Alle Badminton-Begeisterten wissen: Badminton ist eine Hallensportart, bei der es auf jedes kleinste Detail ankommt. Schon geringe Veränderungen bei Temperatur und insbesondere bei Luftströmungen beeinflussen den Flug des Federballs. Doch mittlerweile zeigen sich Auswirkungen, die weit über die Flugkurve des Balls hinausgehen. Die zunehmende Zahl an Hitzeperioden in den Sommermonaten (infolge des Klimawandels) führt dazu, dass sich Sporthallen deutlich stärker aufheizen. Dadurch steigt die körperliche Belastung der Sportler:innen, während zugleich die Konzentrationsfähigkeit sinkt. Besonders im Trainingsbetrieb, aber auch bei Jugendturnieren in den Sommermonaten, wird das zunehmend zum Problem. Damit einhergehend stehen viele Hallensportarten in Deutschland vor großen Herausforderungen: Wie lassen sich Kühlsysteme effizient einsetzen? Welche Anpassungsmaßnahmen sind im Trainings- und Wettkampfbetrieb sinnvoll? Konkrete und praxisnahe Antworten fehlen bislang häufig.
Cool Court: Verstehen und handeln
Um den Umgang mit diesen Herausforderungen besser zu verstehen, entwickelt der Deutsche Badminton-Verband gemeinsam mit den Klima-Expert:innen von KATE Umwelt & Entwicklung e.V. ein Klimaanpassungskonzept für den Badmintonsport.
Den Auftakt bildet eine bundesweite Befragung mit Start im April. Vereine (Spieler:innen, Trainer:innen, Schiedsrichter:innen) sowie Landesverbände werden einbezogen, um zentrale Fragen zu klären: Welche klimabedingten Veränderungen werden bereits wahr-genommen? Gab es bereits hitzebedingte Vorfälle im Sportbetrieb? Gibt es bereits Maß-nahmen, die umgesetzt werden um die Sportler:innen zu schützen? Und wie ist der aktuelle Wissensstand zu klimabedingten Risiken?
Auf Basis dieser Ergebnisse entstehen zwei zentrale Bausteine: Zum einen fließen die Erkenntnisse in die Klimastrategie des DBV ein (bis Jahresende 2026). Zum anderen wird ein praxisnaher Leitfaden entwickelt (April bis Oktober 2026), der konkrete und direkt umsetzbare Maßnahmen für den Trainings- und Spielbetrieb bündelt.
Begleitend wird das Projekt durch eine Kommunikationskampagne (Mai bis Dezember 2026) in die Breite getragen, um die gesamte Badminton-Community zu erreichen.
Klimaanpassung langfristig verankern
Mit Cool Court verfolgt der Deutsche Badminton-Verband das Ziel, Klimaanpassung dauerhaft im Verband zu verankern und eine fundierte Wissensbasis für künftige Schulungen und Maßnahmen aufzubauen. Damit sollen perspektivisch möglichst viele der rund 160.000 Spieler:innen erreicht werden. Das Konzept ist bewusst auf andere Hallensportarten übertragbar.
Der DBV wurde dafür im Rahmen des DOSB-Förderprogramms „Klima wandelt Sport“ als eines von drei Modellprojekten ausgewählt. Neben dem DBV werden der Deutsche Rugby-Verband mit einem Klimaanpassungskonzept für Großsportveranstaltungen sowie die Arbeitsgemeinschaft Orientierungssport Deutschland (AGO) gefördert. Die AG entwickelt mit dem „Klimakompass“ praxisnahe Ansätze zur Anpassung von Training und Wettkampf in naturnahen Sportarten.
Cool Court wurde Mitte März 2026 im DOSB-Fachforum „Sportstätten, Umwelt und Naturschutz im Sport“ vorgestellt und stieß dort auf großes Interesse. Insgesamt zeigt das Projekt, wie ein Hallensportverband praxisnah und übertragbar auf Klimafolgen reagieren kann.
Das DOSB Projekt „Klima wandelt Sport“ wird gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Kontakt:
Miranda Wilson | miranda.wilson(at)badminton.de
Anne Portscheller | anne.portscheller(at)kate-stuttgart.org












