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Erfahrungsbericht einer Hospitation an einem Bundesstützpunkt

Vom 14. bis 16. August führte mich der vorletzte Präsenzlehrgang meiner A-Trainerausbildung 2019/20 nach Mülheim an der Ruhr, welcher trotz Corona und den damit verbundenen Hygienemaßnahmen ein großer Erfolg war. Hochmotiviert aus den Ausbildungstagen verlängerte ich meinen Aufenthalt im Sinne einer Hospitationswoche am Bundesstützpunkt um vier Tage. Zielsetzung der Hospitation war es, einen Einblick in die Leistungs- und Stützpunktstruktur auf allen Ebenen zu erhalten.

Von Michael Clemens

 

Die Suche nach geeignetem Mentoring z. B. bei den Trainer*innen Detlef Poste, Christoph Schnaase, Danny Schwarz, Zhang Hong oder Thies Wiediger lief problemlos. Alle befragten Trainer*innen hatten großes Interesse Hospitanten aufzunehmen. Die Halle in der Südstraße 23, an welche auch ein Badmintoninternat angebunden ist, wird ausschließlich für unsere Sportart Badminton genutzt. Hier vereinen sich viele strukturelle Elemente aus dem DBV mit dem Badminton-Landesverband NRW zum Deutschen Badminton Zentrum, was eine hohe Dichte an gut ausgebildeten Trainer*innen mit sich führt. Diese Voraussetzungen bieten einen optimalen Beobachtungsraum für das gewählte Hospitationsziel, welches mehr als nur erreicht wurde. 

Mit dem Beginn der ersten vollen Schulwoche nach den Sommerferien startete meine Hospitation. Ich konnte von früh morgens bis zur letzten Einheit qualitativ gutes Badminton sehen und verfolgen. Die leitenden Trainer*innen standen stets für Fragen zur Verfügung, welche Raum und Zeit Zeit für Nachbesprechungen und weiteren Austausch ermöglichte. Diese Offenheit und Bereitschaft verschaffte mir eine Vielzahl an interessanten Gesprächen, aus denen ich eine Menge gelernt habe. Von Beginn bis Ende meines Aufenthaltes habe ich mich gut betreut und wertgeschätzt gefühlt. Dankeschön an dieser Stelle an das gesamte Trainerpersonal in Mülheim. 

Meine Take-aways:

  • Für meine Trainerpraxis war dies bisher die intensivste und produktivste "Fortbildung". Ich konnte viele Details, Tipps und Kleinigkeiten für mein Training mitnehmen, welche ich in den folgenden Wochen direkt ausprobieren und reflektieren möchte. 
  • Jeder Trainer*in ist individuell, ziel- und planorientiert. Der Austausch unter Trainer*innen erzeugt eine intensive und so wichtige Reflexion des eigenen Wissens und gemachter Erfahrungen.
  • Bestärkung meiner eigenen Leidenschaft und Motivation für die Vermittlung unseres Badmintonsports.
  • Detaillierte, für mich bis dahin noch unbekannte Einblicke in die Leistungsstruktur am Bundesstützpunkt und der Jugendförderung in NRW. 

Rückblickend habe ich eine intensive und auch anstrengende Zeit in Mülheim an der Ruhr im Kopf, welche durchwegs positiv ist. Die Erfahrung und Gespräche will ich nicht missen! Abschließend möchte ich eine klare Empfehlung der Hospitation an alle Trainer*innen in Deutschland aussprechen. Natürlich erfordert der Besuch eines Bundesstützpunkts eine gewisse zeitliche Flexibilität, Aufwand und organisatorisches Geschick. Zudem kommen je nach Entfernung ein längerer Fahrtweg auf einen zu, trotzdem lohnt sich der Aufwand. Weiter sind die gerade genannten Merkmale alles Kompetenzen, die eine(n) Trainer*in ausmachen. Als Trainer*in sollte man stets über den Tellerrand schauen, offen sein für neues und Erfahrungen reflektieren. Eine Hospitation an Nachwuchs- und/oder Bundesstützpunkten bietet eine optimale Möglichkeit diese Komponenten zu bedienen.   

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