(Fotos: DBV)

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Kranitz: "Für alle eine außergewöhnliche Situation"

Die "Coronakrise" hat das Land fest im Griff - und damit auch den nationalen Badmintonsport: So sind die beiden O19-DBV-Bundesstützpunkte in Mülheim und Saarbrücken, der Bundesstützpunkt U19 in Hamburg sowie alle Nachwuchsstützpunkte bis auf Weiteres geschlossen. Wir sprachen mit DBV-Sportdirektor Martin Kranitz über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Trainingsbetrieb an den DBV-Stützpunkten.

Von Redaktion

 

badminton.de: Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf den täglichen Trainingsbetrieb an den  O19-Bundesstützpunkten des DBV? 

Martin Kranitz: Der Trainingsbetrieb ist in Mülheim und Saarbrücken eingestellt. Sowohl die Stadt Mülheim als auch der Landessportverband in Saarbrücken haben die Sportstätten geschlossen. Dies gilt nach meinem Kenntnisstand auch für die anderen Sporthallen, in denen Badminton-Nachwuchsleistungssport in Deutschland betrieben wird.

badminton.de: Wie halten sich die DBV-Athleten in Mülheim und Saarbrücken fit? 

Kranitz: Wir haben uns verschiedene Alternativen ausgedacht. So gab es z.B. gestern und heute über ein Video-Konferenztool angeleitete physische Trainingseinheiten. Ebenso erhalten die AthletInnen Aufgaben, die sie zu erfüllen haben. Auch Videoanalysen per Skype und Online-Spielerentwicklungsgespräche mit den Leitern der Bundesstützpunkte und Laufbahnberatern stehen in den nächsten Tagen auf dem Programm.

Zudem hat uns das Bundesinnenministerium sehr kurzfristig und unbürokratisch die Möglichkeit geschaffen, Spinning-Bikes, Kurzhanteln usw. für das Training der AthletInnen zu Hause (Homework) anzuschaffen.

Das Gesamtprogramm umfasst von Montag bis Freitag täglich vier Stunden physisches Training mit den Schwerpunkten allg. Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft, Beweglichkeit und ein bis zwei Stunden Video, mental u.ä., samstags eine Stunde Ausdauer, sonntags ist frei. 

badminton.de: Wie sieht die Situation der DBV-Trainer an den Stützpunkten aus? 

Kranitz: Wir skypen sehr viel mit den Trainern – auch die Trainer untereinander, um das Optimale für die AthletInnen anbieten zu können. Mehr können wir zur Zeit nicht tun. Die Trainer sind weiterhin top motiviert, die Zeit wird genutzt für Detailanalysen, Videoauswertungen, konzeptionelle Tätigkeiten und Planungen, dazu individuelle Online-Kommunikation mit den Spielern. Da bin ich sehr zufrieden.

badminton.de: Gibt es in der Mannschaft oder bei DBV-Trainern bislang Fälle des Coronavirus?

Kranitz: Nein – bisher sind keine Fälle bekannt.

Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und uns verantwortungsvoll zu verhalten.

Martin Kranitz

badminton.de: Wie ist die Stimmung innerhalb der DBV-Kaderathleten?

Kranitz: Es ist für alle natürlich eine außergewöhnliche Situation. Ich gehe davon aus, dass unsere AthletInnen gut damit umgehen. So ist jedenfalls der Eindruck aus den Gesprächen und Planungen mit den Spielern. Allen ist klar, dass sie sich als Nationalspieler in Bezug auf die Vorgaben von Bund und Ländern besonders vorbildlich zu verhalten haben und sich bestmöglich fit halten. 

badminton.de: Laufen Stornierungen (Hotels, Flüge) für die abgesagten BWF- und BEC-Events problemlos?

Kranitz: Wir hatten - soweit ich weiß - keine Probleme bei den Stornierungen für Flüge und Hotelbuchungen.

badminton.de: Gibt es Verständnis für das doch ziemlich laute Klagen der Deutschen Fußball-Liga?

Kranitz: Es gibt sehr viele, die laut geklagt haben, nicht nur der Fußball. Es ist nur aufgrund des medialen Interesses besonders aufgefallen. Die Situation ist für alle außergewöhnlich und kann in der Tat für viele – insbesondere im finanziellen Bereich - herausfordernd werden. Die teilweisen Einschränkungen der persönlichen Freiheiten sind aus unserer Sicht in dieser Ausnahmesituation zu akzeptieren. Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und uns verantwortungsvoll zu verhalten. 

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