Tobias F. Oertel als Aufschlagrichter mit den neuen "Messgeräten" @Sven Heise (LIVE)

International

Aufschlag-Premiere in Mülheim

Die BWF will Badminton durch Regeländerungen "spannender und attraktiver" machen. So wird bei den YONEX German Open in dieser Woche erstmals eine neue, experimentelle Aufschlagregel (mit fixierter Höhe) getestet.

Von Redaktion

 

Diese, und eine Reihe von weiteren Regeländerungen, wird das BWF-Council seinen 189 Mitgliedsverbänden beim Annual General Meeting (AGM) im Mai dieses Jahres als Empfehlung zur Änderung der Statuten abschließend vorlegen.

Die neue Aufschlagregel schreibt vor, dass der ganze Federball im Moment, in dem er vom Aufzuschlagenden getroffen wird, unter 1.15 Meter von der Courtoberfläche entfernt sein muss ("the whole of the shuttle shall be below 1.15 metres from the surface of the court at the instant of being hit by the server's racket"). Um die Höhe korrekt abzulesen, benutzen die Aufschlagrichter dafür speziell angefertigte Geräte. Diese kommen in dieser Woche in Mülheim erstmals zum Einsatz.

"Die Aufschlagphase in den Doppeldisziplinen ist ein immens wichtiger Teil des Spiels. Für die meisten Spieler bedeutet die Regel, dass sie tiefer als bisher aufschlagen müssen. Wobei es abzuwarten gilt, wie einzelne Spieler jetzt versuchen werden, die Regel zu ihren Gunsten zu nutzen und Grenzbereiche austesten werden. Das werden die ersten Turniertage hier in Mülheim zeigen", erklärt Bundestrainer Diemo Ruhnow im Gespräch mit badminton.de.

Deutsche Spieler bereits geübt - Bundestrainer begrüßt Verbesserungen

"Unsere Spieler haben das im Training in den letzten Wochen vermehrt geübt, wobei die EM und die Yonex Swiss Open noch nach der alten Regeln gespielt worden sind und die Spieler jetzt teilweise 'switchen' müssen, gerade diejenigen, die verschiedene Turnierlevel spielen. In der letzten Woche übernahmen wir Trainer dann in den Trainingsmatches die 'Aufschlagrichterrolle', um für den Ernstfall zu proben. Ich persönlich begrüße den Versuch der BWF, die Objektivität der Aufschlagregel zu verbessern. Hier wird es jetzt spannend sein, zu sehen, wie die neue Regel umgesetzt wird."

Der Weltverband hat ein Strategiepapier mit dem Namen "Enhancing Badminton’s Future" vorgelegt und das sieht zum Teil radikale Regeländerungen vor. Neben der experimentellen Aufschlagregel soll demnächst auch eine neue Zählweise (5 x 11 - 'drei Gewinnsätze bis elf') getestet werden. Zudem sehen die Vorschläge des BWF-Councils eine Reduzierung der Coaching-Intervalle vor. Ziel sei es, den Badmintonsport attraktiver und fairer zu machen.

Poul-Erik Høyer: "Es ist an der Zeit, die Zählweise zu ändern"

"Wir müssen mehr Fans für unsere Sportart begeistern. Sportinteressierte haben heute unzählige, aufregende Möglichkeiten, viele Sportarten weltweit zu verfolgen. Badminton hat ein sehr großes Potential - aber wir müssen es nutzen. Die Änderung der Zählweise ist ein wesentlicher Teil unserer neuen Strategie. Wir brauchen mehr Höhepunkte und mehr Spannung. Es ist an der Zeit, die Zählweise zu ändern", so BWF-Präsident Poul-Erik Høyer. 

 

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