Nationalspielerin Fabienne Deprez zeigte ihr Können am Netz @Carla Strauss

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Nachbericht: 1. Badminton Girls-Camp

Eigentlich fühlt es sich an wie gestern, wobei es doch schon fast drei Monate her ist. Mitte Juli trafen sich 31 Spielerinnen der Altersklassen U11 bis U15 aus ganz Deutschland zum 1. Badminton Girls-Camp in Mülheim an der Ruhr.

Von Carla Strauss | Redaktion

 

 "Girl Power Only" war angesagt. Die Mädels freuten sich auf Trainingseinheiten mit Spitzenspielerinnen des Deutschen Badminton-Verbandes und vor allem auf viel gemeinsamen Spaß. Gerade erst angekommen und schon ließ Nationalspielerin Yvonne Li die Mädels an ihrem Beinspeed arbeiten - einen ganzen Abend lang. Yvonne verstecke die anstrengenden Bewegungen allerdings geschickt in verschiedenen Übungen und Wettbewerben, so dass nach zwei Stunden fast unklar war, wo die ganze Zeit geblieben war und, warum die Beine plötzlich so müde waren.

In aller Früh ging es aber schon weiter: Carla Nelte zeigte verschiedene Abwehrvarianten und sicher schraubte sich jede Teilnehmerin durch mindestens eine der vielen Übungen auf ein neues Level in der Defensive. Fabienne Deprez, ohnehin als Trainerin beim gesamten Girls Camp dabei, verfeinerte anschließend zusammen mit den Spielerinnen deren Netzskills.

Auf den Feldern wurde hochkonzentriert gearbeitet, aber auch jeder Netzroller ausgiebig gefeiert. Neben all den Übungen und Wettkämpfen war aber auch genügend Zeit, um jede der Weltklassespielerinnen nach ihren täglichen Trainings, ihren Frühstücksvorlieben und ihren individuellen Wegen im Badminton zu befragen. Trotz der der hohen Anzahl an Teilnehmerinnen und unterschiedlichen Altersklassen, konnte dank der 14 anwesenden Trainerinnen jede Spielerin individuell betreut und gefördert werden.

Parallel zum Girls-Camp lief die erste Fortbildung des DBV nur für Trainerinnen. Die Frauen nutzten die Gelegenheit, um ihr Bild von spezifischen Techniken zu verfeinern und neue Kontakte zu knüpfen. Mit zum Teil externen Referentinnen aus Wissenschaft und Wirtschaft erarbeiteten die Trainerinnen Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs im Training, in der Kommunikation und im Verhalten. Das Wissen konnte direkt in den Einheiten zusammen mit den Spielerinnen und Nationalspielerinnen angewendet werden. Auch über Barrieren für Trainerinnen im DBV wurde ausführlich diskutiert. Warum gibt es so wenig hauptamtliche Trainerinnen, welche Hindernisse gibt es und was muss der DBV tun um ein Gleichgewicht von Trainerinnen und Trainern zu schaffen?

Am Ende der zwei kurzen, anstrengenden, aber auch spannenden Tage waren sich alle Teilnehmerinnen und Trainerinnen einig: "Tolles Camp und im nächsten Jahr gleich noch mal bitte!". Organisiert wurde das 1. Girls Camp durch den Bundestrainer für Talententwicklung und der neuen Frauenbeauftragten Carla Strauß. Sie übernahm das Referat für Frauensport von Steffi Müller.

Carla Strauss neue Frauenbeauftragte des DBV

"Schon während meines Studiums der Psychologie habe ich meine Tätigkeit als Trainerin im Nachwuchsbereich immer wieder erweitert". Seit Februar ist Carla Verbandstrainerin des Badminton Verbandes Berlin Brandenburg e.V. und arbeitet vorwiegend mit Nachwuchsspielern in den Altersklassen U11 und U13. "Eines meiner Ziele ist es, weitere Initiativen für die Förderung von Mädchen und Trainerinnen im Badminton auf den Weg zu bringen. Das 1. Badminton Girls Camp war sicher ein gelungener erster Schritt. Für die jungen Spielerinnen war es toll, ihre Vorbilder kennenzulernen und sogar mit ihnen zu trainieren. Für die Trainerinnen war es auch eine einmalige Gelegenheit sich mit Kolleginnen über spezifische Anforderungen auszutauschen und kritisch über Barrieren für Frauen zu diskutieren.Ein erster Schritt ist damit getan, aber es muss weitergehen!"

 

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