Das deutsche Para-Badminton-Team bei den 6. Spanish International @Wilhelm Seibert

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Para-Badminton: Erfolge bei den Spanish International

Mit den Spanish International auf der Urlaubsinsel Mallorca hat für die deutschen Para-Badminton Sportler das internationale Turnierjahr 2017 begonnen. Das gut besetzte Turnier, an dem 158 Sportler aus 26 Nationen teilnahmen, bot dem Team von Cheftrainer Michael Mai die erste Standortbestimmung auf dem Weg zur Weltmeisterschaft Ende des Jahres in Südkorea.

Von Wilhelm Seibert

 

Vom ersten Turniertag an zeigte sich ein deutlicher Qualitätsanstieg in sämtlichen Wettkampfklassen gegenüber der letzten Austragung der Spanish International vor zwei Jahren. So ging es für unsere deutschen Teilnehmer erst einmal darum, die Vorrunde, die in Gruppen gespielt wurde, zu überstehen. Erschwert wurde dieses Vorhaben durch die Tatsache, dass einige deutsche Sportler bereits gesundheitlich angeschlagen angereist waren.

In den Wettbewerben der Rollstuhlfahrer dominierten eindeutig die Sportler aus Südkorea. In fünf von sieben Disziplinen kam der Sieger aus dem ostasiatischen Land, wo die Sportler teilweise als Vollprofi trainieren können. Immerhin zwei Podiumsplätze konnte das deutsche Team verzeichnen.

So belegte Thomas Wandschneider mit Ho Yuen Chan (Hongkong) den dritten Platz im Herrendoppel WH1-2. Im Herreneinzel WH1 musste Thomas seiner gerade überstandenen Grippe Tribut zollen und auf Anraten der deutschen Betreuer den Einzelwettbewerb nach Erreichen des Viertelfinales vorsichtshalber für sich beenden. Sogar den zweiten Platz erlangten Elke Rongen/Valeska Knoblauch im Damendoppel WH1-2. Mit klaren Zweisatz-Siegen kam das deutsche Duo bis ins Finale. Hier konnten Elke und Valeska nur den ersten Satz gegen das koreanische Doppel Dae Young Kim/Seung Suk Kim offen gestalten und mussten sich schließlich mit 15:21 10:21 geschlagen geben.

Weitere gute Viertelfinalteilnahmen erreichten Young-Chin Mi (MS WH1), Young-Chin Mi/Valeska Knoblauch (Mixed WH1-2), sowie Elke Rongen und Valeska Knoblauch jeweils im Dameneinzel WH1.

Noch etwas erfreulicher aus deutscher Sicht liefen die Wettkämpfe in den Klassen der Fußgänger. In 10 Wettbewerben konnten deutsche Sportler insgesamt sechs Medaillen mitnehmen. Als wieder einmal zu stark für die restliche Konkurrenz erwies sich das Damendoppel Katrin Seibert / Helle Sofie Sagoy (Norwegen). Die zweifachen Weltmeister gewannen die Konkurrenz WD SL3-SU5 ohne Satzverlust und konnten dabei ihrer Favoritenrolle gerecht werden.

Im Endspiel des Mixed Wettbewerbs XD SL3-SU5 standen etwas überraschend gleich zwei Paarungen mit deutscher Beteiligung. Das Duo Jan-Niklas Pott/Helle Sofie Sagoy (NOR) belegte in ihrer Vorrundengruppe nur Platz zwei, konnte sich aber steigern und nach zwei knappen 3-Satz Siegen im Viertel- und Halbfinale in das Endspiel einziehen. Dabei besiegten sie mit der französischen Paarung Mazur / Noel auch die eigentlichen Turnierfavoriten.

Auf der anderen Seite des Turnierbaums erreichten Marcel Adam/Katrin Seibert relativ problemlos das Halbfinale, wo sie die stärker eingeschätzte Paarung Thomas (FRA) / Rosengren (DEN) nach 54 Minuten und der Abwehr von vier Matchbällen im dritten Satz 25:23 niederringen konnten. Im letzten Spiel des gesamten Turniers konnte dann Jan-Niklas Pott mit seiner norwegischen Partnerin in drei Sätzen seine Mannschaftskollegen 21:17 16:21 21:19 besiegen. Einen sehr guten dritten Platz belegte Pascal Wolter im Herreneinzel SL3. Bis zum Halbfinale behielt Pascal immer sicher in zwei Sätzen die Oberhand. In der Vorschlussrunde musste er sich dann dem beinahe fehlerfreien Spiel seines malaysischen Gegners beugen. Seine zweite Bronzemedaille gewann Pascal gemeinsam mit Jan-Niklas Pott im Herrendoppel SL3-4. Nach starker Leistung konnte erst die topgesetzte französische Paarung Mazur/Thomas die beiden im Halbfinale stoppen.

Ihren Medaillensatz komplettierte Katrin Seibert mit Bronze im Dameneinzel SL4. Nach gerade erst überstandener Wundrose im Bein konnte Katrin mit dem dritten Platz mehr als zufrieden sein. Weitere Viertelfinalteilnahmen erreichten Nils Böning und Tim Haller jeweils im Herreneinzel im SL4, sowie Marcel Adam mit seinen spanischen Partner Simon Cruz Mondejar im Herrendoppel SL3-4.

Mit insgesamt 2 x Gold, 2 x Silber und 4 x Bronze zeigte sich Cheftrainer Michael Mai insgesamt zufrieden mit dem Auftritt der deutschen Mannschaft.

 

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