Der Moment des Triumphs für Luis Pongratz. Foto: Badminton Tschechien.

International

Zwei deutsche Titel bei den Czech International Future Series

Mit zwei Turniersiegen, zwei weiteren Podestplätzen und zahlreichen überzeugenden Auftritten der jungen Athletinnen und Athleten blickt Team Deutschland auf eine erfolgreiche Czech International Future Series 2026 zurück.

Von Redaktion

 

Neun Spiele, neun Siege für Luis Pongratz

Für die wohl beeindruckendste Geschichte des Turniers sorgte Luis Pongratz. Weil er zunächst nicht direkt für das Hauptfeld qualifiziert war, musste sich der Deutsche über die Qualifikation ins Turnier kämpfen. Nach drei Siegen – darunter ein Marathonmatch gegen Frederik Hinding aus Dänemark (22:20, 20:22, 21:17) – ging es für ihn ins Hauptfeld, wo er seine Siegesserie eindrucksvoll fortsetzte. Ohne Satzverlust marschierte Pongratz bis ins Endspiel und ließ auch dort dem Philippiner Jewel Angelo Albo beim 21:13, 21:16 keine Chance. Am Ende standen neun Siege aus neun Spielen und der erste internationale Titel im Erwachsenenbereich.

Entsprechend emotional fiel seine Bilanz aus: „Dieses Turnier hat mir so viel gezeigt. Ich habe gemerkt, was mein Körper wieder leisten kann.“ Nach seiner schweren Verletzung sei es für ihn „extrem bewegend“, wieder voll spielen und seiner Leidenschaft nachgehen zu können. Besonders stolz sei er auf seine mentale Stärke und darauf, sich selbst bewiesen zu haben, dass er wieder auf diesem Niveau gewinnen könne.

Auch Chef-Bundestrainer Hannes Käsbauer zeigte sich begeistert: „Hut ab und Respekt, freut mich sehr für ihn. Sich aus der Qualifikation bis zum Titelgewinn zu spielen ist absolut bemerkenswert.“

Goldenes Debüt für Küspert und Lohau

Für ein weiteres Ausrufezeichen sorgte das Damendoppel Isabel Lohau und Stine Küspert. Küspert kehrte nach einer langen Verletzungsgeschichte auf die internationale Bühne zurück und feierte gemeinsam mit Lohau einen perfekten Einstand. Im Halbfinale besiegten die beiden die topgesetzten Russinnen Anastasiia Boiarun/Daria Kharlampovich mit 21:19, 21:16, ehe sie im Finale gegen die Tschechinnen Klára Šilhavá/Radka Šilhavá beim 21:9, 21:7 nichts anbrennen ließen.

„Ich finde es einfach cool, mit Bell jetzt endlich gestartet zu haben. Nach meiner Verletzungshistorie so zurückzukommen, macht einfach Bock auf mehr und auf die nächsten Monate“, freute sich Küspert. Auch Lohau war vom gemeinsamen Debüt beeindruckt und hob vor allem die Leistung ihrer Partnerin hervor: „Ich finde es bemerkenswert, wie Stine hier performt hat. Das Halbfinale war sicher unser schwierigstes Spiel, aber wir haben es mit super Fighting Spirit geschafft und uns am Ende mit Gold belohnt.“

Auch Käsbauer ordnete den Erfolg hoch ein. Das Turnier sei bewusst als möglicher Wiedereinstieg für Küspert ausgewählt worden, nachdem die letzten Reha-Schritte erfolgreich absolviert worden waren. Besonders der Halbfinalsieg gegen die an Nummer eins gesetzte Paarung sei „hoch zu bewerten“ und mache große Hoffnung für die kommenden Monate.

Comeback nach über zwei Jahren: Cara Siebrecht zurück auf der internationalen Bühne

Neben den beiden Titeln überzeugte auch der deutsche Nachwuchs auf breiter Front. Der Chef-Bundestrainer sprach von einem wichtigen „Realitätscheck“ und freute sich über die Vielzahl junger Gesichter, die weit im Turnier kamen. Stellvertretend hob er Cara Siebrecht hervor, die nach mehr als zweijähriger Verletzungspause an der Seite von Aaron Sonnenschein das Mixed-Viertelfinale erreichte und damit ein gelungenes internationales Comeback feierte.

Weitere Podestplätze für Team Deutschland

Zwei weitere Podestplätze rundeten das starke deutsche Gesamtergebnis ab: Danial Marzuan und Aaron Sonnenschein erreichten im Herrendoppel das Halbfinale und belegten Rang drei. Marzuan sicherte sich zudem gemeinsam mit Aurelia Wulandoko im Mixed einen weiteren dritten Platz. Insgesamt unterstrichen die Czech International Future Series damit die positive Entwicklung des deutschen Teams – mit erfolgreichen Rückkehrerinnen, einem herausragenden Titelgewinn von Luis Pongratz und zahlreichen vielversprechenden Leistungen der nächsten Generation.

Die Ergebnisse der Czech International Future Series 2026

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