EILMELDUNG: YGO: Turniersieger aus fünf Nationen · 03.03.2024

Medaillengewinner im Herrendoppel O40 (Foto: Pascal Histel)

International

Nachbetrachtung: Senioren-EM 2022 in Slowenien

Anfang August stellte das deutsche Team mit über 223 von 1089 Startern das bei weitem größte Teilnehmerfeld der EM. Spoileralarm: auch bei den Medaillen waren wir weit vorne dabei, bei der Anzahl nur knapp hinter den Engländern, die allerdings sehr viel mehr goldene Medaillen mit nach Hause nehmen durften. Dänemark und Schweden blieben deutlich hinter uns, ein grandioser Erfolg des Teams!

Von Jürgen Schmitz-Foster

 

In der Altersklasse O35 traten sehr viele EM-Neulinge an und gaben ihr internationales Senioren-Debüt. Die ersten Eindrücke waren überwältigend. Nicht nur, dass es sich im Team Deutschland wie ein Klassentreffen aus Jugendzeiten anfühlte, war die Stimmung untereinander einfach großartig und familiär. Die goldenen Oldies feuern die Grünschnäbel an und anders herum. Die Nervosität der Frischlinge aufgrund der Monstrosität der Arena, den professionellen Umständen und dem Fakt, an einer Europameisterschaft teilzunehmen, wurde durch beruhigende und aufmunternde Worte der „alten“ Hasen abgemildert. Eine unvergleichliche Atmosphäre, die man so bisher in seinem Badmintonleben noch nicht erfahren hatte.

Einige Stimmen hierzu aus dem deutschen Team der O35: „Super viel Spaß, Team Deutschland als Familie, mehr erzielt als erwartet“, „Aufschlagregel Plexiglas, schlechtes Catering, gute Halle, viele Franzosen und Deutsche“, „Nervosität zieht sich durch alle Altersklassen, schönes Miteinander“, „Schöne große gute Halle“, „es wird eine ganz neue Welt, ganz anders und zwar total harmonisch und miteinander“ wurde mir versprochen und dies war ganz genau so!, „das Schönste ist so viele Gesichter nach langer Zeit wiederzusehen und wie jung Sport bzw. Badminton hält“

O35

  • HE: 2x 5.
  • DE: Nicole Bartsch 3.
  • HD: Nieke/Nichterwitz 1.
  • DD: Bannenberg/Hogrefe 2., Bartsch/Schnurrer 3.
  • MX: Schneider/Schnurrer 3.

Medaillen auf breiter Basis, von allen top Leistungen und ein irrer Kampfgeist, mit etwas Glück wäre sogar noch mehr drin gewesen.

O40

  • HE: Björn Wippich 3.
  • DE: Stefanie Schmidt 2.
  • HD: Becker/Winter und Histel/Dietrich 3.
  • DD: Recht/Willems 1., Matejkova/Rech 2., Kähler/Schmidt 3.
  • MX: Wippich/Willems 2.

Klar überragend Thorsten hier mit zwei Titeln und einmal Silber, wobei vor allem der Doppeltitel mit dem Einzelspezialisten Marc Hannes an seiner Seite überraschend gelang.

O45

  • HE: Thorsten Hukriede 1.
  • DE: 3x 9.
  • HD: Hannes/Hukriede 1.
  • DD: 3x 9.
  • MX: Hukriede/Hukriede 2.

In einem sehr grossen Teilnehmerfeld dieser AK war man gerade in den Doppeldisziplinen sehr nah dran an den Medaillen, es fehlten immer nur ein paar Punkte.

O50

  • HE: 2x 9.
  • DE: Stephanie Ruberg 3.
  • HD: 1x 5.
  • DD: 1x 5.
  • MX: 3x 9

Top-Athletin war hier Tanja Eberl mit zwei Medaillen und dem nach mehreren vergeblichen Anläufen endlich gelungenen internationalen Titelgewinn. Da kommt sicher noch mehr…

O55

  • HE: 4x 9.
  • DE: Tanja Eberl 2.
  • HD: 1x 5.
  • DD: Eberl/Nijsse-Drews 1.
  • MX: 2x 5.

