Christo Popov (l.) besiegte im Endspiel seinen älteren Bruder Toma Junior Popov. Foto: Claudia Pauli

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YONEX German Open 2026: Finalerfolg für den jüngeren Bruder

Die YONEX German Open Badminton Championships in Mülheim an der Ruhr (2026 vom 24. Februar bis zum 1. März in der Westenergie Sporthalle) sind für die Brüder Christo und Toma Junior Popov seit 2024 ein extrem „gutes Pflaster": Vor zwei Jahren holte Christo Popov im Herreneinzel den Titel, 2025 wurden die Franzosen gemeinsam Zweite im Herrendoppel, während Toma Junior Popov im Herreneinzel das Halbfinale erreichte, und in diesem Jahr standen sich beide im Finale des Herreneinzelwettbewerbs gegenüber.

Von Claudia Pauli

 

Herreneinzel: Endspiel „kein normales Match"

„Das war kein normales Match. Einerseits wollten wir beide gewinnen, aber das bedeutet zugleich, dass der Bruder verliert. Wir hatten daher einen etwas anderen Ansatz als normalerweise" , erläuterte Christo Popov, nachdem er das Finale gegen seinen Bruder mit 21:16, 21:15 für sich entschieden und damit seinen insgesamt zweiten YONEX German Open-Sieg verbucht hatte. An Nummer eins gesetzt, verzeichnete der 23 Jahre alte Weltranglistenfünfte im Turnierverlauf vier Erfolge in zwei Durchgängen und einen Dreisatzsieg. „Niemand hat erwartet, dass ich das Finale erreiche. Ich habe viele gute Matches bestritten und viel Zeit auf dem Court verbracht", zog der 27 Jahre alte Toma Junior Popov (Weltranglistenplatz 17; Setzplatz 6) durchaus ebenfalls ein positives Fazit.

Eine gelungene Veranstaltung

Auch Tamara Geeraerts war mit den 67. Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland überaus zufrieden: „Ich freue mich sehr, dass wir erneut an allen Veranstaltungstagen Weltklasseleistungen erleben durften und so viele Badmintonfans die YONEX German Open besucht und für eine tolle Stimmung in der Westenergie Sporthalle gesorgt haben", meinte die Turnierdirektorin.

Dameneinzel: Ungesetzte Spielerin bezwingt die Nummer eins

Bei den Damen musste sich die topgesetzte Weltranglistenzweite Wang Zhi Yi knapp ihrer chinesischen Nationalmannschaftskollegin Han Qian Xi geschlagen geben, die als ungesetzte Spielerin ins Finale eingezogen war. Nach einer Spielzeit von 51 Minuten durfte die Weltranglisten-37. ihren ersten Endspieltriumph bei einem Turnier der Kategorie „HSBC BWF World Tour Super 300" bejubeln. Entsprechend holte sie zum ersten Mal bei den YONEX German Open den Titel. „Ich habe weniger Fehler gemacht als meine Gegnerin und hatte zudem ein wenig Glück. Meine Gegnerin spielt exzellent und ist voller Energie. Ich habe versucht, immer weiterzumachen und nicht aufzugeben" fasste die 24-Jährige die Partie zusammen.

Herrendoppel: „Verrückte" Woche endet auf Platz zwei

Unterstützt durch „Allez les Bleus"-Rufe von der Tribüne, gelang es Julien Maio/William Villeger noch, zwei Matchbälle abzuwehren. Dann aber durften sich doch die Chinesen Chen Bo Yang/Liu Vi als Gewinner des Herrendoppelwettbewerbs feiern lassen. Mit 17:21, 21:15, 21:12 bezwangen die an Position sechs notierten Weltranglistenzwölften die französischen Weltranglisten-89., die sich von der Qualifikation bis ins Finale gespielt und damit für eine der größten Überraschungen bei den 67.Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland gesorgt hatten.

„Das war eine verrückte Woche. Wir haben uns Schritt für Schritt auf jedes Match fokussiert und in der Auslosung nicht weiter geschaut. Es ist natürlich schade, dass wir es heute nicht geschafft haben, aber wir haben anderthalb Sätze wirklich gut gespielt und sind sehr glücklich über den Turnierverlauf. Im zweiten Satz haben wir ihnen einige leichte Punkte gegeben, durch die sie Selbstvertrauen zurückgewinnen konnten", resümierte Julien Maio. Sein Doppelpartner William Villeger fügte hinzu: „Diese Woche war eine gute Erfahrung für uns. Wir hoffen, dass wir das Level auch bei den nächsten Turnieren spielen können." Chen Bo Yang/Liu Vi zeigten sich derweil „sehr zufrieden mit der zweiten Hälfte des Spiels. Im zweiten Satz waren wir geduldiger, haben versucht, präzise anzugreifen, und darauf gewartet, dass unsere Gegner Fehler machen."

