Shi Yuqi feiert seinen ersten WM-Titel. Foto: Badmintonphoto.

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Historische Siege beim WM-Finaltag

Ein Finaltag voller Meilensteine: Shi Yuqi krönt sich erstmals zum Weltmeister, Malaysia jubelt über seine erste Goldmedaille im Mixed, Akane Yamaguchi zieht mit Carolina Marin gleich, und Seo/Kim setzen das Highlight ihres dominanten Jahres.

Von Redaktion

 

Der Finaltag der Badminton-Weltmeisterschaften 2025 in Paris bot Dramatik, Emotionen und historische Premieren. Fünf Finals – fünf asiatische Sieger.

Mixed: Malaysias erster Titel

Gleich zu Beginn schrieb Malaysia Geschichte. Chen Tang Jie und Toh Ee Wei besiegten die an Nummer zwei gesetzten Chinesen Jiang Zhen Bang/Wei Ya Xin mit 21:15, 21:14 und sicherten sich damit den ersten Mixed-Titel für ihr Land bei einer Weltmeisterschaft. Nur drei Jahre nach dem Triumph von Aaron Chia/Soh Wooi Yik im Herrendoppel in Tokio feierte Malaysia damit den zweiten WM-Goldcoup seiner Geschichte.

Für Chen/Toh war es eine Geschichte der Resilienz: Erst im Frühjahr hatten sie eine sportliche Trennung durchlebt, fanden aber wieder zusammen und schrieben nun das größte Kapitel ihrer Karriere.

Damen-Doppel: China bleibt unschlagbar

Im Damen-Doppel setzte sich die Weltspitze aus China erneut durch. Liu Sheng Shu und Tan Ning, die aktuelle Nummer eins der Welt, bezwangen Pearly Tan und Thinaah Muralitharan aus Malaysia in einem hochklassigen Endspiel mit 21:14, 20:22, 21:17. Trotz der Niederlage schrieben Tan/Thinaah Geschichte: Noch nie zuvor hatte ein malaysisches Damen-Doppel eine WM-Medaille gewonnen.

Damen-Einzel: Yamaguchi mit historischem Triple

Im Damen-Einzel setzte Akane Yamaguchi ein weiteres Ausrufezeichen. Die 27-jährige Japanerin ließ Chen Yu Fei, die im gestrigen Halbfinale noch umgeknickt war, beim 21:9, 21:13 keine Chance und holte sich damit ihren dritten WM-Titel nach 2021 (Huelva) und 2022 (Tokio). Sie zog damit mit Carolina Marin gleich, die ebenfalls dreimal Weltmeisterin geworden war.

Yamaguchi dominierte das Finale von Beginn an, spielte taktisch klug, variabel und mit eiserner Präzision. Für Chen Yu Fei blieb dagegen erneut nur Silber – und die bittere Erkenntnis, dass ihr großer Traum vom WM-Titel ein weiteres Mal unerfüllt bleibt.

Herren-Einzel: Shi Yuqi schafft es endlich

Das wohl emotionalste Finale lieferte das Herren-Einzel. Shi Yuqi, der bereits 2018 im Endspiel gestanden hatte und danach durch Verletzungen und Rückschläge gebremst wurde, erfüllte sich mit 29 Jahren endlich den Traum vom Weltmeistertitel. In einem packenden Duell schlug er Titelverteidiger Kunlavut Vitidsarn (Thailand) nach 75 Minuten mit 19:21, 21:10, 21:18.

Shi musste zuvor im Halbfinale gegen den kanadischen Überraschungsmann Victor Lai zwei Matchbälle abwehren – beinahe wäre sein Traum schon geplatzt. Doch am Sonntag zeigte er die Reife und mentale Stärke, die ihn zum Champion machten. Für China war es die erste Goldmedaille im Herren-Einzel seit Chen Long 2015.

Herren-Doppel: Seo/Kim vollenden ihr Jahr der Dominanz

Das letzte Kapitel des Finaltages schrieb Südkorea. Seo Seung Jae und Kim Won Ho bezwangen die chinesische Paarung Chen Bo Yang/Liu Yi souverän mit 21:17, 21:12. Schon im Halbfinale hatten sie die Dänen Astrup/Rasmussen mit 21:12, 21:3 regelrecht deklassiert.

Für Seo ist es nach dem Titelgewinn 2023 mit Kang Min Hyuk bereits der zweite WM-Titel im Herren-Doppel, für Kim der erste. Die Partnerschaft der beiden hat eine besondere Geschichte: Bereits 2017 traten sie gemeinsam auf und gewannen das Korea Masters. Doch danach trennten sich ihre Wege. Erst Anfang 2025 fanden sie wieder zusammen, gleich beim Malaysia Open holten sie den Titel – der Beginn eines Jahres voller Dominanz, das sie mit Siegen bei den Super-1000-Turnieren in Birmingham (All England) und Jakarta weiterführten. Nun tragen sie auch die WM-Krone.

Matchübersicht – WM-Finals 2025 in Paris

Mixed: Chen Tang Jie/Toh Ee Wei (MAS) – Jiang Zhen Bang/Wei Ya Xin (CHN) 21:15, 21:14

Damen-Doppel: Liu Sheng Shu/Tan Ning (CHN) – Pearly Tan/Thinaah Muralitharan (MAS) 21:14, 20:22, 21:17

Damen-Einzel: Akane Yamaguchi (JPN) – Chen Yu Fei (CHN) 21:9, 21:13

Herren-Einzel: Shi Yuqi (CHN) – Kunlavut Vitidsarn (THA) 19:21, 21:10, 21:18

Herren-Doppel: Seo Seung Jae/Kim Won Ho (KOR) – Chen Bo Yang/Liu Yi (CHN) 21:17, 21:12

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