Die besten Nachwuchsnationen der Welt treffen sich in Kairo: Vom 5. bis 17. Oktober finden in Ägypten die VICTOR BWF World Junior Championships 2026 statt. Den Auftakt macht das Teamturnier, das vom 5. bis 10. Oktober ausgetragen wird. Anschließend geht es vom 12. bis 17. Oktober im Individualturnier um die Weltmeistertitel in den fünf Disziplinen.
Für die deutsche Mannschaft beginnt das Teamturnier heute mit der Gruppenphase. Um 16 Uhr deutscher Zeit trifft Deutschland auf Portugal. Anschließend wartet mit Japan eine der großen Badmintonnationen Asiens auf das deutsche Team. Nach der Bronzemedaille bei der U19-Europameisterschaft reist die Mannschaft mit Selbstvertrauen, aber auch mit dem nötigen Respekt vor der internationalen Konkurrenz nach Kairo.
„Mit der Medaille, die wir im Gepäck haben, gehen wir sehr positiv und sehr klar rein, dass wir einen Ticken Favorit sind und dem auch gerecht werden wollen“, sagt Bundesstützpunkttrainer Nachwuchs Dirk Nötzel mit Blick auf die Partie gegen Portugal.
Portugal ist dabei kein unbekannter Gegner. „Wir kennen einen Großteil der Spieler“, so Nötzel. Mit Tiago Berenguer verfügt Portugal zudem über einen starken Akteur, der eine Partie prägen kann. Deutschland wolle deshalb von Beginn an den Anspruch zeigen, der mit der EM-Medaille einhergeht.
55 Punkte, wenig Zeit für Fehler
Das besondere Spielsystem macht das Teamturnier auch taktisch zu einer Herausforderung. Im Rally-Point-System bis 55 Punkte bleibt wenig Raum, um eine Begegnung langsam aufzubauen. Jeder Ballwechsel kann unmittelbar Einfluss auf den Ausgang haben.
Eine Begegnung bei der Team-WM besteht aus fünf Spielen – je einmal Herreneinzel, Dameneinzel, Herrendoppel, Damendoppel und Mixed. Die Reihenfolge wird vorab festgelegt. Anders als im Einzelwettbewerb gibt es dabei keine einzelnen Satz- oder Spielsiege: Beide Teams haben nur einen einzigen durchlaufenden Punktestand, der von Spiel zu Spiel weitergereicht wird – ähnlich wie bei einer Staffel. Es werden zwei Gewinnsätze bis 55 gespielt.
Spiel 1 wird bis 11 Punkten gespielt, Spiel 2 bis 22, Spiel 3 bis 33, Spiel 4 bis 44 und Spiel 5 bis 55. Erreicht ein Team die jeweilige Marke, ist dieses Spiel beendet, und das nächste Paar kommt aufs Feld und spielt beim aktuellen Stand weiter.
„Dieses Rally-Point-System bis 55 ist eine heiße Nummer“, sagt Nötzel und verweist auf die Erfahrungen aus der Europameisterschaft in Tatabánya. Hinzu kommt, dass die Aufstellungen der gegnerischen Teams erst vergleichsweise kurzfristig bekannt werden. Viel Zeit für Anpassungen bleibt damit nicht.
Für die deutsche Mannschaft bedeutet das: flexibel bleiben, schnell in den Wettkampf finden und die eigene Leistung unmittelbar abrufen.
„Der Blick ist eigentlich so: die eigene Leistung noch einmal zu wiederholen und nach oben zu schrauben“, beschreibt Nötzel die Zielsetzung. Es gehe nicht darum, sich zu sehr davon abhängig zu machen, welcher Gegner auf der anderen Seite des Netzes steht. Entscheidend sei vielmehr, das eigene Leistungsvermögen auf den Court zu bringen.
Japan als besonderer Reiz
Mit Japan wartet in der Gruppe anschließend eine der großen Badmintonnationen Asiens. Für die deutschen Nachwuchsspielerinnen und -spieler ist genau dieses Kräftemessen einer der besonderen Reize der Weltmeisterschaft.
„Das ist natürlich das Highlight von einer WM, dass wir gegen die Top-asiatischen Nationen spielen können“, sagt Nötzel. Die Motivation, sich mit den besten Nachwuchsspielern Asiens zu messen, sei entsprechend hoch.
Gleichzeitig ist die Weltmeisterschaft für das deutsche Team auch eine Belastungsprobe. Nach einem langen und intensiven Sommer hatten einige Spielerinnen und Spieler zuletzt mit kleineren Infekten und Beschwerden zu kämpfen. Eine längere Regenerations- und Aufbauphase gab es nicht.
„Die WM ist ein klares Grenzturnier von der Belastung“, sagt Nötzel. Deshalb steht neben der sportlichen Vorbereitung vor allem eines im Fokus: gesund bleiben.
Neben den Ergebnissen soll das Teamturnier deshalb auch wichtige Erfahrungen liefern. Eine Weltmeisterschaft in Kairo zu erleben, gegen unterschiedliche internationale Spielstile anzutreten und sich mit den Topnationen zu messen, ist für die Nachwuchsspielerinnen und -spieler ein wichtiger Schritt auf dem Weg in den Erwachsenenbereich.
Das deutsche Aufgebot für Kairo
Deutschland ist in Kairo mit Linus Emmerich, Aditya Gahirwal, Leon Kaschura, Fynn Ohliger und Mats Wohlers sowie Lisa Paula Bonnemann, Smilla Fluhrer, Kalliope Hermel, Maike Iffland und Sarah Nickel vertreten.
Für die deutsche Delegation stehen damit zwei intensive Turnierwochen bevor. Zunächst gilt der Fokus dem Teamwettbewerb und dem Ziel, sich gegen Portugal und Japan möglichst erfolgreich zu behaupten.
Hier geht es zu den Ergebnissen des Teamturniers.
Zudem soll ein Livestream auf dem Youtube-Kanal von Badminton Egypt angeboten werden.













