteiger aus der 1. Bundesliga gibt und zusätzlich zwei bisherige Zweitligavereine zur neuen Spielzeit in die Eliteklasse hochrücken können.

Die Zusammensetzung der 1. Bundesliga in der Saison 2020/2021 (10 Mannschaften)

1. BC Saarbrücken-Bischmisheim I (Saarland; 1. Bundesliga: Platz 1*)
TV Refrath I (Nordrhein-Westfalen; 1. Bundesliga: Platz 2)
Blau-Weiss Wittorf (Schleswig-Holstein; 1. Bundesliga: Platz 3
1. BC Wipperfeld (Nordrhein-Westfalen; 1. Bundesliga: Platz 4)
SC Union Lüdinghausen (Nordrhein-Westfalen; 1. Bundesliga: Platz 5)
TSV Trittau I (Hamburg; 1. Bundesliga: Platz 6)
1. BC Beuel I (Nordrhein-Westfalen; 1. Bundesliga: Platz 8)
TSV Neuhausen-Nymphenburg (Bayern; 1. Bundesliga: Platz 10)
SG Schorndorf (Baden-Württemberg; 2. Bundesliga Süd: Platz 2)
SV GutsMuths Jena (Thüringen; 2. Bundesliga Süd: Platz 4)

* Platzierung in der Saison 2019/2020

Saisonstart 2020/2021 in den beiden höchsten Spielklassen am 3. Oktober 2020

Sowohl in der 1. Bundesliga als auch in den beiden 2. Bundesligen soll der 1. Spieltag im Rahmen der Saison 2020/2021 – nach aktuellem Stand – am 3. Oktober 2020 ausgetragen werden. Die nächste Spielzeit ist die erste, die organisatorisch unter dem Dach des Deutschen Badminton-Ligaverbandes (DBLV) ablaufen wird. Beim DBLV handelt es sich um die juristisch selbstständige Organisation der Vereine und Kapitalgesellschaften der 1. Bundesliga und der 2. Bundesligen.

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