Christo Popov spielt im Finale des Herreneinzelwettbewerbs gegen seinen Bruder Toma Junior Popov. Foto: Claudia Pauli

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YONEX German Open 2026: Der Titelträger im Herreneinzel wird „Popov" heißen

Begeisterte Fans in einer voll besetzten Halle, Weltklasseleistungen in allen Disziplinen, ein Rekord für Frankreich, das Zustandekommen eines Bruderduells im Finale des Herreneinzelwettbewerbs und ein attraktives Rahmenprogramm: Bei den YONEX German Open Badminton Championships 2026 in Mülheim an der Ruhr (24. Februar bis 1. März in der Westenergie Sporthalle) gestaltete sich der Tag der Halbfinalspiele (Samstag, 28. Februar 2026) ebenso abwechslungsreich wie emotional.

Von Claudia Pauli

 

„Dass man als Brüder gemeinsam auf dem Siegerpodest steht, ist nicht alltäglich. Ich hoffe, wir können das Spiel genießen und die Fans werden ein schönes Spiel sehen",meinte Christo Popov, nachdem er seinem älteren Bruder bei dem mit 250.000,- US-Dollar dotierten Turnier der Kategorie „HSBC BWF World Tour Super 300" ins Endspiel gefolgt war. Zudem gelang Julien Maio/William Villeger im Herrendoppel der Einzug ins Finale - ein Rekord für Frankreich: Bei den 1955 eingeführten Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland schlugen bis dato noch nie am letzten Veranstaltungstag vier französische Spieler auf. Zum Spitzenreiter in Bezug auf die Startplätze in den Endspielen avancierte bei den YONEX German Open 2026 China mit sechs Beteiligungen. Außerdem schaffte es das dänische Mixed Mads Vestergaard/Christine Busch ins Finale.

Spielbeginn am Sonntag (1. März 2026) ist um 12.00 Uhr. Die Finalbegegnungen werden in der folgenden Reihenfolge ausgetragen: Mixed, Dameneinzel, Damendoppel, Herrendoppel, Herreneinzel.

Herreneinzel: Christo Popov gegen Toma Junior Popov

Im Herreneinzel löste zunächst Toma Junior Popov (Weltranglistenplatz 17; Setzplatz 6) das Finalticket. Im „Match of the Day" des 5. Veranstaltungstages verbuchte der amtierende Vizeeuropameister einen 21:19, 21:15-Erfolg über Chi Yu Jen aus Taiwan (Weltranglistenplatz 20; Setzplatz 8). „Ich bin sehr glücklich - vor allem auch darüber, dass ich in zwei Sätzen gewonnen habe. So konnte ich heute viel Energie sparen", so der 27-Jährige nach seiner Begegnung mit Chi Yu Jen.Toma Junior Popov, der Mitte Februar wesentlich zum Titelgewinn der französischen Herren bei der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften beigetragen hatte, meinte weiter: „ Wir haben beide versucht, das gleiche Spiel zu spielen. Ich glaube, dass der Schlüssel zum Erfolg das Spiel am Netz war. Ich habe umso besser gespielt, je länger das Spiel dauerte."

Im abschließenden Match des Halbfinaltags bezwang Christo Popov als Nummer eins der Setzliste Lin Chun-Yi aus Taiwan (Weltranglistenplatz 11; Setzplatz 4) mit 21:10, 18:21, 21:18 und erreichte damit zum zweiten Mal nach 2024 bei den YONEX German Open das Endspiel. „Ich bin müde und glücklich zugleich. Uber den Sieg haben nur Kleinigkeiten entschieden. Es ist fantastisch, dass ich nun gegen meinen Bruder spiele" , sagte der 23 Jahre alte Titelträger von vor zwei Jahren nach seiner Vorschlussrundenpartie. Der aktuelle Weltranglistenfünfte erläuterte ferner: „Im ersten Satz habe ich gute, lange Balle gespielt. Im zweiten Durchgang ist es ihm gelungen, das Tempo anzuziehen und die Qualität seiner Schläge zu erhohen. Im dritten Satz war es erneut ein 50:50-Match. Ich bin froh, dass ich mir zwischendurch einen Vorsprung erarbeiten konnte. Ich hatte auch eine gute körperliche Verfassung."

