EILMELDUNG: YGO: Turniersieger aus fünf Nationen · 03.03.2024

Isabel Lohau und Mark Lamsfuß (Foto/LIVE: BadmintonPhoto).

International

WM: Auftakterfolge im Dameneinzel und im Mixed

Freude über einen Sieg nach längerer Verletzungspause, starke Leistungen auch in drei weiteren Matches sowie großes Pech für Deutschlands Nummer eins im Herreneinzel: Der 1. Veranstaltungstag der Individual-Weltmeisterschaften 2023 im Badminton sorgte bei der Delegation des DBV für gemischte Gefühle.

Von Claudia Pauli

 

Mixed

Die letztjährigen WM-Dritten Mark Lamsfuß/Isabel Lohau (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 24) wussten lange nicht, ob sie bei den Titelkämpfen in der Royal Arena an den Start gehen können. Schließlich laboriert Mark Lamsfuß, der zweifache Europameister von 2022, seit mehreren Monaten an einer Knieverletzung und musste aus diesem Grund nach den European Games 2023 erneut eine mehrwöchige Trainings- und Wettkampfpause einlegen. Doch einmal mehr leistete das Trainer*innen- und Betreuer*innenteam eine hervorragende Arbeit, sodass der 29-Jährige das Turnier in der dänischen Hauptstadt aufnehmen konnte. Mit 21:17, 12:21, 21:18 setzte er sich am Montag an der Seite von Isabel Lohau gegen das niederländische Mixed Ties van der Lecq/Debora Jille (Weltranglistenplatz 90) durch – Comeback geglückt.

Wir sind super-erleichtert. Wir hätten gerne noch etwas besser gewonnen – wir mussten richtig kämpfen. Die Halle ist sehr langsam, daher kamen viele lange Ballwechsel zustande“, meinte Isabel Lohau nach dem Auftaktmatch. Mark Lamsfuß sagte zufrieden: „Mein Knie ist stabil, es hat richtig gut gehalten. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl und habe daher auch vieles versucht.“ DBV-Sportdirektor Martin Kranitz zeigte sich ebenfalls angetan: „Dass sie überhaupt spielen konnten, war gut – und dass sie dann noch gewonnen haben, war erst recht gut.“

In der zweiten Runde treffen die amtierenden Europameister am Dienstag auf die topgesetzten Titelverteidiger Zheng Si Wei/Huang Ya Qiong. „Wir werden das Spiel mit ganz viel Freude angehen. Wir freuen uns, hier in Dänemark gegen die Besten der Welt spielen zu können. Das ist für uns ja ein bisschen wie ein Heimspiel. Es sind viele deutsche Fans hier – mal schauen, was geht“, blickte Mark Lamsfuß voraus. Bis dato hatten Mark Lamsfuß/Isabel Lohau zweimal die Gelegenheit, sich mit den aktuellen Weltranglistenersten aus China zu messen (Bilanz aus Sicht der Deutschen: 0:2).

Dameneinzel

Zuvor durfte sich am 1. Veranstaltungstag bereits Yvonne Li (SV Fun-Ball Dortelweil; Weltranglistenplatz 24) über das Weiterkommen freuen: Die fünfmalige Deutsche Meisterin im Dameneinzel gewann ihre Auftaktpartie gegen Léonice Huet (Weltranglistenplatz 59) mit 21:13, 21:12 und verbuchte damit im insgesamt zweiten Aufeinandertreffen mit der Französin den zweiten Sieg. „Beim letzten Mal war es gegen sie ein hartes Spiel über drei Sätze. Ich wusste, ich muss die Ballwechsel länger und das Feld größer machen“, so die 25-Jährige – und fügte hinzu: „Meine Beine sind wieder da – mein Spiel steht und fällt mit meinen Beinen. Es gab ein bisschen Seitenwind, daher waren die Bälle nicht so leicht zu kontrollieren. Aber ich habe es ganz gut gemacht.“ Dem stimmte Xu Yan Wang aus dem Bundestrainerteam Einzel des DBV zu: „Yvonne hat sehr diszipliniert gespielt und umgesetzt, was wir vorbereitet hatten.“

Nächste Gegnerin der Olympiateilnehmerin von Tokio bei den TotalEnergies BWF World Championships 2023 ist am Dienstag die an Nummer zehn gesetzte Chinesin Wang Zhi Yi (Weltranglistenplatz 11; Bilanz aus Sicht der Deutschen: 0:3). „Vor zwei Jahren habe ich bei der WM auch in der zweiten Runde gegen sie gespielt. Sie spielt super-sicher und ich muss richtig fit sein und versuchen, etwas Überraschendes zu machen“, sagte Yvonne Li.