Damendoppel: Sieg gegen die frühere und künftige Doppelpartnerin

Im Damendoppel verbuchten die an Nummer acht gesetzten Chinesinnen Bao Li Jing/Luo Xu Min im Endspiel einen 21:16, 21:16-Erfolg über ihre Nationalmannschaftskolleginnen Li Yi Jing/Wang Yi Duo (ohne Weltranglistenplatz), sodass Luo Xu Min bereits zum zweiten Mal in ihrer Laufbahn bei den Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland bei der Siegerehrung auf dem obersten Podest Platz nehmen durfte: 2024 hatte sie an der Seite ihrer aktuellen Gegnerin Li Yi Jing in Mülheim an der Ruhr den Titel geholt.

Die vier Damen bestreiten derzeit in unterschiedlichen Konstellationen Turniere, um wertvolle Erfahrungen zu sammeln bzw. weiterzugeben und sich so insgesamt weiterzuentwickeln. „Wir freuen uns nicht nur darüber, dass wir die Meisterschaften gewonnen haben, sondern wir konnten hier auch viel lernen", so die Gewinnerinnen. Sie erläuterten weiter: „Wir kennen uns alle aus dem Training sehr gut. Wir haben versucht, so präzise wie möglich zu spielen." Die zweitplatzierte Paarung Li Yi Jing/Wang Yi Duo befand: „ Wir haben gut gespielt, aber unsere Gegnerinnen waren noch etwas besser. Wir konnten vor allem mit ihrem Tempo nicht mithalten." In der kommenden Woche, bei den YONEX All England Open Badminton Championships in Birmingham/England, bildet Li Yi Jing erneut mit Luo Xu Min ein Damendoppel.

Mixed: Dänen können zeitnah Revanche nehmen

Im Mixed ging der Titel ebenfalls an China: Die Weltranglisten-16. Cheng Xing/Zhang Chi (Setzplatz 7) behielten im ersten Match des abschließenden Veranstaltungstages mit 21:12, 21:17 gegenüber den an Nummer acht gesetzten Dänen Mads Vestergaard/Christine Busch die Oberhand. , Wir haben versucht, uns auf einen Punkt nach dem anderen zu fokussieren und unsere Taktik das gesamte Match beizubehalten. Im zweiten Satz war dies etwas schwieriger, weil unsere Gegner ihre Taktik etwas geändert haben", resümierten Cheng Xing und Zhang Chi, die sich jeweils zum ersten Mal bei den YONEX German Open in die Siegerliste eintrugen.

Mads Vestergaard meinte: „Das war ein sehr solides Spiel von ihnen. Wir waren am Anfang ein wenig angespannt, während sie Selbstvertrauen hatten. Die Qualität unserer Schläge war dann auch nicht gut genug." Seine Mixedpartnerin Christine Busch fügte hinzu: „Sie haben zudem sehr gut aufgeschlagen." Die dänischen Weltranglisten-22. waren mit dem Verlauf der YONEX German Open 2026 dennoch insgesamt zufrieden. „Das war unser erstes Finale bei einem Super 300-Turnier. Wir konnten in diesen wichtigen Matches viele Erfahrungen sammeln", so Mads Vestergaard. Bei den YONEX All England Open Badminton Championships treffen die Dänen in der ersten Runde erneut auf Cheng Xing/Zhang Chi: „Dann wollen wir es besser machen", blickte Mads Vestergaard voraus.

YONEX German Open ab 2027 ein „Super 500"-Turnier

Nachdem die 67. Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland beendet sind, ist die Vorfreude auf die nächsten Auflagen der YONEX German Open bereits riesig. Denn von 2027 bis 2030 wird das für den Deutschen Badminton-Verband (DBV) bedeutsamste Turnier im internationalen Turniersystem noch höher eingestuft sein, als es bislang der Fall war. Zählten die Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland in den vergangenen Jahren jeweils zu den Turnieren der Kategorie „HSBC BWF World Tour Super 300", gehören sie im nächsten Austragungszyklus der darüber befindlichen Kategorie „BWF World Tour Super 500" an.

Austragungsort bleibt die Westenergie Sporthalle in Mülheim an der Ruhr, in welcher die Veranstaltung nun schon seit 2005 stattfindet. Als Termin für die YONEX German Open ist im kommenden Jahr der 23. bis 28. Februar vorgesehen. Insgesamt werden im Austragungszeitraum 2027 bis 2030 pro Jahr neun Super 500-Turniere durchgeführt, darunter neben den Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland nur eine weitere Veranstaltung in Europa (Finnland).

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den YONEX German Open 2026 sind auf der Veranstaltungswebsite unter www.german-open-badminton.de erhaltlich. Die Firma YONEX fungierte 2026 bereits zum 38. Mal in Folge als Haupt- und Titelsponsor der Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland.

Unterstützt wurden die YONEX German Open u. a. auch von Westenergie, dem Namensgeber der Austragungsstätte.

Die Ergebnisse der YONEX German Open 2026

Der Livestream der YONEX German Open 2026

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