Anreisewege zu Ranglistenturnieren sind im Nachwuchsbereich immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Um diese auf eine objektive Grundlage zu stellen, hat der Vorsitzende des DBV-Ausschusses für Jugend (AfJ), Edi Klein, die Anreiseentfernungen zu den A-Ranglistenturnieren U11/U13 der Jahre 2024 bis 2026 ausgewertet. Grundlage der Analyse sind die Entfernungen zwischen den Vereinsstandorten der Teilnehmenden und den jeweiligen Turnierorten. Als Referenzjahr dient 2025, da für 2026 zum Zeitpunkt der Auswertung noch nicht alle Turniere ausgetragen waren.
Die Untersuchung betrachtet das Thema aus drei unterschiedlichen Perspektiven: der Sicht der einzelnen Turniere, der Spielerinnen und Spieler sowie der Spielstärke der Teilnehmenden. Ziel war es, die häufig gestellte Frage nach den Anreisewegen anhand belastbarer Daten zu beantworten.
Die Auswertung lieferte drei zentrale Erkenntnisse:
- Der Turnierort hat den größten Einfluss auf die Anreiseentfernung. Während zentral gelegene Austragungsorte für viele Teilnehmende vergleichsweise kurze Anfahrten ermöglichen (durchschnittlich 300 km für das A-RLT in Lüdinghausen), führen Turniere in Randlagen – etwa im Norden oder Süden Deutschlands – zu deutlich längeren Reisewegen (durchschnittlich 471 km für das A-RLT in Trostberg).
- Darüber hinaus zeigt die Analyse, dass Spielerinnen und Spieler, die an mehreren A-Ranglistenturnieren teilnehmen, im Durchschnitt weitere Strecken zurücklegen. Dies ist jedoch vor allem auf die bundesweite Verteilung der acht Turnierstandorte zurückzuführen und weniger Ausdruck einer besonders hohen Reisebereitschaft.
- Die Spielstärke hat nur geringen Einfluss auf die Anreiseentfernung: Entgegen einer häufig geäußerten Annahme reisen Top-Spielerinnen und Top-Spieler nicht weiter zu Turnieren als andere Teilnehmende.
Mögliche Konsequenzen
Aus den Ergebnissen leitet Edi Klein unter anderem die Anregung ab, die Standortwahl der A-Ranglistenturniere U11/U13 künftig stärker zu betrachten. Weiterhin könnte eine regionalere Verteilung der Teilnehmerfelder z.B. auf Gruppenebene dazu beitragen, die durchschnittlichen Anreisewege zu verkürzen, ohne den überregionalen Charakter der Turnierserie grundsätzlich aufzugeben.
Interesse geweckt?













