(Foto: Anja Wandschneider)

International

Para: Zweimal Halbfinale in Australien

Für das letzte internationale Para-Badminton-Turnier des Jahres, reiste eine kleine Delegation der deutschen Mannschaft mit drei Spielern ins australische Geelong, zu den Australia Para-Badminton International. Jan-Niklas Pott (VfL Grasdorf) musste leider krankheitsbedingt absagen.

Von Marcel Adam

 

Thomas Wandschneider (VfL Grasdorf), Tim Haller (BSV Buxtehude) und Marcel Adam (VfL Grasdorf) wollten sich beim gut besetzten Turnier in Down Under unter Beweis stellen und sich eine gute Ausgangssituation für den 2019 beginnenden Qualifikationszeitraum zu den Paralympics 2020 schaffen.

Der frisch gebackene zweifache Europameister Thomas Wandschneider ging im Einzel an Position eins gesetzt an den Start und hatte bis zum Halbfinale keine Probleme, seine Gegner in Schach zu halten. Im Halbfinale traf er dann auf den ungesetzten Hiroshi Murayama (Japan). Dort gelang Thomas ein guter Start und er konnte den ersten Satz mit 21:10 für sich entscheiden. Im zweiten Satz legte der Japaner einen Zahn zu und es ging in den dritten Satz. Thomas, der mit einer Erkältung zu kämpfen hatte, ließ den Japaner zu Beginn durch leichte Fehler bis auf 11:19 wegziehen. Doch Thomas bekam die zweite Luft und kämpfte sich auf 20:20 ran, musste sich allerdings am Ende (21:10, 19:21, 20:22) geschlagen geben und sicherte sich die Bronzemedaille.

"Ich bin mit meinem Ergebnis nicht zufrieden, aber wir müssen daran arbeiten, professionelle Bedingungen wie z. B in Japan zu schaffen um weiterhin mithalten zu können", merkt Thomas an.

Tim Haller ging zusätzlich zum Einzel auch im Doppel an den Start. Dort konnte er sich den vielleicht besten Partner sichern, den es auf der Welt gibt: Einzel- und Doppel Weltmeister Ukun Rukaendi (Indonesien). Die zwei Spieler konnten sich als Zweite der Gruppe für die KO-Runde qualifizieren, gewannen ihr Viertelfinale deutlich, unterlagen jedoch in einem umkämpften 3-Satz-Spiel den späteren Siegern Dwiyoko/Setiawan (Indonesien) mit 17:21, 21:15, 11:21. Somit konnte Tim eine Bronzemedaille mit nach Deutschland bringen.

Im Einzel war Tim an Nummer vier gesetzt, konnte sich allerdings nur als Zweiter der Gruppe für das Viertelfinale qualifizieren, nachdem er dem aus Taiwan stammenden Cheng Che Lin den Vortritt lassen musste. Nun traf Tim auf den Weltranglistenzweiten Sukant Kadam (Indien), zeigte eine tolle Leistung und hatte den Inder am Rande einer Niederlage. Allerdings konnte er seine Matchbälle nicht verwandeln und war demnach, trotz eines super Spiels sichtlich enttäuscht. (21:11, 21:23, 21:12).

"Ich bin super zufrieden. Im Doppel war einfach nicht mehr drin und im Einzel kann man damit rechnen gegen Sukant zu verlieren, trotzdem ärgere ich mich sehr", resümierte Tim nach dem Turnier.

Marcel Adam startete nur im Einzel. Nach der Auslosung ging es bereits im ersten Gruppenspiel um das Weiterkommen. Nachdem er den ersten Satz gewann, musste er den zweiten Satz nach einer schlechten Leistung abgeben. Er machte sich in der Pause zum dritten Satz klar, dass wenn er nicht schnell was ändert, früh Schluss für ihn sein wird und konnte den Satz glücklicherweise klar für sich entscheiden. Im Viertelfinale, traf er nun auf den kurz zuvor gekührten Vize-Asienmeister Fredy Setiawan (Indonesien). Marcel konnte im zweiten Satz, sogar lange die Führung bis zu 15:13 halten, verlor dann allerdings die Geduld und gab den Satz ab. (12:21, 18:21). Fredy Setiawan gewann später auch den Titel in Australien.

"Mir war klar, dass es sehr schwer gegen Fredy wird, habe mich allerdings auch sehr gefreut gegen ihn zu spielen. Dummerweise versuchte ich gegen Ende des zweiten Satzes, diesen mit Gewalt zu gewinnen, was im Nachhinein eine schlechte Idee war."

Somit nimmt das kleine deutsche Team zwei Bronzemedaillen mit nach Hause und kann mit seiner Leistung durchaus zufrieden sein. Nun heißt es für das gesamte Team unter der Leitung von Bundestrainer Christopher Skrzeba, die nächsten Monate im Training noch mal alles zu geben, um Ende März beim ersten Olympia-Qualifikationsturnier in der Türkei in Topform an den Start zu gehen.

 

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