Bundestrainer Detlef Poste im Gespräch mit Yvonne Li @Claudia Pauli

Interview

Detlef Poste: "Es ist einiges in Bewegung"

Der neue Chef-Bundestrainer Detlef Poste über sein neues Tätigkeitsfeld, die anstehenden Mixed-Team-Europameisterschaften in Polen und die Zukunft von Marc Zwiebler

Von Manuel Rösler

 

badminton.de: Herr Poste, vom Geschäftsführer zum Bundestrainer. Können Sie kurz Ihr neues Aufgabenfeld beschreiben?

Detlef Poste: Als Chef-Bundestrainer bin ich verantwortlich für die Entwicklung und Umsetzung der Leitlinien des Badminton-Hochleistungssports in Deutschland. Zum einen geht es darum, das Team der Disziplin-Bundestrainer und der Stützpunkttrainer an den Bundesstützpunkten Saarbrücken und Mülheim zu führen und bestmöglich zu unterstützen. Unsere Philosophie ist es, im Trainerteam und aus der Analyse der Weltspitze das Beste voneinander zu lernen und für die Entwicklung unserer Athleten einzusetzen.

Zudem wird die Kooperation mit den Landesverbänden und den Top-Vereinen im Nachwuchsleistungssport intensiviert, hier sind an der Spitze der Bundesstützpunkt in Hamburg und der BLV Bayern mit seinem Nachwuchsstützpunkt Nürnberg zu nennen, für den wir aufgrund der sehr guten Talententwicklung und Ergebnisse der letzten vier Jahre zum nächst möglichen Zeitpunkt die Anerkennung als weiterer Bundesstützpunkt anstreben. Positiv stimmt mich, dass neben den vorstehend genannten auch an anderen Standorten in Deutschland einiges in Bewegung ist und kommt.

Um genügend Kapazitäten für diese Leitungsfunktion und die Kooperation mit allen Partnern im Sinne einer „gelebten Fachaufsicht“ zu haben, werde ich erstmals in der DBV-Historie nicht direkt für die Ausbildung und Wettkampfbetreuung in einer Disziplin zuständig sein.

badminton.de: Wie hat sich seit Ihrer letzten Zeit als Bundestrainer (2005-2008) der weltweite Badmintonsport entwickelt?

Poste: Alles hat sich professionalisiert. Es gibt mehr Weltranglistenturniere mit mehr Preisgeld und deutlich mehr Nationen, die Spieler in Richtung Weltspitze entwickeln können. Das Spiel selbst ist nochmals dynamischer und athletischer geworden.

badminton.de: Das deutsche Badminton steht vor einem großen Umbruch: Weltklassespieler wie Birgit Overzier, Michael Fuchs und Johannes Schöttler haben ihre Karrieren beendet. Wer kann in Zukunft in diese Fußstapfen treten?

Poste: Zum Glück ist es uns gelungen, im „Windschatten“ unserer Stars eine vielversprechende, junge Generation aufzubauen, die jetzt schon sehr nah an die Leistungen unserer Top-Spieler/innen heranreicht; natürlich muss noch viel Erfahrung gesammelt und Konstanz aufgebaut werden. Zudem gibt es auch noch einige erfahrenere Spieler/innen, die weitermachen. Marvin Seidel/Mark Lamsfuß und Fabian Roth hatten Ende 2016 einige Superergebnisse und erfreulicherweise gibt es in allen Disziplinen weitere Athlet/innen mit Potential. Es gibt also berechtigte Hoffnung, dass wir – teilweise in vier – mit Sicherheit aber in spätestens acht Jahren den Schritt in die Weltspitze schaffen können.

badminton.de: Welche Rolle wird Marc Zwiebler in Zukunft spielen?

Poste: Dazu führen wir derzeit Gespräche mit Marc, endgültig entschieden ist noch nichts. Klar ist, dass sowohl Marc als auch der DBV erst einmal von Jahr zu Jahr denken. Für 2017 sieht es so aus, dass Marc auf jeden Fall bis zur WM voll weitermacht. Darüber sind wir froh, insbesondere auch aufgrund seiner Bedeutung für die Entwicklung der nächsten Herreneinzel-Generation.

badminton.de: Im Februar dieses Jahres stehen die Europameisterschaften für gemischte Mannschaften in Lubin an. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Turnier?

Poste: Ich freue mich darauf; die European Mixed Team Championships ist das erste Highlight mit dem neuen Team. Wir werden viele Spieler/innen auf dem Feld sehen, die bislang bei einem solchen Event noch nicht zum Einsatz gekommen sind. Das Turnier soll das Teambuilding unterstützen, für das gemeinsame Lernen und die Weiterentwicklung motivieren. Klasse wäre, wenn unsere Athlet/innen sich mutig und stark präsentieren und wir mit Siegen über die Schweiz und die Niederlande ins Viertelfinale einziehen. Wenn wir unsere beste Leistung abrufen ist auch eine Medaille drin, aber uns ist auch bewusst, dass es schon die Gruppenspiele in sich haben.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

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