„In den vergangenen Jahren war ich auf der Reserveliste immer an Position zwei, drei, fünf etc. Aber es hat nie jemand abgesagt. Daher hatte ich dieses Jahr schon ein bisschen abgehakt“, so die amtierende Deutsche Vizemeisterin, die anlässlich der 67. Auflage der Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland die Vierte der Reserveliste war. Doch diesmal hatte Miranda Wilson Glück: Gleich mehrere Athletinnen erklärten kurzfristig ihren Startverzicht, sodass sie in die Qualifikation nachrückte und nun bei dem Turnier, das an ihrem Wohn- und Trainingsort ausgetragen wird, um Punkte spielt. Nachdem die Perspektivkaderathletin des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) am 1. Veranstaltungstag (Dienstag, 24. Februar 2026) in der Qualifikation Agnes Korosi aus Ungarn in drei Sätzen bezwang (21:13, 16:21, 21:11), darf sie sich am Mittwoch (25. Februar 2026) in der ersten Runde des Hauptturniers mit der an Nummer zwei gesetzten Chinesin Han Yue messen.
„Das war schön und solide von mir. Ich habe mich vom Energielevel her viel besser gefühlt als bei der Team-EM“, meinte Miranda Wilson nach ihrem Sieg gegen Agnes Korosi – die im Übrigen in den vergangenen Tagen jeweils mit den deutschen Spielerinnen trainierte.
Auch das Herrendoppel Malik Bourakkadi/Kenneth Neumann (TV Refrath/Blau-Weiß Wittorf) löste das Ticket für das Hauptturnier: Die amtierenden DM-Dritten setzten sich in der Qualifikation mit 21:19, 23:21 gegen die Spanier Ruben Garcia/Carlos Piris durch. „Im ersten Spiel bei einem Turnier ist immer ein bisschen Anspannung vorhanden. Aber das war ein cooles Spiel, die Atmosphäre war gut, es hat Spaß gemacht“, zog das Duo ein Fazit. Bereits zwei Wochen zuvor, beim Azerbaijan International in Baku/Aserbaidschan, standen Malik Bourakkadi/Kenneth Neumann den Spaniern gegenüber und gewannen gegen sie in zwei Sätzen. „Insofern war sozusagen erst recht eine kleine Vorspannung vorhanden“, so die Weltranglisten-76. des DBV. In der ersten Runde des Hauptturniers treffen Malik Bourakkadi/Kenneth Neumann auf die Brüder Jiri und Ondrej Král aus der Tschechischen Republik, die in der Weltrangliste derzeit auf Platz 60 geführt werden.
Niederlagen im ersten Match
Niederlagen mussten am 1. Veranstaltungstag hingegen die amtierenden Deutschen Meister im Herrendoppel, Jonathan Dresp/Simon Krax (Blau-Weiß Wittorf/SV Fun-Ball Dortelweil), das Herrendoppel Bjarne Geiss/Jones Jansen (Blau-Weiß Wittorf/1. BC Wipperfeld), die aktuellen Deutschen Vizemeisterinnen im Damendoppel, Selin Hübsch/Amelie Lehmann (TV Refrath/TSV Trittau), sowie die amtierenden DM-Dritten im Mixed, Patrick Volkmann/Franziska Volkmann (beide Blau-Weiß Wittorf), hinnehmen.
Jonathan Dresp/Simon Krax unterlagen in der Qualifikation Donovan Willard Wee/Jia Hao Howin Wong aus Singapur trotz einer starken Leistung letztlich mit 21:18, 15:21, 14:21. „Wir haben gut begonnen und es später nicht mehr so gut gemacht“, resümierte Jonathan Dresp. Das Nachwuchsduo des DBV und die Asiaten trafen anlässlich der YONEX German Open 2026 zum ersten Mal aufeinander.
Patrick Volkmann/Franziska Volkmann verloren kurz vorher – ebenfalls in der Qualifikation – mit 13:21, 17:21 gegen die Niederländer Brian Wassink/Debora Jille. „Wir hatten uns in jedem Fall mehr erwartet. Wenn wir es gut gemacht haben, war das Spiel ausgeglichen. Aber wir sind insgesamt nicht richtig reingekommen“, meinte Patrick Volkmann. Dies lag auch daran, dass sich das Duo mit seiner Aufwärmzeit vertan hatte. „Wir waren körperlich zwar ready, aber als wir aufs Feld mussten, hatten wir vorher noch nicht einen Schlag gemacht“, erläuterte Patrick Volkmann.
Selin Hübsch/Amelie Lehmann zogen in der ersten Runde des Hauptturniers gegenüber Chen Su Yu/Lee Yu-Hsuan aus Taiwan mit 10:21, 12:21 den Kürzeren, zeigten sich allerdings nicht unzufrieden:
„Sie sind eine starke Paarung. Und man sieht, dass wir uns im Vergleich mit dem vergangenen Jahr verbessert haben. Im zweiten Satz z. B. haben wir uns gut zurückgekämpft“, sagte Amelie Lehmann nach dem ersten Aufeinandertreffen mit den Asiatinnen im Rahmen eines Wettkampfes. Selin Hübsch meinte: „Phasenweise war es echt gut, da konnten wir u. a. mit ihrem Tempo mithalten. Aber uns fehlt noch die Konstanz. Es ist immer schön, hier zuhause zu spielen. Ich bin ja Mülheimerin, daher ist das Turnier immer etwas Besonderes.“
Bjarne Geiss/Jones Jansen standen gleich in ihrer Auftaktbegegnung im Hauptfeld einer Paarung gegenüber, die zu den Topfavoriten auf einen Podestplatz zählt: Die Weltranglisten-83. unterlagen den Weltranglistenzehnten und amtierenden WM-Dritten Kim Astrup/Anders Skaarup Rasmussen mit 17:21, 10:21. „Der erste Satz war eigentlich ganz gut. Am Ende waren sie zu kontrolliert in der Abwehr. Aber man hat gesehen, dass wir unsere Chancen hatten. Wenn man diese jedoch nicht nutzt, verliert man halt“, analysierte Bjarne Geiss die Partie gegen die Dänen. In dieser Kombination standen sich die vier Spieler bis dato nicht gegenüber.
Erster Aufschlag am Mittwoch
Matthias Kicklitz (SV Fun-Ball Dortelweil) im Herreneinzel sowie die beiden Gemischten Doppel Simon Krax/Amelie Lehmann (SV Fun-Ball Dortelweil/TSV Trittau) und Malik Bourakkadi/Leona Michalski (beide TV Refrath) greifen erst am Mittwoch zum ersten Mal bei den YONEX German Open 2026 ins Turniergeschehen ein. Sie bestreiten dann jeweils ihr Auftaktmatch im Hauptfeld.
Malik Bourakkadi/Kenneth Neumann und Miranda Wilson präsentieren sich derweil am zweiten Veranstaltungstag zum zweiten Mal bei den YONEX German Open 2026 den heimischen Fans.
Weitere Informationen
Weitere Informationen zu dem mit 250.000 US-Dollar dotierten Turnier der Kategorie „HSBC BWF World Tour Super 300“ (Zeitplan, Ticketvorverkauf etc.) sind auf der Veranstaltungswebsite unter www.german-open-badminton.de erhältlich.
Die Firma YONEX fungiert 2026 bereits zum 38. Mal in Folge als Haupt- und Titelsponsor der Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland. Unterstützt werden die YONEX German Open u. a. auch von Westenergie, dem Namensgeber der Austragungsstätte.
Die Ergebnisse der YONEX German Open 2026
Der Livestream der YONEX German Open 2026