Bis dato spielten die Brüder dreimal bei internationalen Turnieren gegeneinander, wobei Christo Popov zweimal und Toma Junior Popov entsprechend einmal gewinnen konnte. Auch ein Endspiel bestritten die beiden bereits: Bei den HYLO Open 2024 in Saarbrücken behielt Christo Popov in zwei Sätzen die Oberhand.

Dameneinzel: Endspiel mit zwei Chinesinnen

Bei den Damen steht ebenfalls schon fest, an welches Land der Titel in diesem Jahr gehen wird: Im Finale stehen sich die topgesetzte Weltranglistenzweite Wang Zhi Yi sowie Han Qian Xi - beide aus China - gegenüber. Han Qian Xi wird im Ranking des Badminton-Weltverbandes BWF derzeit auf Platz 37 geführt und könnte als ungesetzte Spielerin in der Westenergie Sporthalle triumphieren.

Während Wang Zhi Yi ihre Vorschlussrundenpartie gegen die Japanerin Tomoka Miyazaki (Weltranglistenplatz 9; Setzplatz 4) mit 21:10, 21:18 für sich entschied, brauchte Han Qian Xi kein Halbfinalmatch zu bestreiten: Ihre Gegnerin und Nationalmannschaftskollegin, die an Position zwei notierte Weltranglistenfünfte Han Yue (ebenfalls China), konnte am Samstag verletzungsbedingt nicht antreten.

Herrendoppel: Qualifikanten im Finale

Im Herrendoppel könnte der Titel bei den 67. Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland ebenfalls an China gehen: Die an Position sechs notierten Weltranglistenzwölften Chen Bo Yang/Liu Yi gewannen die Halbfinalpartie gegen ihre an Nummer zwei gesetzten Landsleute Liang Wei Keng/Wang Chang (ebenfalls China; Weltranglistenplatz 3) deutlich mit 21:15, 21:12 und treffen im Endspiel am Sonntag nun - wie erwähnt - auf Julien Maio/William Villeger.

Den Franzosen gelang allerdings wohl mit die größte Überraschung bei den diesjährigen YONEX German Open. „Das ist eine verrückte Woche. Wir sind in der Qualifikation gestartet und spielen nun morgen das Finale. Wir haben an jedem Tag unser Bestes gegeben und freuen uns, wenn wir eine Chance haben, gegen die Besten der Welt zu gewinnen", sagte Julien Maio strahlend. Sein Doppelpartner William Villeger meinte: „Das ist fantastisch, das ist unsere Woche! Wir haben in jedem Match sehr gut gespielt." In der Runde der besten vier Paarungen benötigten die Weltranglisten-89. gerade einmal 36 Minuten, um den zweimaligen Olympiasieger Wang Chi-Lin aus Taiwan (2021 und 2024 mit seinem Landsmann Lee Yang) und dessen Doppelpartner Chiu Hsiang Chieh (ebenfalls Taiwan; Weltranglistenplatz 11; Setzplatz 5) mit 21:17, 21:18 zu besiegen. Für Julien Maio/William Villeger bedeutete dies zugleich den erstmaligen Einzug in ein Finale auf der „HSBC BWF World Tour". Im Achtelfinale hatten die Franzosen bereits das topgesetzte Herrendoppel Aaron Chia/Soh Wooi Yik aus Malaysia (Weltranglistenplatz 2) aus dem Turnier geworfen.