Die große Überraschung war hier Karsten mit seinem Finaleinzug, erst gestoppt von einem ehemaligen Weltklassespieler, der es sogar bei O35 ins Doppelendspiel schaffte!

O60

  • HE: Karsten Grossgebauer 2
  • DE: Heidi Bender 3.
  • HD: Benz/Pasler 3.
  • DD: 1x 5.
  • MX: Rüsseler/Bender 3.

Sehr stark Rolf Rüsseler mit drei Medaillen über zwei Altersklassen hinweg. Sein Partner Dieter Frick war zwar wegen einer starken Achillessehnenreizung eigentlich nicht spielfähig, kämpfte sich aber bravourös unter Schmerzen bis ins Endspiel durch.

O65

  • HE: Rolf Rüsseler 3.
  • DE: Edeltraud Schmidt und Marie-Luise Schulta-Jansen 3.
  • HD: Frick/Rüsseler 2.
  • DD: Schmidt/Zimmermann 3.
  • MX: Meier/Schulta-Jansen 3.

Überragend hier Klaus Rosenkranz mit drei Medaillen.

O70

  • HE: Klaus Rosenkranz 3.
  • DE: 2x 5.
  • HD: Lienig/Pothmann und Nybergh/Rosenkranz 3.
  • DD: Alexander/Krüll 1., Frahm/Regineri 3.
  • MX: Rosenkranz/Frahm 3.

In der AK 75 wären noch mehr Erfolge drin gewesen, aber wegen zu geringer Beteilung mussten zwei unserer starken Damen bei 070 antreten.

O75

  • HE: Peter Honnen 2., Helmut Wiegand und Hans-Hinrich Meyer 3.
  • DE: nicht ausgetragen
  • HD: Pflug/Schumacher 2., Honnen/Kiefer und Meyer/Wiegand 3.
  • DD: nicht ausgetragen
  • MX: 2x 5.

Der Altersklassensport wächst, sowohl in der Breite (Teilnehmer, Nationen, Medaillenverteilung) als auch in der Qualität. Kein Wunder, da der Großteil der Spielerinnen und Spieler in diesem Altersbereich liegen und durch solche Events Anlass haben, sich weiter anzustrengen und Erfolge einheimsen können.

Enorm wichtig ist auch der Faktor Ausrichtung, es wird exakt so ausgerichtet wie bei den Profis mit Matten, Linien- und Aufschlagrichtern, Ergebnismonitoren, Streaming und Werbe- sowie Dopingrichtlinien. Das zeigt die Bedeutung, die die Verbände dem Seniorensport beimessen. Widergespiegelt in den Anstrengungen, die die Athletinnen und Athleten unternehmen, um dabei und erfolgreich zu sein. Individuelle Trainingspläne, Campteilnahme, offizielle Bekleidung, langfristige Reisevorbereitungen, Qualifikations- und Vorbereitungswettkämpfe etc.

Team Captains waren wieder Conny Ern-Joachim und Klaus Buschbeck (sowie Bernd Mohaupt), die sich um alle zentralen Belange kümmerten und vom Team auf der Players Party mit einem Präsent gewürdigt wurden.

Noch ein Wort zum Ausrichter: um so viele Sportler in so vielen Wettbewerben unterzubringen und in bis zu 128er-Feldern spielen zu lassen, hat Ljubljana enorme Anstrengungen unternommen. Riesenarena, Schiedsrichterunterbringung, App, freiwillige Helfer, Catering, Transportmöglichkeiten, Players Party und noch vieles mehr. Dazu hatte auch die Stadt viel zu bieten mit Burg und einem alten Stadtkern, der zum Essen und Flanieren einlud. All das führte zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Teilnehmer, bei dem neben dem sportlichen Wettkampf auch ein Miniurlaub und viele schöne Begegnungen mit Mitstreitern aus allen Nationen zustande kamen. Ein bisschen wehmütig hat man sich von den anderen am Ende der Woche verabschiedet, aber es gibt ja jedes Jahr wieder die Möglichkeit im Wechsel an EM und WM teilzunehmen.

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