Carla Nelte und Johanna Goliszewski machen im zweiten Damendoppel alles klar. @Mark Phelan/Badminton Europe

International

EWTC: Deutschland im Endspiel

Ganz stark: Deutschlands Damen sind bei der 2018 European Women's Team Championships ins Finale eingezogen. Im Halbfinale gegen Spanien kämpften sie sich nach einem 0-2-Rückstand noch zum Sieg. Im Finale am Sonntag wartet Titelverteidiger Dänemark.

Von Redaktion

 

Nachdem Fabienne Deprez (Aulnay-sous-Bois/Frankreich) im 1. Dameneinzel der zweimaligen Weltmeisterin Carolina Marin unterlegen war und anschließend die Deutsche Meisterin Luise Heim (1. BC Beuel) im 2. Dameneinzel gegen Beatriz Corrales ebenfalls in zwei Durchgängen verloren hatte, hielten Isabel Herttrich/Lara Käpplein (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/1. BV Mülheim) das deutsche Team durch einen souveränen Zwei-Satz-Erfolg im 1. Damendoppel über Elena Fernandez/Lorena Usle im Rennen um den Einzug ins Finale.

Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) glich im nachfolgenden 3. Dameneinzel durch einen Sieg gleichsam in zwei Sätzen gegen Sara Penalver Pereira zum 2:2 aus. Für den Gesamtsieg der DBV-Auswahl sorgten die Olympiateilnehmerinnen von Rio 2016, Johanna Goliszewski/Carla Nelte (1. BV Mülheim/TV Refrath), durch einen klaren Zwei-Satz-Erfolg im abschließenden 2. Damendoppel über die Einzelspezialistinnen Beatriz Corrales/Carolina Marin.

Gegner der deutschen Damen im Finale am Sonntag (18. Februar, 10.00 Uhr MEZ) ist Titelverteidiger Dänemark, der seine Halbfinalpartie gegen EM-Gastgeber Russland ebenfalls mit 3:1 für sich entschied. Damit kommt es zur Neuauflage des EM-Endspiels von 2012, in welchem die DBV-Auswahl die Nordeuropäerinnen mit 3:1 besiegte und den historischen Titelgewinn bejubeln durfte.

Fotos vom Halbfinale der Damen gibt es auf unserer offiziellen Facebookseite.

Deutschland - Spanien 3-2 | Halbfinale:

1. DE: Fabienne Deprez - Carolina Marin 14-21, 6-21
2. DE: Luise Heim - Beatriz Corrales 18-21, 12-21
1. DD: Isabel Herttrich/Lara Käpplein - Elena Fernandez/Lorena Usle 21-12, 21-7
3. DE: Yvonne Li - Sara Penalver Pereira 21-16, 21-13
2. DD: Johanna Goliszewski/Carla Nelte - Beatriz Corrales/Carolina Marin 21-13, 21-9

Das Spiel wurde LIVE auf LAOLA1.tv (Court 3) übertragen.

Im anderen Halbfinale setzte sich Titelverteidiger Dänemark mit 3-1 gegen Russland durch.

Infos zum Spiel:

  • Fabienne Deprez und Carolina Marin treffen im Erwachsenenbereich zum ersten Mal aufeinander
  • Carolina Marin ist aktuelle Olympiasiegerin und wurde 2014 und 2015 Weltmeisterin
  • Fabienne Deprez liegt aktuell auf Rang 52 der Weltrangliste, Marin ist die Nummer 5
  • Luise Heim traf bei der WM 2017 in Glasgow auf Beatriz Corrales und musste sich in zwei Sätzen geschlagen geben
  • Heim ist die Nummer 57 in der Welt, ihre Gegnerin Corrales ist aktuell die Nummer 33
  • Yvonne Li und Sara Penalver Pereira spielten bereits bei den Spanish Open 2016 gegeneinander, Li konnte sich in drei Sätzen durchsetzen

Stimmen zum Spiel:

DBV-Sportdirektor Martin Kranitz zur Aufstellung in den Damendoppeln: „Dabei handelt es sich um eine mannschaftstaktische Aufstellung. Wir haben erwartet, dass Spanien so aufstellt, wie es der Fall ist, und die Top-Einzelspielerinnen zusammen das 2. Damendoppel bilden würden. Entsprechend war zu erwarten, dass das 1. Damendoppel relativ leicht zu gewinnen sein wird. Daher haben wir die besonders erfahrenen Spielerinnen, die Olympiateilnehmerinnen von Rio 2016, Johanna Goliszewski und Carla Nelte, zusammen ins 2. Damendoppel ‚gesteckt‘. Wir wissen, wie schwierig es ist, wenn zwei Einzelspielerinnen das Doppel bestreiten, und hoffen, dass Erfahrung letztlich eine Rolle spielen kann.“

Fabienne Deprez: „Ich habe zuvor zuletzt vor acht Jahren gegen Carolina Marin gespielt, beim Qualifikationsturnier für die Olympischen Jugendspiele. Das habe ich ja gewonnen, somit steht es nun 1:1 … Sie spielt so ein unfassbar hohes Tempo, das sind wir nicht gewohnt. Man rennt fast immer hinterher und wenn man es schaffen möchte, sie zu bewegen, muss man ein sehr hohes Risiko gehen. Entsprechend hoch ist dann die Fehlerquote.“

Lara Käpplein zum Sieg von ihr und Isabel Herttrich im 1. Damendoppel: „Wir hatten in beiden Sätzen am Anfang ein wenig Probleme, haben dann aber ganz souverän weitergespielt. Im zweiten Satz z. B. lagen wir 0:3 hinten, kurz drauf stand es 11:3. Wir wussten, dass es sein kann, dass wir der entscheidende Punkt sind. Wir wollten Deutschland unbedingt im Rennen halten!“

Luise Heim zu ihrer Niederlage im 2. Dameneinzel: „Ich habe bei der WM schon einmal gegen sie gespielt, da war es knapper. Ich bin ein bisschen enttäuscht von meiner Leistung. Ich hatte Probleme mit den Bedingungen: Die Bälle sind langsam und es ging ein bisschen Wind. Damit habe ich mehr gekämpft als mit ihr.“

Chef-Bundestrainer Detlef Poste zum Einzug der Damen ins EM-Endspiel: „Das war eine klasse Aufholjagd! Der Druck, den wir durch den Rückstand hatten, war von außen nicht zu merken. Wir haben versucht, uns nicht nervös machen zu lassen. Die Performance war richtig stark!“

Yvonne Li: „Ich bin als Favoritin ins Spiel gegangen, hatte aber natürlich Druck, weil wir 1:2 hinten lagen. Ich habe versucht, mein Ding durchzuziehen und einfach sicherer zu sein als sie.“

 

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