Peter Käsbauer (hinten) und Michael Fuchs (Foto: BCB)

Bundesliga

1. BL: BCB reist zum Duell der DM-Titelsammler

Bundesliga-Primus 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim gastiert im Topspiel bei SC Union Lüdinghausen – Beide Teams gehen mit DM-Rückenwind in die Partie.

Von David Benedyczuk


Drei Wochen nach ihrer ersten Bundesliga-Niederlage seit ewigen Zeiten wird es für die Badminton-Asse des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim im deutschen Oberhaus wieder ernst: Der amtierende deutsche Mannschaftsmeister und weiterhin souveräne Tabellenführer gastiert an diesem Sonntag um 14 Uhr beim SC Union Lüdinghausen, der mit 17 Punkten zehn Zähler hinter dem BCB als Tabellenfünfter in die restlichen sechs Partien der Hauptrunde geht. Für die Gastgeber aus Nordrhein-Westfalen ist die Partie bei bereits fünf Zählern Rückstand auf Rang zwei eine enorm wichtige, um sich die Hoffnung auf das Erreichen eines der beiden direkten Qualifikationsplätze zum Final-Four-Turnier um die Meisterschaft zu wahren. Es ist zugleich das Duell zweier Mannschaften, die vergangene Woche bei den deutschen Individual-Meisterschaften kräftig abgeräumt haben: Sowohl der BCB wie auch Lüdinghausen durften sich bei den Titelkämpfen in Bielefeld über jeweils drei Goldmedaillen in den insgesamt fünf Konkurrenzen freuen.

Besondere Brisanz bringt die Tatsache mit sich, dass mehrere Spieler beider Clubs, die zuletzt in Bielefeld noch gemeinsam jubelten, am Wochenende im Münsterland nun zu Gegnern werden: So gewann Bischmisheims Nationalspieler Marvin Seidel bei der DM mit Lüdinghausens Doppelspezialistin Linda Efler den deutschen Meistertitel im gemischten Doppel. Sie bezwangen im Finale Seidels Bischmisheimer Teamkollegin Isabel Herttrich an der Seite von Raphael Beck (TV Refrath) mit 22:20 und 21:13 und krönten sich damit zu den Nachfolgern ihrer BCB-Mitspieler Olga Konon und Peter Käsbauer, die im Vorjahr den Titel geholt hatten. Auch Herttrich sollte bei der DM erneut Siegerlorbeeren einheimsen: Sie verteidigte zum zweiten Mal erfolgreich ihren deutschen Titel im Damendoppel – und zwar ebenfalls in einer Bischmisheim-Lüdinghausener Koproduktion mit Linda Efler. Beide besiegten im Finale die topgesetzte Paarung Johanna Goliszewski/Lara Käpplein vom 1. BV Mülheim mit 21:15, 21:18. Trotz des glatten Zweisatzsiegs sei es ein enges Match gewesen, sagte Herttrich: „Fast 40 Minuten über zwei Sätze zeigen, dass es sehr knapp war und es lange Rallys gab. Aber ich bin sehr zufrieden, dass es so gelaufen ist“, verriet die 26-Jährige, die in den beiden Vorjahren jeweils mit Carla Nelte (Refrath) triumphiert hatte. Zum Zusammenspiel mit ihrer relativ neuen Partnerin Efler ergänzte sie: „Linda und ich haben uns im letzten halben Jahr gut gefunden. Und da es menschlich auch sehr gut zwischen uns passt, kriegen wir das auch auf dem Feld zusammen sehr gut hin.“ An diesem Sonntag wird die Freundschaft auf dem Badminton-Court dann allerdings ruhen, wenn sich die dreifache deutsche Damen-Doppel-Meisterin und die Doppel-Championesse von Bielefeld 2019 mit ihren jeweiligen Teams als Gegnerinnen wieder sehen.

Wie Efler durfte sich in Bielefeld auch Seidel gleich über zwei Titelgewinne freuen. Neben der Mixed-Konkurrenz entschied er zusammen mit Max Weißkirchen den Wettbewerb im Herrendoppel für sich. Sie bezwangen im Endspiel BCB-Teamkollege Peter Käsbauer und dessen Partner Oliver Roth (TSV Freystadt) deutlich mit 21:12 und 21:6. Weißkirchen war übrigens der nächste Doppelsieger von Bielefeld, denn der Spieler vom 1. BC Beuel verteidigte zudem seinen im Vorjahr erstmals errungenen Titel im Herreneinzel. Gerade für Seidel waren die diesjährigen Wettkämpfe in Ostwestfalen eine besondere Genugtuung, nachdem er in den beiden Vorjahren jeweils durch Verletzungen bei der DM auf bittere Weise ausgebremst worden war: "Voll geil, ich freue mich riesig. Und ja, unglaublich, ich bin sogar verletzungsfrei geblieben", konnte das Bischmisheimer Eigengewächs sein Glück nach dem Doppel-Coup kaum fassen. 

Den dritten DM-Titel für Lüdinghausen sicherte sich Yvonne Li im Damen-Einzel. Die an Position eins gesetzte 20-Jährige bezwang im Finale Fabienne Deprez vom FC Langenfeld glatt 21:17 und 21:6 und krönte sich damit zur Nachfolgerin der Neu-Bischmisheimerin Luise Heim, die zuletzt zwei Mal hintereinander gewonnen und dabei im Vorjahr Li im Endspiel knapp in drei Durchgängen niedergerungen hatte. Diesmal gab es für Heim krankheitsbedingt nichts zu bestellen. Ob sie im Bundesliga-Duell mit Lüdinghausen überhaupt dabei sein kann, wird sich wohl sehr kurzfristig entscheiden. Zumindest herrschen beim BCB gegenüber der jüngsten 1:6-Heimniederlage gegen den TV Refrath, durch die eine 31 Spiele währende Bischmisheimer Erfolgsserie zu Ende gegangen war, in Lüdinghausen wieder personell bessere Voraussetzungen. Und damit steigt auch die Hoffnung, im Münsterland vielleicht den Startpunkt zu einem neuen BCB-Siegeszug setzen zu können. Das Hinspiel in Saarbrücken hatte der Spitzenreiter und achtfache deutsche Mannschaftsmeister im vergangenen Oktober klar und deutlich mit 6:1 für sich entschieden. Diesmal dürfte mit einem knapperen Ausgang zu rechnen sein.

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