Steht mit Thuc Phuong Nguyen im EM-Viertelfinale: Jones Jansen (Foto/LIVE: Sven Heise).

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EM: Lokalmatadore bleiben in der Erfolgsspur

Auch der 3. Veranstaltungstag der Individual-Europameisterschaften in Saarbrücken (Saarlandhalle) verlief für mehrere Spielerinnen und Spieler des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) überaus erfolgreich.

Von Claudia Pauli

 

Nachdem Fabian Roth (TV Refrath; Weltranglistenplatz 86) im Herreneinzel und Miranda Wilson (SG Schorndorf; Weltranglistenplatz 191) im Dameneinzel ihre jeweilige Partie für sich entschieden hatten, verbuchte am Mittwoch zudem das Mixed Jones Jansen/Thuc Phuong Nguyen (beide 1. BC Wipperfeld; Weltranglistenplatz 97) einen Sieg. Während Fabian Roth und Miranda Wilson damit jeweils im Achtelfinale stehen, befinden sich Jones Jansen/Thuc Phuong Nguyen schon im Viertelfinale.

„Ich war von Anfang an gut da – dann bekommt man direkt ein besseres Gefühl. Bei einer Heim-EM ist die Anspannung größer – aber auch die Vorfreude, wenn Familie und Freunde auf der Tribüne zuschauen. Ich fühle mich körperlich echt gut und der Sieg gibt einen Schub“, meinte Fabian Roth nach seinem 21:11, 21:8-Erfolg über Gergo Pytel (Weltranglistenplatz 142). Der 28 Jahre alte Perspektivkaderathlet des DBV und der Ungar standen sich anlässlich der European Championships 2024 zum ersten Mal bei einem internationalen Turnier gegenüber. Nächster Gegner von Fabian Roth in der Saarlandhalle ist der Franzose Alex Lanier (Weltranglistenplatz 48), der in Runde zwei überraschend seinen an Nummer drei gesetzten Landsmann Christo Popov (Weltranglistenplatz 20) in zwei Sätzen bezwang. Aus den bisherigen beiden Partien ging jeder Spieler einmal als Sieger hervor.

Miranda Wilson durfte nach einer Matchdauer von 51 Minuten einen 24:22, 23:21- Sieg gegen Rachael Darragh (Weltranglistenplatz 79) bejubeln. „Ich hatte einen sehr klaren Plan – nämlich, dass ich mich vor allem auf mich konzentriere, auf das, was ich machen möchte. Das habe ich in beiden Sätzen ziemlich gut hinbekommen. Obwohl sie in der Weltrangliste weit vor mir ist, wusste ich, dass ich eine super Chance habe. Ich bin bis zum Ende klar geblieben“, sagte Miranda Wilson nach dem ersten Aufeinandertreffen mit der Irin. In der Runde der besten 16 Damen darf sich die 24- Jährige mit Neslihan Arin aus der Türkei messen. Die Weltranglisten-39. ist bei der Individual-EM an Position sieben notiert und führt im direkten Vergleich mit 2:0.

Jones Jansen/Thuc Phuong Nguyen erreichten durch einen 21:16, 21:17-Erfolg über die Schotten Adam Hall/Julie MacPherson (Weltranglistenplatz 50) das Viertelfinale. „Ich bin erleichtert, dass wir das Spiel gewinnen konnten. Wir sind noch eine ziemlich neue Paarung und haben für das Turnier eine Wild Card erhalten. Es ist toll, dass wir schon so weit gekommen sind! Ich bin sehr froh über unsere Entwicklung“, zog Jones Jansen ein Fazit. In der Runde der besten acht Gemischten Doppel bekommen es die DBV-Asse mit den an Nummer zwei gesetzten Franzosen Thom Gicquel/Delphine Delrue (Weltranglistenplatz 13) zu tun. „Auch sie kennen uns noch nicht so gut, vielleicht können wir das nutzen. Wir werden spielen wie heute und geben unser Bestes“, blickte Jones Jansen voraus. Das Aufeinandertreffen mit Adam Hall/Julie MacPherson bedeutete für das deutsche Mixed eine Premiere. Genauso ergibt sich die Begegnung mit Thom Gicquel/Delphine Delrue anlässlich der European Championships 2024 erstmalig.

Kai Schäfer und Matthias Kicklitz ausgeschieden

Auch Kai Schäfer (SV Fun-Ball Dortelweil; Weltranglistenplatz 81) und Matthias Kicklitz (Blau-Weiss Wittorf; Weltranglistenplatz 115) kämpften wie gewohnt um jeden Punkt, sie verpassten letztlich aber den Einzug ins Achtelfinale.

Der 30 Jahre alte Kai Schäfer musste im Duell mit Viktor Axelsen die Überlegenheit des topgesetzten Olympiasiegers von Tokio anerkennen: Der Weltranglistenerste aus Dänemark baute mit dem 21:12, 21:12 seine Bilanz gegen Kai Schäfer auf 3:0 aus. „Gegen Viktor zu spielen, ist immer eine spannende Erfahrung. Ich habe mich auf das Spiel gefreut und wollte den Zuschauern gute Ballwechsel bieten. Er ist der beste Spieler der Welt und ich denke, ich habe es auch ganz gut gemacht. Vieles hat ganz gut geklappt, aber es waren auch einige einfache Fehler dabei, das ärgert mich“, analysierte Kai Schäfer das Match. Er fügte hinzu: „Das Setup hier in der Halle ist super cool, sodass es viel Spaß gemacht hat.“

Matthias Kicklitz, dem der europäische Badminton-Verband Badminton Europe Confederation (BEC) ebenfalls eine Wild Card zugesprochen hatte, verlor anschließend mit 12:21, 17:21 gegen den Niederländer Mark Caljouw (Weltranglistenplatz 47). Der 29-Jährige revanchierte sich damit für die Niederlage, die er im bis dato einzigen Vergleich mit dem zweimaligen Deutschen Meister im Herreneinzel erlitten hatte. „Das war spielerisch heute nicht seine beste Leistung. Aber er ist noch so jung und hat noch so viel vor sich. Er hat in den vergangenen Monaten gute Fortschritte gemacht. Matthias trainiert sehr fokussiert und clever“, meinte Xu Yan Wang aus dem Bundestrainerteam Einzel des DBV.

Sechs Spiele mit deutscher Beteiligung am Donnerstag

Neben Fabian Roth und Miranda Wilson werden am Donnerstag (11. April 2024) zudem das Herrendoppel Bjarne Geiss/Jan Colin Völker (Blau-Weiss Wittorf/TV Refrath; Weltranglistenplatz 53) sowie die Damendoppel Linda Efler/Isabel Lohau (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 39) und Julia Meyer/Leona Michalski (beide TV Refrath; Weltranglistenplatz 85) um den Einzug ins Viertelfinale spielen. Für Jones Jansen/Thuc Phuong Nguyen geht es derweil, wie erwähnt, bereits um eine Medaille: Wer das Halbfinale erreicht, hat Edelmetall sicher.

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