Michael Fuchs und Peter Käsbauer vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim (Foto: privat)

Bundesliga

1. BL: Bischmisheim hat Titel fest im Blick

Meister 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim peilt beim Final-Four-Turnier am Niederrhein die Titelverteidigung an – im Halbfinale wartet Lüdinghausen.

Von David Benedyczuk

 

Die Titel-Entscheidung steht unmittelbar bevor: Am kommenden Samstag und Sonntag bestreiten die Badminton-Asse des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim ihre letzten beiden Partien in dieser Saison. Beim Final-Four-Turnier um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2019 in Willich am Niederrhein ist das Ansinnen des amtierenden Meisters klar: „Die Titelverteidigung ist ganz klar unser Ziel“, sagt BCB-Nationalspieler Marvin Seidel. Seit Dienstagabend kennen seine Bischmisheimer Teamkollegen und er ihren ersten Gegner, den es auf dem Weg zum erhofften neunten deutschen Mannschaftstitel zu schlagen gilt: Im DM-Halbfinale trifft der amtierende Meister am Samstag um 16 Uhr auf den SC Union Lüdinghausen. Die zweite Vorschlussrundenpartie bestreiten der TV Refrath und der 1. BV Mülheim, die in der regulären Bundesliga-Saison hinter dem souveränen Hauptrunden-Meister aus Saarbrücken-Bischmisheim auf den Plätzen zwei und drei abgeschlossen hatten. Beide Halbfinals werden parallel auf zwei Spielfeldern in der Jakob-Frantzen-Halle in Willich über die Bühne gehen.

Das Los fiel auf Lüdinghausen, weil die Nordrhein-Westfalen als Fünfter der regulären Runde das schlechter platzierte jener beiden Teams sind, die sich am vergangenen Dienstag in den Playoff-Partien der Mannschaften auf den Bundesliga-Rängen drei bis sechs durchgesetzt hatten. Der SC Union gewann sein Spiel beim Hauptrunden-Vierten und letztjährigen Bischmisheimer Finalgegner 1. BC Beuel mit 4:3. Protagonisten beim knappen Auswärtssieg waren die amtierende Deutsche Einzelmeisterin Yvonne Li und Kai Schäfer, die beide ihre Einzelmatches gewannen und zudem auch in den Doppelpartien mit ihren Partnern jeweils den Sieg davontrugen. Im Fall von Li geschah das mit einer Spielerin, die auch der Saarbrücker Seidel bestens kennt: Linda Efler ist schon seit längerer Zeit die internationale Partnerin des 23-Jährigen. Am Samstag im Halbfinale von Willich werden sich Efler und Seidel nun voraussichtlich als Gegner auf dem Feld begegnen – ein Umstand, dem der Saarländer allerdings keine allzu große Bedeutung beimessen möchte: „Das eine hat mit dem anderen nix zu tun“, sagt Seidel. Beide kennen sich natürlich bestens, „jeder weiß, was der andere kann und wie sein Spielstil ist“, ergänzt der BCB-Nationalspieler. Aber für das Duell in Willich spiele das eine untergeordnete Rolle: „Wichtig ist, dass wir gut spielen. Dass alles andere ausgeblendet wird und wir uns auf unsere Leistung konzentrieren – dann haben wir gute Chancen, das Spiel zu gewinnen“, betont Seidel.

Was für ihn gilt, gilt im Übrigen auch für Vereins- und Nationalmannschaftskollegin Isabel Herttrich. Auch die 27-Jährige spielt inzwischen international mit Linda Efler zusammen, und somit könnte es auch in diesem Fall zum Duell zweier bestens Vertrauter im Willicher Halbfinale kommen. Dort kann der BCB Stand jetzt auf alle Akteure seines Aufgebots setzen – mit einer Ausnahme, denn der Deutsche Einzelmeister von 2017, Fabian Roth, fehlt den Saarländerin nach seiner Verletzungsodyssee weiterhin. Damit fehlt dem Titelverteidiger eine wichtige Option für das Herreneinzel, wo Lüdinghausen mit dem deutschen Einzel-Vizemeister 2018, Kai Schäfer, einen arrivierten und zudem formstarken Akteur in seinen Reihen weiß: Am Dienstag im Playoff in Bonn-Beuel bezwang der 25-Jährige den deutschen Einzel-Champion der beiden letzten DM-Turniere, Max Weißkirchen, glatt in drei Sätzen mit 11:6, 15:14 und 11:4. In den beiden zurückliegenden Bundesliga-Vergleichen zwischen dem 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim und Lüdinghausen bekam es Schäfer jeweils mit Luka Wraber zu tun – und lieferte sich mit dem Österreicher dabei jeweils packende Duelle. Im vergangenen Oktober, als der BCB in eigener Halle mit 6:1 gewann, hatte Wraber gegen Schäfer in fünf Sätzen mit 11:6, 8:11, 10:12, 11:2 und 11:9 die Nase vorne. Im Rückspiel in Lüdinghausen, das die Saarländer ebenfalls klar mit 5:2 vorne sah, drehte Schäfer den Spieß um und siegte seinerseits nach fünf dramatischen Durchgängen mit 11:7, 7:11, 9:11, 12:10 und 12:10. Vielleicht wartet in Willich diesmal ein ähnlicher Thriller. 

Eine spannende Angelegenheit verspricht auch das voraussichtliche Duell im Dameneinzel zu werden: Bischmisheims Neuzugang Luise Heim, die deutsche Einzelmeisterin der Jahre 2017 und 2018, bekommt es wohl mit ihrer Nachfolgerin Yvonne Li zu tun, die sich in diesem Jahr in Abwesenheit von Heim bei den Titelkämpfen in Bielefeld zur neuen Meisterin krönte. Ein Vergleich in der Bundesliga-Hauptrunde fiel diese Saison aus, weil Li im Hinspiel nicht dabei war, und die Neu-Bischmisheimerin Heim dann im Rückspiel fehlte. Eine dramatische Partie spielten beide im DM-Finale 2018, als sich Heim nach verlorenem erstem Durchgang  zurückkämpfte und ihren Titel schließlich mit 17:21, 23:21 und 21:6 verteidigte. 

Auf einen solchen Ausgang hoffen sie beim achtfachen Deutschen Badminton-Mannschaftsmeister aus Saarbrücken erneut. Denn dann steigen die Chancen umso mehr, bei der dritten Auflage des Final-Four-Turniers zum dritten Mal in das Finale um den Titel einzuziehen. Das Endspiel um die Meisterschaft wird dann am Sonntag ab 14.00 Uhr in der Jakob-Frantzen-Halle in Willich ausgespielt. Das andere Halbfinale zwischen dem Hauptrunden-Zweiten TV Refrath und dem –Dritten 1. BV Mülheim verspricht dabei ebenfalls reichlich Spannung, denn die Duelle in der regulären Saison gewann jeweils das Auswärtsteam mit 4:3. Auch die Bilanz des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim gegen die potenziellen Finalgegner fällt gemischt aus: Bei Refrath gewann der BCB mit 5:2, das Rückspiel in eigener Halle ging im vergangenen Januar aber mit 1:6 in die Hose. Gegen Mülheim mussten sich die Saarbrücker im vergangenen Februar zuhause ebenfalls mit 3:4 geschlagen geben. Das Hinspiel hatten sie noch klar mit 5:2 für sich entschieden. „Uns ist relativ egal, wer da kommt“, sagt Marvin Seidel im Vorfeld – Hauptsache, der BCB erreicht erneut das Finale und vermeidet das vor dem Endspiel ausgetragene Spiel um die Goldene Ananas (Sonntag, 10 Uhr).

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