Herreneinzel

Für den zweimaligen Deutschen Meister Kai Schäfer (SV Fun-Ball Dortelweil; Weltranglistenplatz 63) hingegen waren die Titelkämpfe bereits nach 14 Ballwechseln beendet: Der 30-Jährige musste seine Partie aus der ersten Runde – gegen den Kanadier Brian Yang (Weltranglistenplatz 27) – beim Stand von 3:11 aus seiner Sicht verletzungsbedingt abbrechen.

Am Samstag, im ersten Training hier, hat es mir bei einem Ausfallschritt ins Bein reingezogen. Seitdem haben wir alles probiert, dass es irgendwie geht, aber es wurde heute von Ausfallschritt zu Ausfallschritt schlechter. Ich habe daraufhin mit unserem Physio abgesprochen, dass ich aufhöre. Bis Samstag habe ich mich super gefühlt …“, erläuterte Kai Schäfer.

Auch Max Weißkirchen (1. BC Beuel; Weltranglistenplatz 130) war der Einzug in die zweite Runde nicht vergönnt. Der 26-Jährige darf allerdings mit seiner Leistung in seinem Auftaktmatch sehr zufrieden sein: Mit dem Weltranglisten-16. Lee Cheuk Yiu aus Hongkong lieferte sich der dreimalige Deutsche Meister im Herreneinzel ein Duell auf Augenhöhe (19:21, 15:21). „Ich habe mich gut gefühlt. Ich hatte eine gute Vorbereitung und zusammen mit Xu Yan einen Spielplan, der im ersten Satz auch fast aufging. Das war ein gutes Spiel – ich habe gesehen, dass ich auf dem Level mithalten kann.Max Weißkirchen schlug in diesem Jahr erstmalig bei einer Individual-WM auf. Zuvor hatte er aus gesundheitlichen Gründen zweimal kurzfristig für diese Titelkämpfe absagen müssen. „Ich bin sehr froh, dass ich die WM spielen konnte“, meinte Max Weißkirchen folglich nach seinem Auftritt in Kopenhagen.

Damendoppel

Stine Küspert/Emma Moszczynski (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/SV Fun-Ball Dortelweil; Weltranglistenplatz 48) stellten in ihrer Erstrundenpartie gegen die Indonesierinnen Lanny Tria Mayasari/Ribka Sugiarto erneut unter Beweis, warum sie inzwischen bereits zu den zehn besten europäischen Damendoppeln zählen. Beim 21:14, 20:22, 15:21 gegen die Weltranglisten-31. aus Asien verpassten die Perspektivkaderathletinnen des DBV, die in diesem Jahr ihre zweite Individual-WM bestritten, den Sieg nur äußerst knapp. „Der zweite Satz ist am Ende ein bisschen unglücklich für uns gelaufen, da haben wir vielleicht auch ein bisschen die Konzentration verloren. Wir haben versucht, im dritten Satz wieder voll da zu sein. Am Ende hat es nicht ganz geklappt“, meinte Stine Küspert. Die 24-Jährige nahm aus der Niederlage aber auch Positives mit: „Bei der nächsten WM möchten wir endlich die erste Runde gewinnen! Es ist ärgerlich, aber wir waren diesmal schon deutlich dichter am Sieg als im vergangenen Jahr. Wir entwickeln uns in jedem Fall weiter.

WM-Auftakt für einige DBV-Asse erst am Dienstag

Die anderen deutschen Starter*innen – die Herrendoppel Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 23) und Bjarne Geiss/Jan Colin Völker (Blau-Weiss Wittorf/TV Refrath; Weltranglistenplatz 50), das Damendoppel Linda Efler/Isabel Lohau (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 34) sowie das Mixed Jones Jansen/Linda Efler (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 52) – bestreiten ihre erste WM-Partie in der Royal Arena von Kopenhagen erst am Dienstag.

Sportdeutschland.TV überträgt täglich von der Weltmeisterschaft.

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Weiterführende Links

Van Der Lecq/Jille and Lamsfuss/Lohau take to the court in the Royal Arena

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