Damendoppel: weiteres Duell von Landsleuten

Die Chinesinnen Li Yi Jing/Wang Yi Duo (ohne Weltranglistenplatz) hingegen mussten 86 Minuten auf dem Badmintoncourt arbeiten, um ihre Vorschlussrundenbegegnung mit Amallia Cahaya Pratiwi/Siti Fadia Silva Ramadhanti (Indonesien; Weltranglistenplatz 90) mit 21:18, 8:21, 21:19 für sich zu entscheiden. „Im zweiten Satz haben wir an Energie verloren. Gleichzeitig haben unsere Gegnerinnen ihre Taktik umgestellt. Aber wir haben unser Selbstvertrauen beibehalten und immer daran geglaubt, dass wir gewinnen können. Im dritten Satz haben wir versucht, die Punkte Schritt für Schritt zu holen", fassten Li Yi Jing/Wang Yi Duo die Partie zusammen. Für Sonntag gab das Duo als primäres Ziel aus, „das Spiel genießen" zu wollen.

Im Finale stehen Wang Yi Duo, die bei den YONEX German Open 2025 mit ihrer Nationalmannschaftskollegin Li Wen Mei das Halbfinale erreichte, und Li Yi Jing ihren an Nummer acht gesetzten Landsleuten Bao Li Jing/Luo Xu Min (ebenfalls China; ohne Weltranglistenplatz) gegenüber. Die gleichsam neu zusammengestellte Paarung behielt in der Runde der besten vier Damendoppel gegenüber Hsu Ya Ching/Sung Yu-Hsuan aus Taiwan (Weltranglistenplatz 15; Setzplatz 3) die Oberhand.

Mixed: Dänemark gegen China

Das Finale im Gemischten Doppel bestreiten die an Nummer acht gesetzten Dänen Mads Vestergaard/Christine Busch (Weltranglistenplatz 22) und die an Position sieben notierten Chinesen Cheng Xing/Zhang Chi (Weltranglistenplatz 16). Beide Paarungen verbuchten in der Vorschlussrunde letztlich einen klaren Sieg: Im ersten Match des vorletzten Veranstaltungstages behielten Cheng Xing/Zhang Chi gegenüber Yang Po-Hsuan/Hu Ling Fang aus Taiwan (Weltranglistenplatz 31) mit 22:20, 21:10 die Oberhand.

Kurze Zeit später zogen Mads Vestergaard/Christine Busch durch einen 21:19, 21:16-Erfolg über Hee Yong Kai Terry/Gloria Emanuelle Widjaja (Singapur/Indonesien; Weltranglistenplatz 190) ins Endspiel ein. Gloria Emanuelle Widjaja hatte 2025 in Mülheim an der Ruhr an der Seite ihres Landsmanns Rehan Naufal Kusharjanto das Finale erreicht.

Attraktives Rahmenprogramm

Am Tag der Halbfinalspiele durften sich die Besucherinnen und Besucher nicht alleine über Spitzensport freuen, sondern zudem über ein attraktives Rahmenprogramm. So empfing die BigBand des Gymnasiums Luisenschule aus Mülheim an der Ruhr das Publikum mit Livemusik, Markus Pull, der 1. Bürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr, dankte insbesondere den rund 180 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des ausrichtenden Vereins 1. BV Mülheim für deren Engagement, der synthetische Federball „CROSSWIND 70" der Firma YONEX wurde im Rahmen eines Showmatches vorgestellt und kleine wie große Badmintonfans erhielten die Möglichkeit, auf einem professionellen Badmintoncourt ihr Können im Duell mit deutschen Nationalspielerinnen und -spielern unter Beweis zu stellen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den YONEX German Open 2026 sind auf der Veranstaltungswebsite unter www.german-open-badminton.de erhältlich. Die Firma YONEX fungiert 2026 bereits zum 38. Mal in Folge als Haupt- und Titelsponsor der Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland.

Unterstützt werden die YONEX German Open u. a. auch von Westenergie, dem Namensgeber der Austragungsstätte.

Die Ergebnisse der YONEX German Open 2026

Der Livestream der YONEX German Open 2026

 

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